Prominenter Bürger : „Mister Hitparade“ lebte in Bilsen

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Dieter Thomas Heck wohnte in der Gemeinde

shz.de von
29. August 2018, 16:00 Uhr

Für viele war die Nachricht ein wahrer Schock: Es ist gerade einmal knapp eine Woche her, dass der deutsche Moderator, Schlagersänger, Schauspieler, Showmaster, Produzent und Entertainer Dieter Thomas Heck im Alter von 80 Jahren in Berlin verstarb.

Der gebürtige Flensburger feierte seine ersten Erfolge im Jahr 1961, als Moderator der deutschen Schlagerparade. Was bis heute kaum einer weiß: Heck lebte in dieser Zeit für eine kurze Dauer in der beschaulichen Gemeinde Bilsen. „Mister ZDF Hitparade“ wohnte dort in den Jahren 1960/61.

Bilsens Bürgermeister Peter Lehnert (CDU) hat nun aus dem von Alexander Harms angelegten Archiv ein Schreiben von Heck gefunden. In dem Brief antwortete der Moderator Marianne Bornholdt aus Bilsen, die bei ihm am 28. August 1990 schriftlich anfragte, wann er in Bilsen gewohnt hatte. Sie vermutete, dass es kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen sei.

Aus dem Antwortschreiben vom 19. Dezember 1990 geht hervor, dass Heck jedoch 1960 in Bilsen in einem Bauernhof im Mühlenweg gewohnt hatte. Er schrieb, dass ihm ihr Brief vom ZDF zugesandt worden sei. Und dass er in dem Bauernhof links hinter einer Kneipe gewohnt habe. Und zwar im ersten Stock über der damaligen großen Schweinemästerei. Dort ist heute eine Autowerkstatt.

Der mit der Maschine geschriebene Brief ist mit Hecks persönlicher Unterschrift versehen. Abgeschickt wurde er von seinem Sekretariat von Schloss Aubach in Lauf in Baden. Heck hieß eigentlich Carl-Dieter Heckscher und hatte in Hansestadt Hamburg als Autoverkäufer angefangen. Er arbeitete dann beim NDR und fuhr mit dem Fahrrad von Bilsen dorthin. Marianne Bornholdt hatte sich mit der Geschichte des Dorfes Bilsen befasst und viele Leute angeschrieben, die einmal dort gewohnt oder gearbeitet hatten, eben auch den ehemaligen Bilsener Heck. Ihre gesamten Unterlagen vermachte Bornholdt dem Dorfarchiv. „Wir haben kurzzeitig einen sehr prominenten Bürger in Bilsen beherbergt“, sagte Lehnert.

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