Weihnachtsmarkt : Nach Kritik: Jetzt redet die Barmstedter Kirchengemeinde

Küster Michael Gallas (links) und Pastor Dieter Timm organisieren den Weihnachtsmarkt rund um die Kirche.
Küster Michael Gallas (links) und Pastor Dieter Timm organisieren den Weihnachtsmarkt rund um die Kirche.

Die Organisatoren der Veranstaltung wehren sich gegen die Vorwürfe.

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13. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Barmstedt | Nach Kritik an der Kirchengemeinde Barmstedt, die beim Weihnachtsmarkt keine Becher von Außenständen mehr spült und die Stromabrechnung extern vergeben hat, haben Küster Michael Gallas und die Pastoren Klaus-Dieter Piepenburg und Dieter Timm jetzt einmal ihre Sicht der Dinge dargestellt. „Wir müssen viele Vorschriften beachten, was wir versuchen, durch Absprachen mit dem Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr zu bewältigen“, sagte Piepenburg. So müssten Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienste freigehalten, andererseits jedoch auch die Zuwegungen sicher verbarrikadiert werden. Daher schreibe die Kirchengemeinde, die den Markt in der Chemnitzstraße sowie im Gemeinde- und im Humburg-Haus organisiert, bereits im Juli alle Beschicker vom vorigen Jahr mit der Bitte um Rückmeldung an. Auf dem Anmeldebogen sollen die Beschicker außer ihren Angeboten und Öffnungszeiten auch angeben, ob sie gewerblich oder privat verkaufen. „Hier fehlt noch der Gerechtigkeit halber die weitere Bezeichnung, ob sie mit dem Verkauf ehrenamtlich Spenden einsammeln“, räumte Timm ein. Und es sei trotz der Angaben schwierig zu beurteilen, wann ein Stand privat, gemeinnützig oder gewerblich sei. Nach diesen Kriterien müssten aber die Gebühren berechnet werden.

Gallas hatte nach 19 Jahren die Stromvergabe für die Stände an den externen Anbieter übergeben, der bereits die Stände in der Innenstadt mit Strom versorgt. „Es wurde einfach zu viel für mich, und um die Probleme, die häufig auftauchen, muss sich ein Fachmann kümmern“, sagte Gallas, der in seinem Anschreiben auf die Änderung hingewiesen hatte.

Ein weiteres Problem seien die fehlenden Markthütten. Die meisten von denen, die in den vergangenen 30 Jahren angeschafft wurden, habe die Stadt vor zwei Jahren ohne Rücksprache mit der Kirche verkauft, so Gallas. „Jetzt müssen Hütten für 130 Euro von einer externen Firma gemietet werden, für die die Standbesitzer aber nur 55 Euro zahlen“, so Gallas. Durch eine Mischkalkulation von Strom-, Stand- und Hüttengebühren habe er die Differenz bisher auffangen können. Doch das gehe kaum mehr, weil andere Kosten gestiegen seien, etwa für das Absperren der Zufahrten mit Sandsäcken und den zusätzlichen Sicherheitsdienst. „Außerdem sind die Müllgebühren explodiert, weil sich die Müllmenge verdoppelt hat“, so Gallas.

Was den Küster noch ärgert: „Standbetreiber geben häufig nicht alle Angebotsprodukte an.“ So sei es vorgekommen, dass er etwa einen Stand mit Serviettentechnik neben einen mit Seifen platziert habe – und plötzlich der Serviettenanbieter auch Seife auf seinen Tisch gestapelt habe. „Der Ärger ist da, und ich bin der Böse“, so Gallas, der dann vermitteln muss. Oder ein Stand mit Basteleien verkaufe ohne vorherige Angabe Punsch und Waffeln. Stress gebe es auch, wenn sich etwa Klassen wenige Wochen vor dem Markt noch anmelden und er sehen müsse, wo er deren Stände noch hinquetschen könne.

„In diesem Jahr musste ich auch die Reißleine für das Spülen der Becher von den Beschickern vor der Kirche ziehen“, sagte Gallas. Das Café im Gemeindehaus sei stets besetzt, und die Ehrenamtler, die dort Kuchen verkauften und Teller und Becher spülten, hätten ihn gebeten, keine zusätzlichen Becher anzunehmen, die sich in Kisten vor der Spüle stapeln würden. „Das sind überwiegend ältere Helfer, die nicht mehr so zügig wie junge arbeiten können“, so Gallas.

Die drei Kirchenvertreter sind sich einig, den Markt auch weiterhin mitverantworten und ihn trotz des großen Aufwands attraktiv gestalten zu wollen. „Wir werden mit der Stadt eine Lösung erarbeiten, die dann hoffentlich alle zufriedenstellt“, kündigte Piepenburg an.

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