Nach 20 Jahren soll Schluss sein

Bernd Reimers geht in seine letzte Amtszeit als Bürgermeister von Westerhorn / 59-Jähriger will Platz für neue Ideen machen

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02. August 2018, 16:00 Uhr

Sie sind Chefs und Repräsentanten ihrer jeweiligen Kommunen: Die Bürgermeister in den Gemeinden rund um Barmstedt machen ehrenamtlich ihre Arbeit. Unsere Zeitung stellt im Zuge einer Serie die Menschen vor, die hinter den Ämtern stehen. Heute: Bernd Reimers aus Westerhorn.

Seit 2003 ist Bernd Reimers Bürgermeister von Westerhorn. Seit 2008 ist er auch Vorsteher des Amtes Hörnerkirchen. Gerade wurde er in beiden Ämtern bestätigt. Seine CDU errang bei der Kommunalwahl im Mai in Westerhorn die absolute Mehrheit in der Gemeinde. Das Regieren dürfte also auch in den kommenden fünf Jahren vergleichsweise leicht fallen. „Es wird meine letzte Amtsperiode sein“, kündigt der 59-Jährige an. 2023, zur nächsten Kommunalwahl, sei er 20 Jahre Bürgermeister. Dann sei es langsam aber sicher mal Zeit für neue Ideen.

Noch wenige Minuten vor dem Gespräch mit unserer Zeitung sitzt Reimers auf einem seiner Trecker. Der Landwirt hat seinen Hof zwar schon 2013 an seinen Sohn übergeben, doch auch als Altenteiler ist er noch ausgesprochen aktiv. „Mein Sohn kümmert sich um die Kühe, ich mich um die Außenwirtschaft“, erklärt er. Gemeint sind Ackerbau, Futtergewinnung und das Füttern der Kälber. 150 Kühe sind auf dem Reimers-Hof zu Hause, immer wieder wird das ein oder andere Tier für seine erstaunlichen Milchleistungen ausgezeichnet.

„Altenteiler sind für jeden Familienbetrieb wichtig“, sagt Reimers. Um die nötigen Gewinne zu erzielen, muss in der Landwirtschaft immer noch jede Hand mit anpacken. Drei Kinder hat Westerhorns Bürgermeister – und inzwischen bereits fünf Enkel. Reimers ist in der Feuerwehr aktiv. Der Brandmeister war sogar schon mal stellvertretender Wehrführer. Hinzu kommen etliche Vorstandsposten, die mit seinem Amt als Bürgermeister zusammenhängen. So ist er unter anderem im Wegeunterhaltungsverband und beim Wasserverband Krempermarsch aktiv.

Geboren wurde Bernd Reimers in Hörnerkirchen. „Da hatte meine Familie einen Hof mitten im Ort, der inzwischen aber abgerissen wurde“, erzählt er. 1989 sei er nach Westerhorn gezogen, wo er gemeinsam mit seiner Frau den Hof seiner Schwiegereltern übernommen habe. Gefragt nach seinen Hobbys, nennt Reimers an erster Stelle die Kommunalpolitik. Außerdem spiele er gern Tischtennis, fahre viel Rad und sei auch ein begeisterter Skifahrer. Nicht Langlauf, sondern Alpin, und „gern auch so richtig steil“, wie er anmerkt.

Doch der Großteil seiner Freizeit geht für die Politik drauf. Als Erfolge verbucht er den Breitbandausbau im Amtsgebiet („Das ist das Wichtigste“), die Saalsanierung des Lindenhofes („Eines der ersten Projekte 2003“), bei der das halbe Dorf mit anpackte, und den Erhalt der Polizeistation im benachbarten Hörnerkirchen („Da haben wir wirklich hart für gekämpft“). Gerade beteiligt sich Westerhorn am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Der Schwerpunkt wird dabei auf die „neue Mitte“ gelegt, also auf das Areal des ehemaligen Bahnhofs, auf dem unter anderem ein Grünes Warenhaus entstehen soll.

Der politische Alltag sieht allerdings deutlich unspektakulärer aus. Der Spielplatz im Birkengrund soll saniert werden, ebenso der Gehweg entlang der Florastraße. Doch auch solche Themen müssen angepackt und umgesetzt werden. Amtsmüdigkeit ist bei Reimers jedenfalls nicht zu spüren. Persönliche Ziele hat er übrigens auch: „Gesund und mit beiden Füßen auf der Erde bleiben.“

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