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Bokholt-Hanredder : Beladen bis zum Maximum

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Freiwillige Feuerwehr erneuert ihren Antrag auf ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug. Die Politik will das Thema „anpacken“.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 18:52 Uhr

Barmstedt | Langsam steigt Jörn Witt in den Tragkraftspritzen-Gerätewagen und rutscht in geduckter Haltung über die schmale Rückbank ins Innere des Fahrzeugs. Kopfstützen gibt es nicht, und auch seine Beine muss der Bokholter Wehrführer stark einziehen. Sein Blick fällt auf Schläuche, einen Zwölf-Kilo–Löscher und Druckluft-Flaschen, die im Heck des Fahrzeugs verstaut sind. „Es ist alles gesichert“, sagt der Wehrführer und hebt eine der Flaschen aus ihrer Halterung. „Aber bei einem Unfall fliegt alles herum.“ Ein weiteres Problem: „Im Einsatz muss alles schnell sehr gehen.“ Aufgrund der Enge könne man sich  beim Herausnehmen der Ausrüstung  schnell verletzen. Ein neues Fahrzeug soll her. Doch das ist teuer.

Während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Bokholt-Hanredder hatten zwölf Feuerwehrleute die Politiker aufgefordert, sich mit der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs auseinanderzusetzen. Der Tragkraftspritzen-Gerätewagen aus dem Jahr 1985, der vor allem bei technischen Hilfeleistungen gefragt ist, sei zwar ein genormtes Fahrzeug, so Witt. „Doch es entspricht nicht mehr heutigen Standards.“

Die Kommunalpolitiker zeigten sich während der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses offen für die Forderung. Sie stimmten dafür, dass Bürgermeister Wolfgang Mohr (CDU) sowie seine Stellvertreterin Katrin Weihrauch-Lenz (FWG) Gespräche mit der Berater-Firma Kubus aufnehmen, die sich mit der Ausschreibung derartiger Aufträge auskennt. „Die Finanzierung ist der größte Knackpunkt“, so Mohr während der Sitzung. Ohne möglichen Zuschuss wolle man keine Entscheidung treffen. Aber: „Wir sitzen das nicht aus“, versprach Mohr. Und auch Weihrauch-Lenz betonte: „Es ist klar, dass wir das Thema anpacken müssen.“

Im Fahrzeug sind die Utensilien verstaut, die die Feuerwehr heutzutage bei ihren Einsätzen benötigt. Dazu gehört unter anderem ein Stromaggregat sowie Schere und Spreizer. „Es ist alles sehr eng, aber die Ausrüstung ist nach heutigen Maßstäben für Hilfeleistungen unabdingbar“, so Witt. Da das Fahrzeug aber so schwer beladen sei, fahren maximal noch drei Kameraden statt sechs im Einsatz mit dem Wagen. „Fahranfänger lassen wir gar nicht erst ans Lenkrad“, sagt der Wehrführer.

Das Equipment ließe sich auf ein neues Fahrzeug übertragen, so Witt weiter. Die Feuerwehr favorisiert ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug, um ihre gesamte Ausrüstung darin verstauen zu können. „Bei neuen Fahrzeugen sind Gerät und Personal voneinander getrennt“, erläutert der Wehrführer. Das sei sicherer. Er rechne mit Kosten von 240.000 Euro.

Wann eine endgültige Entscheidung fällt, ist laut Mohr offen. Für einen Erwerb im Jahr 2014 hätten Förderanträge bis Ende 2013 gestellt werden müssen, teilte der Bürgermeister mit. Auch die vorherige Gemeindevertretung habe sich bereits mit der Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs beschäftigt, so der Bürgermeister. „Bereits im November 2009 hatte die Feuerwehr eine sogenannte „Ersatzbeschaffung“ beantragt, sagt Witt. „Zwei Fahrzeugtypen waren damals in die engere Wahl gekommen“, berichtete Mohr. Bei diesen beiden Fahrzeugen würde man auch jetzt wieder landen. „Wir setzen da auf alte Gespräche auf.“

Mit einer Entscheidung in diesem Jahr sei die Feuerwehr zufrieden, sagt Witt. Kleinere Umbauten für ein neues Fahrzeug seien an der Fahrzeughalle notwendig, dabei würde es sich  lediglich um die Arbeit an zwei Leimbindern handeln. Den Umbau würde die Feuerwehr übernehmen; auf die Gemeinde kämen die Planungs- und Materialkosten zu.

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