Mittagessen an der GSS gerettet

Großer Andrang: Schüler der GSS holen sich in der Mensa – hier ein Bild aus 2014 – ihr Mittagessen.
Großer Andrang: Schüler der GSS holen sich in der Mensa – hier ein Bild aus 2014 – ihr Mittagessen.

Verein In Via darf die Mensa an der Gottfried-Semper-Schule bis November weiterbetreiben / Frühstück fehlt nach wie vor

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13. Mai 2019, 16:00 Uhr

Barmstedt | Die Schüler und Lehrer der Barmstedter Gottfried-Semper-Schule (GSS) können aufatmen: Der Mensa-Betrieb ist vorerst gesichert. Nach einer heftigen Diskussion im Schulausschuss beschlossen die Politiker am Ende einmütig, dass der Verein In Via die Mensa auf jeden Fall bis November weiter betreiben darf. Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass die Schule ohne Verpflegung dagestanden hätte, wie Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) und mehrere Ausschussmitglieder betonten. Denn In Via hätte den beiden Mensa-Mitarbeiterinnen ansonsten zu Ende Juni gekündigt, wie Cornelia Dresler als Vertreterin des Vereins darlegte.

Hintergrund: In Via hatte den Mensa-Betrieb im Sommer 2018 kurzfristig übernommen, weil ansonsten das Aus gedroht hätte. Doch die Anzahl der Essen reiche nicht, um wirtschaftlich zu arbeiten, beklagte der Verein. Die Stadt musste daher bereits einmal mehrere tausend Euro zuschießen. Das droht jetzt wieder, wäre aber auch bei anderen Betreibern so, wie der Ausschussvorsitzende Hans Hansen (SPD) betonte. „Kein Betreiber wird kostendeckend arbeiten.“

Der jetzt gefasste Beschluss sieht vor, dass die Stadt den Mensa-Betrieb mit maximal 10 000 Euro pro Jahr bezuschusst. Für die Zeit nach dem 1. November wird der Betrieb ausgeschrieben. Der künftige Betreiber soll Frühstück und zwei Essen zur Auswahl anbieten, die maximal 3,50 Euro kosten dürfen. Zudem soll es frisches Obst, Desserts und eine Snackbar geben. „Die Schüler gehen sonst zu Edeka und decken sich da ein. Das würden wir dadurch verhindern“, sagte Niemitz. Die Kalkulation soll auf der Basis von 65 Essen erfolgen.

In Via gibt zurzeit etwa 60 Essen pro Tag aus. Das den Schülern allerdings nicht immer schmecke, wie die Politiker anmerkten. „Es ist eine gewisse Unzufriedenheit da“, stellte Hansen fest. Sie habe davon noch nichts gehört, erwiderte Dresler. „Es gab einmal Spitzkohleintopf, der nicht gut ankam – aber ansonsten sind mir keine Beschwerden bekannt, im Gegenteil: Viele Kinder bedanken sich bei den Mitarbeiterinnen.“

Dass In Via kein Frühstück anbietet, war einer der großen Kritikpunkte. „Das Frühstück ist unser entscheidender Wunsch“, sagte Daniel Niemitz vom Schulleitungs-Team der GSS. Doch dadurch würde „zum Teil das Mittagessen torpediert“, wie Dresler erklärte. Einige Schüler würden dann darauf verzichten und sich nur belegte Brötchen holen. „Und zu dem geforderten Preis können wir sie nicht anbieten.“ Einen örtlichen Bäcker, der das Angebot übernommen hätte, habe die Verwaltung nicht gefunden, wie Fachamtsleiter Heiko Lichy berichtete.

Auch der Versuch der Schule, Mütter oder Väter zu finden, die die den Frühstücksbetrieb ehrenamtlich übernehmen, war fehlgeschlagen. Es hätten sich etwa fünf Mütter gemeldet, sagte Niemitz. „Das sind viel zu wenig.“ An der KGSE in Elmshorn – die ebenso wie die GSS etwa 1000 Schüler besuchen – engagierten sich etwa 100 Väter und Mütter in der Mensa, ergänzte Lichy. Daran sei erkennbar, wie viele benötigt würden, damit der Betrieb funktioniere.

Positiv auf die Nachfrage nach Essen könnten sich die längeren Betreuungszeiten auswirken, sagte Friederike Schmidt (CDU). „Die Schüler, die sie in Anspruch nehmen, müssen auch essen.“ Um die Anzahl der Essen zu steigern, habe die GSS zudem beschlossen, die Unterrichtszeiten anzupassen, so Lichy.

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