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Brande-Hörnerkirchen : Mit dem Roboter im Kuhstall

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Auf dem Hof der Familie Welling melkt ein Automat die 70 Milchkühe. Die Tiere können rund um die Uhr zum Melken gehen.

Osterhorn | Im Kreis Pinneberg gibt es rund 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im zwölften Serienteil erzählen Andreas und Heike Welling (beide 51), warum ihre Kühe rund um die Uhr zum Melken gehen können – und warum Andreas Welling sein Handy auf dem Betrieb immer dabei hat.

Wenn Andreas Welling seinen Stall betritt, dann macht er das nur noch selten zum Melken. Seit November 2012 steht ein Roboter auf dem Gelände seines Hofs, der die 70 Kühe rund um die Uhr melken kann. „Die Tiere entscheiden selbst, wann sie zum Melken gehen“, erläutert Welling das Prinzip. Kraftfutter locke die Tiere an, alles weitere laufe automatisch. Der Melkroboter ist auch notwendig: „Alles auf dem Hof ist darauf ausgerichtet, dass ich es alleine machen kann“, sagt Welling. Mit Tobias Feeken (25), Freund von Tochter Ines (24), hat er allerdings eine Hilfe an seiner Seite.

Vier Generationen leben gemeinsam auf dem Hof am Brückendamm in Brande-Hörnerkirchen. Insgesamt sind es neun Familienmitglieder, darunter Helga (74) und Erich Welling (78), die Eltern von Andreas. Von den vier Töchtern wohnen bis auf Ines ebenfalls alle auf dem Hof. „Wenn viel zu tun ist, kommen alle und helfen mit. Man unterstützt sich gegenseitig“, sagt Heike Welling.

Morgens, mittags und nachmittags schaut Andreas Welling an der Maschine nach, welche Kuh noch nicht zum Melken vorbei geschaut hat. Zum Großteil übernimmt er Überwachungsaufgaben: „Feste Zeiten, die man vorher hatte, gibt es nicht mehr. Ich kann meine Aufgaben jetzt nach Priorität abarbeiten“, berichtet er. Der Nachteil: „Ich habe mein Handy immer dabei. Falls es ein Problem gibt, kann mich der Roboter 24 Stunden am Tag anrufen.“

Mit ihren Geräuschen sei die Maschine für die Tiere anfangs ungewohnt gewesen, so Welling weiter. „Die Kühe haben sich dann aber schnell daran gewöhnt.“ Nach mehr als einem Jahr mit dem Melkroboter ist die Familie zufrieden: „Für uns ist das der richtige Weg“, sagt Heike Welling.

In alten Unterlagen wird der Hof erstmals am 16. September 1622 erwähnt. In den Besitz der Familie Welling ging der Betrieb am 1. August 1883 über. Sein Ur-Ur-Großvater habe den Betrieb damals gekauft und sei mit seiner Frau und den vier Kindern nach Brande-Hörnerkirchen gezogen, sagt Andreas Welling. Verändert habe sich das Areal seither nur wenig.

63 Hektar Land umfasst der Betrieb; auf der Fläche werden unter anderem Getreide, Silomais und Ackergras angebaut, der Rest ist Dauergrünland (siehe Info-Kasten). „Anfangs gab es auf dem Hof Kühe, Bullen, Sauen und Hühner“, erzählt Welling. „Im Laufe der Jahre ist es auf das Milchvieh reduziert worden.“ 1983 heirateten Andreas und Heike Welling, am 1. Juli 1994 übernahm Welling den Hof von seinem Vater und modernisierte den Betrieb immer weiter.

Außer den Kühen steht derzeit auch eine Schafherde auf dem Land der Wellings. Ein Schäfer aus Kiel lässt die Tiere dort grasen. „Das ist gut für uns und gut für die Schafe“, so Welling. Aufgrund des milden Herbsts sei das Gras viel zu hoch gewesen, jetzt habe es wieder die richtige Höhe.

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erstellt am 15.Feb.2014 | 16:29 Uhr

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