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Barmstedter Zeitung

18. Dezember 2017 | 00:38 Uhr

Nachhaltigkeit steht an erster Stelle

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Achim Bock hat seinen Lutzhorner Betrieb im Jahr 2000 zum Öko-Hof umgebaut / Spezialisierung auf Milchvermarktung

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 16:17 Uhr

Rund 960 landwirtschaftliche Betriebe gibt es im Kreis Pinneberg. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im sechsten Serienteil erzählt Achim Bock aus Lutzhorn, warum er seinen Betrieb zum Öko-Hof umgebaut hat – und warum er der Erzeugergemeinschaft „De Öko Melkburen“ beitrat.

Es herrscht eine familiäre Atmosphäre auf dem Bioland-Hof Achim Bock in Lutzhorn. Der Hofeigentümer, sein Sohn Leander Lambertus, ein Mitarbeiter aus Barmstedt sowie eine Mitarbeiterin mit Freund und Nachwuchs sitzen in gemütlicher Runde am Frühstückstisch, essen, trinken einen Schluck Kaffee und unterhalten sich. Draußen weht ein kräftiger Wind, es ist ein wenig kühl. Allerdings hat der Wetterbericht für die nächsten Tage Temperaturen bis zu 14 Grad Celsius angekündigt – der Frühling lässt grüßen. „Im Sommer ist eigentlich weniger zu tun als im Winter“, sagt Bock, der sich für die Stallarbeit stärkt. Anschließend betritt er den großen Laufstall.

„Ich habe ihn nach der Umstellung zum Öko-Hof im Jahr 2000 gebaut“, so Bock. „Davor gab es bei uns die übliche Anbindehaltung.“ Insgesamt stehen bei ihm 44 Milchkühe, die mit einem hohen Anteil an Grünland und nicht, wie sonst üblich, mit viel Maissilage gefüttert werden. Sie sind nicht angebunden und dürfen auch im Winter nach draußen. Sie „danken“ es ihm, indem sie täglich etwa 800 Liter Milch geben, die an die Meierei Horst geliefert wird.

Der Hof ist seit der Jahrhundertwende in Familienbesitz. „Mein Urgroßvater hat ihn gekauft“, berichtet Bock. Früher wurden dort Kühe, Hühner und Schweine gehalten sowie Getreide-, Futter- und Kartoffelanbau betrieben. Nach der Umstellung im Jahr 2000 wurde für einige Jahre der Kartoffelanbau wieder belebt, dann aber im Zuge der Spezialisierung auf Milchvermarktung eingestellt. Hinzu kommen noch die Nachzucht von weiblichen Kälbern und Jungrindern sowie ein paar Ochsen und Deckbullen. Außerdem wird ein Hafer-, Erbsen-Gerstengemenge angebaut, das zusammen ausgesät und gedroschen wird. Dies dient als hofeigenes Schrot für Kühe und Kälber, das nicht – wie häufig bei zugekauften Kraftfutter üblich – gentechnisch verändert ist. Der Hof verfügt über eine Fläche von 70 Hektar und zusätzlich 25 Hektar Nutzung von Naturschutzflächen.

Die Umstellung von einem konventionellen auf einen Öko-Betrieb war ein einschneidender und folgenreicher Schritt. Unterstützung erhielt Bock von Bioland, der Organisation, der er im Jahr 2000 beitrat. Dem Verband für ökologischen Landbau in Deutschland gehören 5 600 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer an, die nach strengen Richtlinien wirtschaften. Hinzu kommen etwa 1 000 Partner aus Herstellung und Handel. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt. „Ziel unserer täglichen Arbeit ist die nachhaltige Erzeugung hochwertiger und gesunder Lebensmittel“, betont der Lutzhorner Landwirt. „Wirtschaften im Einklang mit der Natur, Förderung der Artenvielfalt sowie aktiver Klima- und Umweltschutz sichern die Lebensgrundlagen und erhalten eine vielfältige Kulturlandschaft.“

Ein wichtiges Jahr für den Hof war 2011: Damals gründeten sich „De Öko Melkburen“, eine Erzeugergemeinschaft von fünf Bioland-Milchbauern, die jetzt auf drei Mitglieder geschrumpft ist und der außer Bock Landwirte aus Lentföhrden und Schmalfeld angehören. Alle Betriebe werden nach den Bioland-Richtlinien geführt und streben an, Milch von höchster Qualität zu erzeugen. Um sie so naturbelassen wie möglich weiter zu verarbeiten, entschlossen sie sich zur pasteurisieren Erhitzung auf lediglich 72 Grad. „Wir verzichten bewusst auf die Homogenisierung, bei der die Fettkügelchen der Milch unter hohem Druck zerkleinert werden. So erhalten wir eine Milch mit natürlich schwankenden Inhaltsstoffen, die vor dem Genuss leicht geschüttelt werden sollte, da sie aufrahmt.“

Für Verarbeitung und Abfüllung ihrer sogenannten Vier-Jahreszeiten-Milch gewannen die Öko Melkburen die Meierei in Horst. Diese wollen sie Anfang des neuen Jahres kaufen, wie Bock erklärt. Damit schlage die Erzeugergemeinschaft ein neues Kapitel auf.


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