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Was kommt hinterm Happy End? : Neue Ausstellung in Barmstedt

vom

Künstlerin Jana Osterhus zeigt in der Galerie III 20 farbenprächtige Werke. Die Eröffnung ist am 23. September.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2017 | 14:30 Uhr

Barmstedt | Als sie drei Jahre alt war, wollte Jana Osterhus Gastwirtin werden. Oder bildende Künstlerin. Das mit der Gastwirtin hatte sich wenige Jahre später erledigt: Mit neun Jahren nahm sie ihren ersten Malunterricht – bei einem ägyptischen Künstler. „Er hat mir grundlegende Sachen wie Perspektiven und das Spiel mit Licht und Schatten beigebracht“, erinnert sich die Hamburgerin, die später eine künstlerische Ausbildung absolvierte und sich  beruflich ganz der Kunst widmete. Ab kommendem Sonnabend, 22. September, zeigt sie etwa 20 ihrer großformatigen, farbenprächtigen Werke in der Galerie III auf der Schlossinsel Rantzau in Barmstedt.

Die künstlerische Ader hat Osterhus offenbar geerbt: „Meine Mutter kann ganz toll zeichnen  und macht Skulpturen“, sagt sie. Und erzählt, dass ihre Eltern sie bei ihrem Wunsch nach künstlerischem Schaffen „immer gelassen haben“ – wobei sie sich schon als Kind durchzusetzen wusste: „Als ich mich mit Buntstiften in die Ecke setzen sollte, habe ich ziemlich protestiert.“

In ihren Werken spiegelten sich die vielfältigen Erfahrungen wider, die das Leben mit sich bringt, sagt die Künstlerin, die sich auch mit Fragen des Daseins befasst und damit, „ob hinter dem Ende noch etwas kommt“. Daher stammt auch der Ausstellungstitel  „Hinterm Happy End“. Osterhus widmet sich in ihrer Kunst unter anderem  dem Thema Alter. So seien auch die „berührenden Erlebnisse“ im Rahmen ihres Projekts „Tango für Senioren“, das sie seit mehreren Jahren  in Seniorenheimen im Hamburger Raum anbietet, in ihre Bilder eingeflossen. „Beim Tango ist egal, ob ich mit einem 30-, einem 90-Jährigen oder einer älteren Dame tanze“, sagt Osterhus, „Tango ist völlig alterslos.“

Andere Werke hat sie auf alte Landkarten gemalt – etwa einen überdimensionalen Fuß, der Deutschland überdeckt. „Das war ein Entwurf für einen Wettbewerb zum Thema Artenvielfalt“, sagt Osterhus. Doch das Bild sei zu breit gewesen. Unter dem Fuß schimmert ein Schwein durch – auch eine Spezialität der Hamburgerin: „Ich übermale meine Motive häufig.“ Das Werk „Affenschaukel“ etwa, das zwei Affen mit Heiligenscheinen zeigt,  sei ursprünglich ein Madonnenbild gewesen. „Dann habe ich einen weiblichen Akt darüber gemalt, und dann kamen die Äffchen.“ Das sei aber nicht politisch gemeint, betont Osterhus. „Das sind meine Werke nie.“ Bevor das Affen-Bild entstand, habe sie sich gefragt, „was eigentlich das Heiligste auf  der Welt ist.“ Ihre Antwort: „Es ist die Liebe. Und die kann man bei Affen besonders gut beobachten.“

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