Barmstedt : Mehrheit stimmt für Amtsdirektor

Bei einer Gegenstimme: Finanzausschuss des Amts Rantzau empfiehlt Einführung einer hauptamtlichen Leitung zum 1. Januar 2016.

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08. Juli 2015, 16:30 Uhr

Barmstedt | Das Amt Rantzau soll zum 1. Januar 2016 einen Amtsdirektor bekommen. Entsprechende Pläne haben die Mitglieder des Finanz- und Personalausschusses des Amts am Montagabend vorangetrieben. Von den sieben Ausschussmitgliedern stimmten sechs für die Einführung einer hauptamtlichen Leitung, Ellerhoops Bürgermeisterin Wiebke Uhl (CDU) votierte dagegen. Sie verwies unter anderem auf die finanziellen Bedenken in ihrer Gemeinde. Laut Verwaltung ist die Einführung des Amtsdirektors mit Mehrkosten von etwa 6300 Euro im Jahr verbunden. Durch die Veränderung an der Spitze des Amts soll die Verwaltung aber auch mehr Gewicht nach außen bekommen. Der Amtsausschuss muss dem Vorhaben am kommenden Montag, 13. Juli, noch zustimmen.

„Ich werde heute Abend mit Nein stimmen“, kündigte Uhl während der Aussprache zum Tagesordnungspunkt an. „Ich bin der Meinung, wir sind gut aufgestellt. Wir sind ein kleines Amt und können uns Zeit lassen.“ Außerdem habe sie finanzielle Bedenken. Reinhold Mattai (SPD), Gemeindevertreter aus Hemdingen, und Heedes Bürgermeister Reimer Offermann (FWG) sprachen sich anschließend dafür aus, das Thema zügig zur Abstimmung zu bringen. „Wir haben eigentlich alles gesagt. Wir wissen, wie Ellerhoop entscheidet, und das ist ihr gutes Recht“, so Mattai. Das Thema solle nicht tot diskutiert werden. Offermann verwies darauf, dass es keine neuen Sachargumente geben werde.

Bereits Ende März hatte der Amtsausschuss des Amts Rantzau über die Einführung einer hauptamtlichen Leitung abstimmen wollen. Nach Bedenken aus Ellerhoop war der Punkt aber vertagt worden. Uhl hatte damals betont, das Thema zuerst während der Gemeindevertretung im Juni besprechen zu wollen.

Deutschlandweite Ausschreibung

Amtsdirektor des Amts Rantzau soll nach Wunsch der Ausschussmitglieder der jetzige Leitende Verwaltungsbeamte Heinz Brandt werden. Dafür sprachen sich alle Politiker einstimmig aus. „Heinz Brandt hat seine Arbeit sehr gut gemacht“, sagte der Ausschussvorsitzende Hans-Detlef Fuhlendorf (BWG). Dem schlossen sich auch die anderen Politiker an. „Ich schlage vor, Heinz Brandt als Amtsdirektor wählen zu lassen“, so Offermann.

Auf eine deutschlandweite Ausschreibung der Stelle kann dabei verzichtet werden, wenn der jeweilige Antrag an die Kommunalaufsicht – wie in diesem Fall – von einem breiten politischen Konsens getragen wird. „Die Kontinuität ist da“, so Wolfgang Mohr (CDU), Bürgermeister von Bokholt-Hanredder, über den Leitenden Verwaltungsbeamten. „Eine Ausschreibung müsste deutschlandweit sein. Aber er kennt das Umfeld und die Gemeinden. Wir würden uns schlechter stellen, wenn wir ausschreiben.“

Nach den Empfehlungen des Finanzausschusses wird der Amtsausschuss am 13. Juli abschließend über die Einführung des Amtsdirektors abstimmen. Die Sitzung im Sitzungssaal des Amts Rantzau, Chemnitzstraße 30 in Barmstedt, beginnt um 19.30 Uhr.

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