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Barmstedter Zeitung

24. Juli 2017 | 10:53 Uhr

20 Jahre : MS-Gruppe feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Mitglieder stammen aus Barmstedt und dem Amt Rantzau. Weitere Interessierte sind willkommen.

Barmstedt | Sie hat als Urlaubsvertreterin angefangen – „und dann bin ich die Gruppe nicht mehr losgeworden“, sagt Sabine Boretzki und lacht. Die 52-Jährige leitet seit 19 Jahren die Barmstedter MS-Selbsthilfegruppe, die 1997 von der damaligen Behindertenbeauftragten Ursula Aldag gegründet wurde und in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. „Mir macht die Aufgabe viel Spaß“, sagt Boretzki, „man kann etwas bewegen.“ Zurzeit hat die Gruppe 14 Mitglieder aus Barmstedt und dem Amt Rantzau, von denen 13 Frauen und zehn bei den monatlichen Treffen „immer dabei“ sind.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Gehirns und Rückenmarks.  In Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen an der bisher unheilbaren Krankheit, die meist zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr auftritt. MS beginnt meist schubweise mit Störungen des Nervensystems. In etwa zehn Prozent der Fälle beginnt die Krankheit schleichend. Sie kann sich als Muskellähmung oder -steifheit, als Seh- und Gefühlsstörung, Beeinträchtigung des Tast- und Gleichgewichtssinns oder Müdigkeit und Energieverlust äußern.

Die Krankheit sei bei den Treffen meist kein Thema, sagt Boretzki. „Die Stimmung ist sehr positiv. Wir bejammern uns nicht, sondern lachen viel und reden oft gar nicht über MS.“ Falls jemand ein Problem habe, könne er es aber jederzeit ansprechen – und sich auf die Gruppe verlassen. „Unser Zusammenhalt ist super. Wir helfen uns untereinander, es gibt immer einen Ansprechpartner“, sagt Boretzki, die auch die Zweigstelle der MS-Gruppen im Kreis Pinneberg leitet und ihre ehrenamtlichen Aufgaben gern weiter ausüben will.

Sie leide seit ihrem 13. Lebensjahr an MS, erzählt Boretzki. „Erkannt wurde es aber erst mit 22.“ Die Krankheit sei schubweise verlaufen, teilweise war sie auf den Rollstuhl angewiesen. „Davon habe ich eine ganze Batterie.“ Seit 25 Jahren habe sie zwar keine Schübe mehr, „aber gesund bin ich immer noch nicht“. Innerlich sei bei ihr aber „immer eine Anspannung da“.

Ihr habe es sehr geholfen, weiter zu arbeiten, sagt Boretzki, die als kaufmännische Sachbearbeiterin tätig ist. Zudem habe sie „versucht, jede Therapie mitzumachen, die es gab“. Sie gehe sehr offen mit ihrer Krankheit um, sagt Boretzki. Doch das habe sie erst lernen müssen. „Aber nachdem ich mich überwunden hatte und das erste Mal mit dem Rollstuhl über den Stoppelmarkt gefahren war, war das Thema durch.“

Die Gruppe, die sich über weitere Mitglieder freuen würde, trifft sich an jedem ersten Mittwoch im Monat ab   15 Uhr in der „Waldburg“ (Moltkestraße 15). „Im Sommer sitzen wir allerdings oft lieber am See oder gehen ein Eis essen“, so Boretzki. Einmal im Jahr steht ein Tagesausflug auf dem Programm. „Anfangs sind wir nur in die nähere Umgebung gefahren, aber mittlerweile fahren wir auch weiter weg“, so Boretzki – etwa an die Nord- oder Ostsee, nach Helgoland oder in den Tierpark Neumünster. Sie achte darauf, dass auch Rollstuhlfahrer mitkommen können, so die Gruppenleiterin. „Dafür brauchen wir aber spezielle Busse.“ Auch Vorträge mit fachlichem Hintergrund organisiert Boretzki für ihre Gruppe, deren Schirmherr der ehemalige Bürgervorsteher Uwe Nienstedt ist. Bei den Veranstaltungen bleibt die Gruppe unter sich, die Angehörigen nehmen nicht teil. „Das hat sich einfach so ergeben und ist überhaupt nicht schlimm“, sagt Boretzki. Den 20. Geburtstag wird die Gruppe heute Abend in gemütlicher Runde bei einem schönen Essen feiern.

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erstellt am 05.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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