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Barmstedterin spendet : Mit gespendeten Stammzellen Leben retten

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Barmstedterin Carolin Feddern hat Stammzellen gespendet. Die Entnahme dauerte acht Stunden. Die Positive Erfahrung überwiegt.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Dass es anstrengend werden würde, wusste sie – aber dass es so anstrengend werden würde, hätte sie nicht gedacht: Fast acht Stunden dauerte die Stammzellenspende, der sich Carolin Feddern vor kurzem unterzogen hat. Dennoch sagt die junge Barmstedterin: „Ich würde es nochmal machen.“ Wie berichtet, war Feddern von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) angeschrieben worden, weil ein geeigneter Empfänger für ihr Knochenmark gefunden worden war. Nach mehreren Voruntersuchungen war sie in die Berliner Charité gefahren, um sich dort Stammzellen entnehmen zu lassen.

„Eigentlich hätte das an einem Tag erledigt sein sollen“, berichtet Feddern. Da ihr Körper aber trotz vorheriger Hormonspritzen zu wenig Stammzellen gebildet hatte, musste sie die stundenlange Prozedur zwei Mal über sich ergehen lassen. „Ich lag da nur rum und konnte nichts machen außer fernsehen, die Leute auf dem Flur beobachten und mit meinem Freund reden“, erzählt sie. Währenddessen wurde ihr über Kanülen in beiden Armen Blut entnommen – um Stammzellen zu gewinnen – und wieder zugeführt. „Ich konnte die Arme kaum bewegen, und Appetit hatte ich auch nicht“, sagt Feddern. Ein paar Kekse, mehr ging nicht. Zum Trinken musste ihr Freund ihr den Becher an den Mund halten, „das hätte ich selbst nicht hingekriegt. Aber die ganze Zeit wurde mir eine Kochsalzlösung injiziert, über die ich mit Nährstoffen versorgt wurde.“

Die erste Entnahme habe viereinhalb, die zweite drei Stunden gedauert, berichtet Feddern. „Das ging total auf den Kreislauf. Der ist zwischendurch immer wieder total abgesackt, und mir wurde abwechselnd warm und kalt. Nachdem ich aufstehen durfte, bin ich über den Flur gelaufen, als hätte ich 2,5 Promille“. Im Hotel habe sie erstmal lange geschlafen, „und außerdem taten mir die Arme ziemlich weh“. Aber das sei auszuhalten gewesen, „und die positive Erfahrung hat eh alles überwogen“.

Vor der Spende erfuhr Feddern von der DKMS auch, wer ihre Stammzellen empfängt: eine 67-jährige Frau aus Deutschland. Woran sie erkrankt ist, darf sie nicht wissen, „aber in zwei bis drei Monaten erfahre ich, wie es ihr geht.“ Anonymer Briefkontakt über die DKMS sei ebenfalls möglich. „Aber ich warte, ob sie sich meldet.“

Ihre Freunde und Familie hätten überwiegend positiv auf ihre Spende reagiert, sagt Feddern. „Die meisten haben gesagt, dass sie stolz auf mich sind. Und zwei überlegen, ob sie sich auch registrieren lassen.“ Vereinzelt sei sie gefragt worden, „was ich mache, wenn was schiefgeht. Aber was hätte denn schiefgehen sollen?“ Im Verhältnis zu den Erkrankten gäbe es viel zu wenig Spender, meint Feddern. „Ich würde es deshalb gut finden, wenn sich jeder registrieren lässt.“

Dei der DKMS sind weltweit etwa 4,5 Millionen Spender registriert. Typisieren lassen können sich 18- bis 55-Jährige. Die Wahrscheinlichkeit, als Empfänger einen passenden Spender außerhalb der eigenen Familie zu finden, beträgt 1:20000 bis zu mehreren Millionen. Die Spende selbst und alle dafür anfallenden Kosten wie Hotel, Anfahrt und Verdienstausfall trägt die DKMS. www.dkms.debz
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