Barmstedter Urgestein : „Mir gefällt das Kreative“

Uwe Bressem (56) neben dem Engel aus Islandmoos und Tannenzweigen, den er vor dem Eingang der Friedhofsverwaltung gestaltet hat.
Uwe Bressem (56) neben dem Engel aus Islandmoos und Tannenzweigen, den er vor dem Eingang der Friedhofsverwaltung gestaltet hat.

Uwe Bressem arbeitet seit 30 Jahren als Gärtner auf dem Barmstedter Friedhof. Zuhause reicht ihm ein kleiner Garten,

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21. November 2013, 12:00 Uhr

Ob Fenster- oder Weihnachtsschmuck: Die Deko von Haus und Garten ist bei Bressems Männersache. „Das mache alles ich“, sagt Uwe Bressem. Kein Wunder: Der Elmshorner ist gelernter Gärtner – und auf dem Barmstedter Friedhof seit 30 Jahren für die Grabgestecke zuständig. „Er ist ein sehr guter Mitarbeiter, der im Bereich des Winterschmucks sehr kreativ ist und viele neue Ideen reinbringt“, lobt ihn Friedhofsverwalter Uwe Schinkel.

Bressem lebt in Elmshorn, ist aber auch etlichen Barmstedtern bekannt. „Viele kommen immer wieder auf den Friedhof, und oft wollen sie dann auch mit jemandem reden“, sagt er. Das mache er gern, und es gehöre zu seiner Arbeit – die im Sommer um 7 Uhr, im Winter um 7.30 Uhr beginnt. „Manchmal bin ich im Sommer aber auch schon um 5.45 Uhr hier – dann kann ich eher Feierabend machen, wenn es heiß ist“, sagt der Frühaufsteher. Oder Überstunden sammeln, die er im Winter abbauen kann, wenn draußen weniger zu tun ist. „Dann schieben wir Schnee, schneiden Bäume und Gehölze oder arbeiten in der Werkstatt“, so Bressem.

Mit zwei Kollegen kümmert sich Bressem auf dem acht Hektar großen Friedhof um etwa 230 Bäume und 500 Gräber. Am liebsten fertigt er  Grabschmuck und Gestecke. „Das ist so schön kreativ.“ Viele wünschten sich für ein Grab eine Engelsfigur, aber auch Kreuz, Herz, Anker – die Symbole für Glaube, Liebe, Hoffnung – sowie das griechische A und O (Alpha und Omega, für: Anfang und Ende) sind beliebt. Die Beete auf dem Friedhof gestaltet Bressem ebenfalls. Gerade hat er auf dem Hauptbeet ein fast zwei Meter hohes Gesteck aus mehreren Tannenarten gefertigt. „Im Sommer blühen hier Blumen“, sagt er lächelnd.

Auf die Stelle in Barmstedt hatte Bressem sich beworben, nachdem sein voriger Arbeitgeber – die Elmshorner Gärtnerei Timm & Co – Konkurs angemeldet hatte. „Ich habe hier unter Paul Habeck angefangen“, erinnert er sich. Zuhause gärtnert er auch – in Maßen. „Unser Garten ist klein, aber er reicht mir“, sagt Bressem, der in seiner Freizeit außerdem Ahnenforschung betreibt und antike Uhren sammelt. Wenn er sich nicht gerade um seine zwei Töchter und die drei Enkelkinder kümmert, die „alle nicht weit weg“ wohnen.

Als Dank für seine 30-jährige Treue spendierte ihm der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf 20 Tage extra Urlaub. Den seine Frau und er am liebsten in Kroatien verbringen.

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