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Barmstedter Zeitung

11. Dezember 2017 | 18:20 Uhr

Ellerhoop : Nachwuchs bei den Wasserbüffeln

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Tiere fühlen sich im Hammoor bei Ellerhoop wohl.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Ellerhoop | Während der Jahreshauptversammlung des Vereins „Schutz des Hammoors“ in Ellerhoop hat Landwirt Torben Glismann eine erfolgreiche Zwischenbilanz des Wasserbüffel-Projekts gezogen. Die Tiere grasen seit vergangenem Jahr als Landschaftspfleger im Moor. Glismann, Besitzer der Büffel, sagte, die Tiere würden sich im Moor wohlfühlen. Bremsen und Mücken würden sie nicht stören. „Die Tiere fressen jede Art von Wildkräutern“, sagte er und dankte dem Hammoor-Verein für die Unterstützung. Seine fünfköpfige Herde sei inzwischen um zwei Kälber angewachsen, berichtete er.

Etwa 25 Mitglieder des Vereins waren zur Versammlung in der Gaststätte „Zur Linde“ gekommen. „Wir hatten für den Aufenthalt der Büffel im Moor die Untere Naturschutzbehörde eingeschaltet, die bei einer Begehung von dieser Art des Naturschutzes begeistert war“, sagte der Vereinsvorsitzende Joachim Uhl. Im vergangenen Jahr hätten Vereinsmitglieder zudem Staudenknöterich abgestochen, Kopfweiden beschnitten und Nistkästen gereinigt. „Diese Aufgaben wiederholen sich in jedem Jahr“, sagte er. Aus den abgeschnittenen Weidenzweigen würden neue Triebe gezogen.

Die Feuchbiotope im Moor entwickelten sich gut, so Uhl weiter. Für die Einzäunungen der Wasserbüffel hätten mehr als 100 Schüler der älteren Jahrgänge der Elsa-Brandström-Schule in Elmshorn 300 Pfähle gesetzt, so Uhl. Die Jugendlichen seien später mit einem Imbiss versorgt worden.

Außer den Wahlen, dem Rückblick auf die Aktionen in 2016 sowie einer Vorausschau auf die nächsten Monate stand ein Vortrag des Bokeler Autors Helmut Trede auf der Tagesordnung. Er berichtete über sein Buch „Vom Gefängnislager zum Weltflughafen – eine Chronolgie des Scheiterns“. Trede schlug einen Bogen von den Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg, die die Heidefläche Heidmoor-Lentföhrden urbar machten und in eigens für sie errichteten Lagern wohnten, bis zur Planung eines der größten Flughäfen der Welt an gleicher Stelle. Der Vortrag fand großen Anklang.

Der Autor berichtete auch vom Versuchsgut Lentföhrden, wo unter anderem Versuche mit Radioaktivität und Pflanzen gemacht wurden. „Es wurde untersucht, inwieweit die kontaminierten Pflanzen, die das Vieh fraß, in Fleisch und Milch nachweisbar war“, so Trede. Ende der 1950er-Jahre habe es dann die ersten Pläne zum Großflughafen bei Kaltenkirchen gegeben. Der Bau hätte auch den Kreis Pinneberg betroffen. Die Flughafengesellschaft kaufte Land, und es wurden Baustopps in Gemeinden verhängt. Nach dem Planfeststellungsverfahren 1972 hagelte es Einsprüche und es gab Proteste. 1980 kippte das Verwaltungsgericht Schleswig die Pläne mit der Begründung, dass neben dem Flughafen Hamburg kein zweiter nötig sei. „Es war eine Chronologie des Scheiterns“, so Tredes Fazit.

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