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Vogelpopulation : Mehrere Arten sind laut Nabu Barmstedt in der Region kaum noch vertreten

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Eine der besseren nachrichten - der Storchenbestand hat sich erholt.

shz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Mehr naturnahe Lebensräume für die heimische Tierwelt schaffen – dafür hat sich der Nabu Barmstedt erneut im Zuge eines Berichts über die heimische Vogelpopulation ausgesprochen. Hans-Jürgen Raddatz vom Nabu Barmstedt hatte vor Kurzem über deren Bruterfolge und Storchenaufzucht im Kreis Pinneberg berichtet. Sein Fazit: „Der Wiesenvogel ist so gut wie verschwunden.“ Brachvögel sind keine Stammgäste mehr. Auch das Braunkehlchen sei weg. Zudem gebe es wenige Kiebitze. Die Bruterfolge der Meisen seien gering.

Raddatz ging auch auf die veränderten Umweltbedingungen für die Vögel ein: „Es herrscht Nahrungsmangel durch die veränderten Temperaturen. Wegen des Klimawandels finden die Singvögel keine Raupen und Larven mehr, wenn sie sie zur Aufzucht brauchen“, sagte er. Die erste Brut ende daher häufig in einer Katastrophe. Insekten auf Bäumen und Büschen seien verschwunden. Gräben an Landstraßen würden im Mai und Juni gemäht, und durch das sofortige Schreddern und Mulchen würden alle dort lebenden Insekten vernichtet. „Wir müssen umdenken und mehr naturnahe Lebensräume für unsere Tierwelt schaffen möglichst auch in den Privatgärten“, betonte Raddatz.

Stattdessen habe er Einwanderer wie das Schwarzkehlchen registriert, so Raddatz. 14 Paare habe er gesehen, die Dunkelziffer liege aber höher. Auch die Anzahl der Neuntöter steige. „Er könnte als Nabu-Vogel bezeichnet werden, weil er in unseren Betreuungsgebieten häufig vorkommt“, so Raddatz. Von den Feldlerchen, die freie, zusammenhängende Flächen benötigten, habe er im Bokelsesser Moor 20 Paare gezählt. Diese Flächen bräuchten auch Außenseiter wie der Feldschwirl, auch Heuschreckensänger genannt. Im Birkenwaldbereich brüte der selten anzutreffende Gartenrotschwanz, Vogel des Jahres 2011, in abgebrochenen Birken. Die Goldammer sei flächendeckend vorhanden, ebenso die Dorngrasmücke. Eine Besonderheit sei auch die gelbe Bachstelze oder Schafstelze, die er beobachtet habe.

Bei den Kranichen gibt es laut Raddatz drei Revierpaare im Offensether Moor. „Drei Brutpaare haben zwei Junge ausgebrütet“, sagte er. Leider habe im März ein Motocross dort stattgefunden, weswegen Kraniche ihr Ge-legen verlassen hätten. „Die Bruterfolge sind nicht hoch“, sagte er. Anders sehe es bei den Bussarden im Kreis aus. „Um Barmstedt herum haben neun Habichtspaare gebrütet, sieben davon erfolgreich“, gab Raddatz bekannt. Im Kreis gebe es einzelne Rotmilane und sogar einige brütende Seeadler. Im Voßlocher Wald hätten Waldkäuze erfolgreich gebrütet. Ein anderes Thema sei der Moorfrosch, der sich zu seiner großen Freude angesiedelt habe, nachdem Wasserflächen im Moor geschaffen wurden.

Klaus Fritz vom Nabu Wedel berichtete von den Bruterfolgen der Störche im näheren Umkreis. So hätten zwölf Storchenpaare im Kreisgebiet gebrütet und 20 Jungstörche aufgezogen. „Der Bestand hat sich gut erholt“, sagte er. Verluste habe es bei einem Unwetter mit Regenmassen im Mai gegeben. In Bokel und Heede gebe es jeweils zwei Junge, in Groß Offenseth drei und in Westerhorn ein Junges. Im Storchenhorst am Jittkamp in Barmstedt, der seit vielen Jahren zum ersten Mal besetzt sei, sitze auch Nachwuchs.

Landwirt Reinhard Huckfeldt berichtete auf Anfrage unserer Zeitung, es seien vier Junge ausgebrütet worden. Eines habe auf der Wiese unter dem Nest gelegen, zwei seien verschwunden. Der übrig gebliebene Nachwuchs macht im Nest jetzt die ersten Flugversuche, indem er hochspringt und die schon jetzt imposanten Flügel ausbreitet.

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