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Aktion in Barmstedt : Mit Fähnchen gegen Hundehaufen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Eine Barmstedterin ärgert sich über Hinterlassenschaften auf einem Wanderweg – und greift zum ungewöhnlichen Gegenmittel.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Ihren Lieblingsweg mag Marianne Lüders (Name geändert) schon gar nicht mehr benutzen. „Da liegt alles voll – 40 Haufen auf 50 Metern.“ Drei Mal pro Tag laufe sie mit ihrem eigenen Hund auf dem Fußweg hinter dem Dichterviertel, der vom Heederbrook zur Hamburger Straße führt, sagt die Barmstedterin. „Und jedes Mal komme ich mit Sch... unterm Schuh nach Hause.“ Auch die Zugänge von den Wohnstraßen zum Wanderweg lägen voller „Tretminen, und rund um die Papierkörbe ist auch vermintes Gebiet“.

Ein Nachbar von Lüders ist ebenfalls verärgert. Der Weg hinter den Häusern sei von Stadtplaner Wolfgang Maysack-Sommerfeld einst als Wanderweg konzipiert worden, sagt er. „Und jetzt kann man da kaum noch langgehen, ohne irgendwo reinzutreten. Das ist schon eine Schweinerei.“ Zumal auch viele Schüler und Kita-Kinder den Weg nutzten, wie Lüders berichtet.

Da ihre Gespräche mit uneinsichtigen Hundehaltern nicht geholfen hätten, sei ihr vor kurzem eine andere Idee gekommen, wie dem Problem beizukommen sei, berichtet Lüders: Dem Beispiel in anderen Städten folgend (siehe Info-Kasten), besorgte sie sich kleine Cocktail-Fähnchen und versah die Hinterlassenschaften damit. „Vielleicht bringt das die Leute ja zum Nachdenken.“

Sie ärgere sich auch, weil sich viele Hundehalter bemühten, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen, so Lüders. „Und wenn es dann manche nicht machen, fällt das gleich auf alle zurück.“ Zudem verstehe sie nicht, weshalb es in Barmstedt keine Tütenspender gebe. „Alternativ könnte die Stadt doch auch Beutel in Supermärkten hinterlegen wie in Hamburg, wo es die in vielen Geschäften kostenlos gibt.“ Sie selbst besorge sich ihre Tüten dort.

Stadtsprecher Wolfgang Heins erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, die Politik habe sich vor einigen Jahren gegen das Aufstellen von Tütenspendern ausgesprochen, weil der Aufwand zu hoch sei. Allerdings gebe es an fünf Stellen im Stadtgebiet Mülleimer, in denen die gefüllten Kotbeutel entsorgt werden können: am Eingang zum Seepark an der Moltkestraße, an der Großendorfer Straße/Aulohweg, am Neuen Weg, an der Günter-Kuhlke-Straße und an der Straße Rantzau.

Grundsätzlich sei jeder Hundebesitzer verpflichtet, die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners zu beseitigen, sagte Heins. „Rechtlich gelten die Haufen als Abfall.“ Wer sich nicht an die Vorgabe halte, dem drohe wegen der Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld. „Allerdings setzt das voraus, dass der Fall angezeigt wird und nachgewiesen werden kann“, so Heins. Und auch dann habe die Stadt noch einen Ermessensspielraum. „Es muss nicht sofort ein Bußgeld sein, es kann beim ersten Mal bei einer Abmahnung bleiben.“ „Kontrolltrupps“ schicke die Verwaltung jedenfalls nicht los – obwohl auch deren Mitarbeiter mitunter von den „Tretminen“ betroffen seien. „Für unsere Gärtner zum Beispiel ist das oft nicht schön.“

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