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Tödliches Virus erreicht SH : Nach dem Ausbruch der Pferde-Seuche: Das sagt der Inhaber des kranken Pferdes

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Christopher Kirsch bestätigt - eine Zuchtstute in Groß Offenseth-Aspern ist betroffen. Ein Sperrbezirk ist eingerichtet.

von
erstellt am 25.Jul.2017 | 11:50 Uhr

Groß Offenseth-Aspern | Nach Bremen und Hamburg hat die Pferde-Seuche jetzt auch Schleswig-Holstein, genauer den Kreis Pinneberg erreicht. Am Montag ist der Ausbruch der ansteckenden Blutarmut der Einhufer in einer Pferdehaltung in Groß Offenseth-Aspern amtlich festgestellt worden. Wie das Landwirtschaftsministerium in Kiel mitteilte, handelt es sich um den ersten Fall dieser hochinfektiösen und mitunter tödlich verlaufenden Viruserkrankung in Schleswig-Holstein. Der Kreis Pinneberg wird einen Sperrbezirk einrichten. Sämtliche Einhufer in diesem Bereich müssen untersucht werden. Betroffen sind neben Groß Offenseth-Aspern auch Teile von Bokholt-Hanredder und der Stadt Barmstedt.

Die Ansteckende Blutarmut der Einhufer oder Equine Infektiöse Anämie (EIA) ist eine Virusinfektion, an der Einhufer – Pferde, Zebras, Esel sowie deren Kreuzungen – erkranken können. Das Virus wird hauptsächlich durch blutsaugende Insekten übertragen, es kann aber auch durch den Kontakt eines Tieres mit den Ausscheidungen (Kot, Speichel et cetera) übertragen werden. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch Fieberanfälle und eine Zerstörung der roten Blutkörperchen. Sie ist nicht heilbar.

Das Virus wurde bei einer Zuchtstute auf Gut Aspern nachgewiesen. Das bestätigte Inhaber Christopher Kirsch auf Anfrage von shz.de. Ein weiteres Pferd zeigte sich in der Untersuchung als nicht eindeutig negativ. Es wird in zwei bis drei Wochen erneut untersucht. Alle anderen knapp 50 Pferde des Polohofs sind gesund. Sie werden sich frühestens in 90 Tagen erneut einem Test unterziehen müssen. „Die Stute lebt seit 2009 bei mir. Ich gehe davon aus, dass sie das Virus aus Argentinien mitgebracht hat. Das Tier hat keinerlei Symptome gezeigt. Die Krankheit ist nicht ausgebrochen“, sagte Kirsch.

Laut Angaben des Ministeriums ist die Virusinfektion für den Menschen ungefährlich. An der anzeigepflichtigen Tierseuche können außer Pferden auch Esel und Zebras erkranken. Sie werde in erster Linie über blutsaugende Insekten wie Bremsen, Mücken und Stechfliegen übertragen, heißt es. Einmal infizierte Tiere bleiben Virusträger und können zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Positiv getestete Tiere werden deshalb eingeschläfert.

Folgen für alle Tierbesitzer

Der Ausbruch der Pferde-Seuche auf Gut Aspern hat Folgen für alle Tierbesitzer im Norden des Kreises Pinneberg. Im Sperrbezirk, der mit einem Radius von mindestens einem Kilometer rund um den betroffenen Betrieb eingerichtet wird, besteht eine Aufstallungspflicht für alle Einhufer. „Sämtliche Tiere sind dem Kreis Pinneberg unverzüglich zu melden“, sagte Kreispressesprecher Oliver Carstens gestern.

Der Sperrbezirk könne frühestens in drei Monaten aufgehoben werden. „Voraussetzung dafür ist, dass alle Pferde noch einmal untersucht wurden und dass keine weiteren Fälle der Tierseuche aufgetreten sind“, so Carstens. Die Tierseuchen-Verordnung bestimme, dass Tiere, bei denen die ansteckende Blutarmut der Einhufer (EIA) nachgewiesen wird, getötet werden müssen. Grund dafür sei, dass einmal infizierte Tiere lebenslang Virusträger bleiben und als potenzielle Virusausscheider angesehen werden müssen, auch wenn sie keine Krankheitserscheinungen erkennen lassen. Nicht infizierte Tiere müssen nicht getötet werden.

Der Sperrbezirk umkreist Aspern.

Der Sperrbezirk umkreist Aspern.

 

Angesichts des Ausbruchs fordert der Inhaber des betroffenen Betriebs ein Aussetzen von Poloturnieren in ganz Deutschland. „Sport ist wichtig, aber die Gesundheit der Tiere ist wichtiger. Wir sollten für dieses Jahr Schluss machen und dann 2018 neu starten“, sagt Christopher Kirsch, der Hauptorganisator der German Polo Tour ist. Mit der Ausrichtung von sechs Turnieren im Jahr ist er der größte Polo-Veranstalter Deutschlands. Sein eigenes Turnier auf Gut Aspern hatte er Anfang Juli absagen müssen, nachdem bei zwei Polo-Pferden in Hamburg-Osdorf das Virus nachgewiesen worden war.

Gut Aspern war als möglicher sogenannter Kontaktbestand gesperrt worden. Daraufhin wurden alle Tiere amtlich untersucht. Dabei stieß das Landeslabor auf die infizierte Stute. Insgesamt wurden in Schleswig-Holstein mehr als 20 Betriebe untersucht. Bislang liegen keine weiteren positiven Ergebnisse vor.

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