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Bauausschuss lehnt ab : Mit Interaktiver Karte: Nein zu Gewerbegebiet an der K18

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Bauausschuss lehnt den Standort bei Lutzhorn ab. Die Kritik: Zersiedelung der Landschaft. Jetzt sollen die Stadtvertreter aber trotzdem beraten.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Barmstedt | So spannend sind Abstimmungen selten: Mit vier Ja-, vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung hat der Barmstedter Bauausschuss am Montag die Ausweisung eines Gewerbegebiets an der K18 abgelehnt. Damit wäre das Thema eigentlich vom Tisch – doch auf Wunsch des Ausschussvorsitzenden Ortwin Schmidt (CDU) werden auch die Stadtvertreter darüber beraten. „Ich lasse das noch einmal auf die Tagesordnung setzen, weil es zwar einzelne Abweichler gab, die Fraktionen es aber grundsätzlich befürworten“, sagte Schmidt gestern.

Die Befürworter des Gewerbegebiets, das südlich der K18 und westlich der K2 an der Grenze zu Lutzhorn entstehen soll, argumentieren mit der Nähe zur A23 und der Entfernung zur Stadt, so dass die Bürger nicht zusätzlichen Belastungen durch Verkehr und Emissionen ausgesetzt wären. Zudem sei die Fläche über die Kreisstraßen gut erreichbar. „Und spätestens, wenn die A20 da ist, ist  das Gebiet absolut interessant“, sagte Ernst-Reimer Sass (CDU). Es gelte, „schon jetzt ein Signal zu setzen, dass wir da was entwickeln wollen. Denn Firmen gucken fünf, sechs Jahre im Voraus, wo sie sich erweitern können.“ Perspektivisch könne das Gebiet zudem für eine Umsiedlung der Meierei von Bedeutung sein, sagte Schmidt und fügte an, es habe bereits „erste Gespräche in diese Richtung“ gegeben.

Die FWB stehe ebenfalls hinter dem Standort, sagte Peter Gottschalk. „Wir unterstützen das natürlich, weil es zukunftsfähig ist.“ Das Argument der Landesplanung, wonach Kommunen Gewerbe „siedlungsnah“ ansiedeln sollen, treffe auf das Areal nicht zu, meinte er: „Das Gebiet liegt zwar nicht am Barmstedter Ortsrand, aber am Lutzhorner.“

Als klare Gegnerin des Vorhabens äußerte sich Annette Bremer-Wilms (SPD). „Meiner Meinung nach sollte ein Gewerbegebiet ortsnah bleiben, um die Landschaft nicht zu zersiedeln“, sagte sie. Darüber hinaus gebe es an dem geplanten Standort keinen Bahnanschluss. „Ich lehne das daher – anders als meine Fraktion – ab.“ Auch die Grünen seien gespalten, wie Marina Quoirin-Nebel erklärte. „Ich kann die Argumente des Ministeriums aber nachvollziehen“, sagte sie. Wie berichtet, hat sich das Land gegen den Standort ausgesprochen, weil er zu dezentral sei. Beim Regionalen Entwicklungskonzept für Gewerbegebieten entlang der A23 war die Fläche „durchgefallen“, weil sie mehr als fünf Kilometer von der nächsten Autobahnanschlussstelle entfernt liegt.

Ihn habe der Widerstand des Landes und des Kreises zur Ablehnung bewogen, sagte Axel Schmidt (FWB). „Es gab zu viel ,müsste, sollte, könnte’ und zu viele negative Stellungnahmen. Wir sollten deshalb erstmal abwarten und gucken, was noch passiert.“ Dem schloss sich Helmut Welk (BALL) an. „Ich sehe auch keine Möglichkeit, dass sich da etwas weiterentwickelt.“

Cornelia Dresler (FWB) – die sich bei der Abstimmung enthielt – verwies darauf, dass es sich bei dem Standort um ein Schutzgebiet für Grund- und Quellwasser handle. „Das ist nicht unbedingt für Gewerbe geeignet.“ Ein Teil des vorgestellten Gebietes liege tatsächlich in einem Grundwasserschutzgebiet, bestätigte Verwaltungssprecher Wolfgang Heins. „Mit entsprechenden Auflagen wäre eine Bebauung aber trotzdem möglich.“

 

Sollten die Stadtvertreter der Ausweisung zustimmen, sei das erst der erste Schritt, erklärte Ortwin Schmidt gestern. „Wir würden den Aufstellungsbeschluss fassen. Und im folgenden Verfahren könnten sich dann die Träger öffentlicher Belange äußern.“ Zudem sei eine Öffentlichkeitsveranstaltung geplant. Immer vorausgesetzt, dass das Land den Barmstedter Plänen überhaupt zustimmen würde.

Gegen ein Gewerbegebiet an der K18 votierten jeweils ein Vertreter der FWB, SPD, BALL und Grünen. Zwei Vertreter der CDU sowie je ein Vertreter von SPD und FWB stimmten dafür. Bei Stimmengleichhalt gilt ein Antrag als abgelehnt.
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