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Barmstedter Zeitung

14. Dezember 2017 | 06:00 Uhr

Heede : Neue Heimat für Kiebitze ist bereit

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Naturschutz-Projekt an der Höllenbek in Heede so gut wie abgeschlossen. Zahlreiche Teiche und Flachgewässer angelegt.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Heede | Natur, soweit das Auge blicken kann. Kein Haus weit und breit. Nur Kuddel Barmstedt unterbricht ab und zu die idyllische Ruhe. Nahe den Heeder Tannen an der Höllenbek sind in den vergangenen Tagen auf 18 Hektar Grünland zahlreiche Teiche zwischen 100 und 400 Quadratmetern Größe entstanden. „Hier soll sich der seltene Moorfrosch wieder ansiedeln“, hofft Bauleiter Lars Hansen aus Nyborg in Dänemark.

Er stapft in Gummistiefeln durch das nasse Gras und gibt Andreas Popp im Bagger Anweisungen, wo genau er Erde ausheben soll. 30 bis 50 Zentimeter tief sind die Vertiefungen, dann sickert bereits Grundwasser an die Oberfläche. „Wir errichten auch flachere Vernässungskuhlen für die Kiebitze“, so der Projektleiter weiter. „Der Kiebitz brütet auf dem Acker neben Wiesen“, sagt er. Während seiner Zeit in Heede habe er sich im Dorf umgehört. Das Ergebnis: „Es gibt kaum noch Kiebitze hier, das wird sich hoffentlich ändern.“ Der Erdaushub ist lehmig oder auch sandig. Mit dem Sand will Hansen Lärchen anlocken. Eigens für sie hat er Sandhubbel anlegen lassen. „Dort fühlt sich die Lärche wohl“, sagte er, Inklusive einer Artenvielfalt von Insekten.

Als er erfuhr, dass in der Umgebung Störche ihre Jungen großziehen, freute er sich über die gute Nachricht. „So ein Projekt zieht noch mehr Störche an“, meint er. Störche fressen aber Frösche. „Die Natur wird sich einpendeln und jedem einen Lebensraum lassen“, ist Hansen überzeugt. Das Gebiet soll eine neue Einzäunung erhalten, damit auch Kühe darauf weiden können, um eine Verbuschung zu vermeiden. „Während der Brutzeiten soll hier absolute Ruhe gelten“, so Hansen, der sich vorstellen kann, dass ansonsten auch Spaziergänger vorbeischauen könnten.

Das Projekt hat die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein angeschoben, die land- und forstwirtschaftliche Flächen für den Naturschutz aufkauft. Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein als Tochterunternehmen der Stiftung erteilte den Auftrag, das Biotop zu errichten, in dem hier selten gewordene Vögel und Frösche sich wohlfühlen sollen. Ganz zu schweigen von Libellen und anderen Insekten.

Der Kiebitz ist etwa taubengroß und aufgrund des Kontrasts zwischen grünlich schimmernder schwarzer Oberseite und weißer Unterseite mit schwarzem Brustband leicht zu erkennen. Er bevorzugt offene, flache und feuchte Wiesen. Sein Lebensraum – das Feuchtgrünland – ist in Deutschland allerdings selten geworden.
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