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Bücherei Barmstedt : „Unsere Räume sind zu klein“

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Büchereigebäude ist nur ein Drittel so groß wie empfohlen, sagt Leiterin Sabine Jülich. Ab Mai soll auch virtuelle Ausleihe möglich sein.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Die Bücherei als Ort, an dem sich Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten: So stellt sich Sabine Jülich auch die – von ihr geleitete – Barmstedter Bücherei vor. Doch um diesen Traum voll zu verwirklichen, sei das Gebäude am Holstenring zu klein, bedauert sie. „Uns stehen etwa 220 Quadratmeter für die Besucher zur Verfügung. Für eine Stadt unserer Größe werden jedoch 600 Quadratmeter empfohlen.“ Fast drei Mal so viel.

Eine Erweiterung – auf die schon Jülichs Vorgängerin Dörte Keller jahrelang gedrängt hatte – ist jedoch nicht in Sicht. „Wir träumen seit Jahren von dieser Größe“, sagte Michael Schönfelder (FWB) im Kulturausschuss. Als Raum böte sich das Lager hinter dem Sky-Markt an, was auch Jülich begrüßen würde, weil es im Zentrum liegt. „Am Holstenring sind wir doch etwas abgelegen.“ Allein, für einen Umzug „fehlt das Geld“, so Schönfelder. „Aber die Vision bleibt, und vielleicht gibt es ja mal Fördermittel.“ Sie wolle jedenfalls „auch an dem Thema dranbleiben“, sagte Jülich.

2013 sei für die Bücherei ein sehr bewegtes Jahr gewesen, bilanzierte Jülich. Wegen der umfangreichen Renovierung hatte sie im Frühjahr fünf Wochen lang schließen müssen. „Am Tag der Neueröffnung mussten wir dann einen riesigen Besucherandrang bewältigen“, so Jülich. Die Kehrseite der Medaille: Die Ausleihzahlen gingen drastisch zurück. Lagen sie 2012 noch bei 135.000 Medien, waren es 2013 knapp 121.800. „Rechnet man die Schließung heraus, sind sie aber in etwa stabil“, erklärte Jülich. In Bezug auf die Mediennutzung sei festzustellen, dass immer mehr DVDs ausgeliehen werden, während Bücher weniger gefragt seien.

Um den Nachwuchs wieder fürs Lesen zu begeistern, beteilige sich die Bücherei seit November 2013 an der Aktion „Lesestart“, die vom Bundesbildungsministerium finanziert wird, sagte Jülich. Dabei erhalten alle dreijährigen Kinder und ihre Eltern kostenlose Lesestart-Sets. Außerdem sollen die Bücherein Aktionen rund ums Lesen anbieten. „Das ist bei uns aber schwierig, weil auch dafür der Platz fehlt“,  so Jülich. Für die Kinder- und Jugendbuchwochen, bei denen Autoren vor Schulklassen lesen, würden manchmal 60 Stühle benötigt. „Das geht gerade so, aber mehr ist nicht drin.“

Im Mai soll in der Bücherei die „Onleihe“ eingeführt werden: Dann können Nutzer digitale Medien (E-Books, E-Paper, E-Audios)  über das Internet ausleihen. „Dazu wollen wir E-Reader anschaffen, die die Kunden ausprobieren können“, so Jülich. Die Kosten des „Onleihe“-Betriebs belaufen sich auf etwa vier Prozent des Gesamtetats, der zurzeit  rund 200.000 Euro beträgt. Für die Nutzer soll die virtuelle Ausleihe in den bisherigen Gebühren enthalten sein.

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