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Barmstedter Zeitung

21. August 2017 | 22:19 Uhr

Barmstedt : Mit Helene Fischer im Melkstall

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Mit Musik bei der Arbeit: Vier Generationen der Familie Hintz bewirtschaften einen Milchviehbetrieb in Barmstedt

Im Kreis Pinneberg gibt es rund 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im neunten Serienteil berichten Frank und Melanie Hintz aus Barmstedt, warum im Melkstall manchmal Helene Fischer läuft – und einer ihrer Mitarbeiter niemals krank werden kann.

Der Tag beginnt für Frank Hintz im „Wellness-Bereich“ seines Hofs. So nennt er den Teil des Betriebs, in dem die Kühe ihre Kälber bekommen. Dort schaut der 37-Jährige aus Barmstedt jeden Morgen gegen 5 Uhr vorbei. Anschließend geht es für ihn oder seine Frau zum Melken. 355 Tage im Jahr läuft das so, zehn Tage Urlaub nimmt sich das Ehepaar.

Der Hof mit den 200 Kühen ist ein reiner Familienbetrieb. „Mein Eltern sind noch voll mit aktiv“, berichtet Hintz. Zudem helfen vier Jungs aus der Nachbarschaft regelmäßig aus. „Sie fahren unter anderem Schlepper und packen kräftig mit an“, berichtet Hintz. Zudem gebe es noch eine 400-Euro-Kraft. Doch das Herzstück des Hofs ist die Familie. Vier Generationen leben unter einem Dach, die jüngsten Familienmitglieder sind Lasse (7) und Levke (5). Ur-Oma Marga ist 87 Jahre alt. „Alle helfen mit“, sagt Hintz. „Ohne würde es auch nicht gehen“, sagt er vor allem über seine Eltern Werner (63) und Elke Hintz. „Wir ziehen alle an einem Strang, das macht einen Familienbetrieb aus.“

Seit dem Jahr 1898 ist der Hof durchgängig in Familienbesitz. Der Hof sei schon immer ein Milchviehbetrieb gewesen, so Hintz. 150 Hektar Land stehen ihm zur Verfügung. Auf 120 Hektar baut er Futtermittel wie Mais und Gras für seine Kühe an, auf 30 Hektar Roggen, um eine Fruchtfolge zu haben. „Es dreht sich aber alles um die Kühe“, sagt Hintz. Vor fünf Jahren standen nur 100 Tiere im Stall, seitdem sind es jedes Jahr etwa 20 mehr geworden. „Wir müssen davon leben können“, so Hintz. „Ich bin als Unternehmer dafür verantwortlich, dass das läuft.“

Dazu greift Hintz auch auf einen ganz besonderen Mitarbeiter zurück: Robby, einen kleinen Putzroboter. Das Gefährt fährt selbstständig regelmäßig Spalten im Stall ab und reinigt diese. „Er ist mein bester Mitarbeiter“, sagt Hintz und lacht. „Er wird niemals krank.“ Die Familie habe viel technisiert, „weil wir wenig Arbeitskräfte haben.“

Im Melkstall gibt es eine Besonderheit: Dort hat die Familie vier Lautsprecher-Boxen aufgehängt. Während Hintz gern Radio beim Melken hört öder auch mal eine Scooter-CD einlegt, bevorzuge die Aushilfskraft eher Helene Fischer oder Andrea Berg. „Wir haben alles da“, so Hintz.

Kennengelernt haben sich Melanie und Frank Hintz über ihre Eltern. „Erst habe ich meine Schwiegereltern getroffen, dann meinen Mann“, erzählt die 36-Jährige. Sie stamme von einem kleinen Hof in Nordrhein-Westfalen. Daher sei der Umzug auf den Betrieb nach Barmstedt keine Umstellung für sie gewesen.

Für die Zukunft habe das Ehepaar ein großes Interesse daran, dass der Hof weiter bewirtschaftet werde. Daher werde auch jedes Jahr in den Hof investiert. „Wir können uns nicht 20 Jahre ausruhen“, sagt Hintz. Sein Sohn Lasse sei ein Bauer durch und durch. „Levke würde hingegen am liebsten einen Reiterhof draus machen“, sagt Melanie Hintz und schmunzelt.

 

 

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erstellt am 11.Jan.2014 | 16:53 Uhr

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