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Barmstedt : Neue Gedenktafel erinnert an die Zwangsarbeiter

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Im Rahmen einer Feierstunde enthüllten Luzian Bucke und Laura Haberland die metallene Tafel, die das hölzerne Provisorium ersetzt.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Die AG Stolperstein hat auf dem Barmstedter Friedhof eine neue Tafel zum Gedenken an die in Barmstedt verstorbenen Zwangsarbeiter aufgestellt. Im Rahmen einer Feierstunde enthüllten Luzian Bucke und Laura Haberland die metallene Tafel, die das hölzerne Provisorium ersetzt. Ermöglicht wurde die Aktion durch Verhandlungen mit der Kirchengemeinde, der Friedhofsverwaltung und einige Geldspenden.

Nach der Begrüßung durch Bucke ergriffen weitere Redner das Wort. So waren laut Andrea Menzel (AG Stolperstein) in Barmstedt, das damals etwa 4000 Einwohner zählte, von 1940 bis 1945 etwa 500 Zwangsarbeiter „beschäftigt“: Belgier, Holländer, Franzosen, Dänen, Polen und Sowjetbürger. „Die ersten wurden in der Großendorfer Straße in Schweineställen untergebracht. Schuften mussen sie in der Landwirtschaft, in Klein- und Großbetrieben und in Familienunternehmen“, berichtete Menzel. Insbesondere gegenüber Russen sei es häufig zu Übergriffen gekommen. Indiz für die äußerst schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen seien die häufigen Fluchtversuche und die Einweisungen in die Gefängnisse in Elmshorn und Neumünster gewesen.

Auch Jürgen Brüggemann von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN) erinnerte an die Zwangsarbeit. So seien fünf bis sechs Millionen Zivilisten aus den eroberten Ländern zur Sklavenarbeit nach Deutschland verschleppt worden – mehr als die Hälfte waren Frauen. Sie wurden brutal ausgebeutet und mussten oft hungern. Kleinste Vergehen führten zu harter Bestrafung.

„Im Namen der VVN möchte ich der AG Stolpersteine herzlich danken“, sagte Brüggemann. „Durch das Engagement vieler wird die Erinnerung wach gehalten und bleibt als Mahnung im Bewusstsein der Bevölkerung.“

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