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Kritik am Fahrkartenkauf : Neue Automaten verärgern die Senioren in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Bilder wechseln zu schnell, das Display ist zu niedrig. AKN verweist auf Richtlinien und Barrierefreiheit.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Sich an einem der Fahrkartenautomaten auf dem Barmstedter Bahnhof eine Fahrkarte zu ziehen, ist für Horst Müller (Name geändert) ein Ärgernis. „Man muss auf dem Touchscreen ziemlich schnell sein, weil das Bild sonst verschwindet“, meint der Barmstedter Senior, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Er habe sich bereits bei der AKN beschwert, „aber die haben gesagt, sie könnten daran nichts ändern“.

Eine weitere Klage über die Automaten betrifft die Höhe der Displays: Sie sind nach der Umrüstung niedriger angebracht als früher – was für größere Menschen bedeutet, dass sie in die Knie gehen oder leicht gebückt stehen müssen, um die Karte zu ziehen. Zudem sei die Schrift vor allem dann schlecht zu lesen, wenn die Sonne aufs Display falle.

AKN-Sprecherin Christiane Lage erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, die neuen Automaten seien vor allem vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit entwickelt worden. „Das Thema beschäftigt uns sehr stark, und es wird immer wichtiger“, sagte sie. Im vorigen Jahr hatte die AKN alle 74 Fahrkartenautomaten erneuert. Der Austausch kostete 1,7 Millionen Euro. Die Displays – die jetzt in 85 Zentimeter Höhe beginnen – seien niedriger angebracht worden, damit auch Rollstuhlfahrer sie problemlos erreichen könnten. „Mit Blick auf die Fahrgäste ohne Handicap haben wir uns dabei bereits für die gemäß der geltenden Richtlinien maximal zulässige Höhe entschieden“, betonte Lage. Für große Menschen sei die Höhe „möglicherweise unbequem“, räumte sie ein. „Wer aber auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat meist nicht die Möglichkeit aufzustehen und eine höher angebrachte Fläche zu bedienen.“ Da die Barrierefreiheit für alle Fahrkartenautomaten auf den AKN-Bahnhöfen gelten solle, gebe es zudem keine gesonderten Modelle mit höher angebrachtem Display.

Auch bei der Frage nach der Dauer, wie lange ein Bild auf dem Display ohne Berührung zu sehen ist – jetzt sind es 30 Sekunden –, habe die AKN unterschiedliche Fahrgastinteressen abwägen müssen, sagte Lage – „was immer eine Herausforderung ist“. Die AKN habe sich dabei nach einer Empfehlung des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen gerichtet. „Der überwiegende Teil unserer Fahrgäste erwartet, an einem Automaten im Nahverkehr schnell einen Fahrschein ziehen zu können. Diesem Anspruch werden wir mit der aktuellen Einstellung gerecht“, so Lage. Sie könne dennoch nachvollziehen, „dass auch diese Entscheidung nicht allen Fahrgastwünschen gerecht wird“.

Barmstedts Seniorenbeiratsvorsitzender Peter Servotka hat bisher noch keine Klagen gehört, erklärte aber, er werde sich des Themas annehmen. „Wir hoffen, dass die AKN noch einmal mit einem Info-Stand auf unseren Wochenmarkt kommt.“

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