Verkehrsstatistik : Mehr Unfälle im Amt Hörnerkirchen

<p>Der schwerste Unfall im vergangenen Jahr ereignete sich im März zwischen Barmstedt und Brande-Hörnerkirchen.  Dabei starb ein 93 Jahre alter Autofahrer.</p>

Der schwerste Unfall im vergangenen Jahr ereignete sich im März zwischen Barmstedt und Brande-Hörnerkirchen.  Dabei starb ein 93 Jahre alter Autofahrer.

Die Polizei registrierte 48 Vorfälle in 2017 – zehn mehr als im Vorjahr. Vor allem die Ordnungswidrigkeiten haben zugenommen.

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05. Juli 2018, 14:30 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Deutlich mehr Verkehrsdelikte als ein Jahr zuvor verzeichnet die Polizeistation Hörnerkirchen für das Jahr 2017. Die Zahl stieg im Norden des Kreises Pinneberg von 38 im Jahr 2016 auf 48 an. Prozentual gesehen ergibt das ein Plus von fast einem Drittel. Wobei Hörnerkirchens Polizeidienst-stellenleiter Marco Kolmschlag die Zahlen gleich ein wenig entschärft: Unter den 48 gezählten Delikten seien 25 Ordnungswidrigkeiten (2016: 18), die lediglich mit einem Verwarngeld geahndet wurden. Bagatellfälle also. Bei den Unfällen mit Personenschaden sank die Zahl sogar von zwölf im Jahr 2016 auf neun.

Der folgenschwerste Unfall ereignete sich am 14. März 2017, als ein Mann auf der Landesstraße 112 in Brande-Hörnerkirchen starb. Zwischen Groß Offenseth-Aspern und Hörnerkirchen überholte der 93-Jährige am Ausgang einer S-Kurve einen 16 Jahre alten Rollerfahrer und kollidierte dabei mit dem Gegenverkehr. Der Rentner erlag am Folgetag seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Insgesamt fünf Schwerverletzte listet der Verkehrsbericht der Polizei für 2017 auf. „Als schwerverletzt gelten alle Menschen, die im Krankenhaus stationär aufgenommen werden mussten“, so Kolmschlag.

Statistisch den deutlichsten Anstieg bei den Unfallzahlen hat die Gemeinde Bokel zu verzeichnen. Hier zählte die Polizei 2016 lediglich vier Vorfälle, ein Jahr später waren es 13. „Da spielt auch Zufall eine große Rolle“, erklärt Kolmschlag. Einen triftigen Grund könne er für die Zahlen nicht liefern. Bemerkenswert: Amtsweit waren 2017 in keinen einzigen statistisch erfassten Unfall Fahrradfahrer verwickelt. Auch Trecker blieben im ländlich geprägten Norden des Kreises unfallfrei. Aufgelistet wurden hingegen im Unfallbericht zwei Fußgänger und ein Linienbus in Bokel.

In das Gros der Unfälle waren Autofahrer verwickelt. 16 insgesamt und damit drei mehr als 2016. Vergleichsweise gering ist hingegen die Zahl der Motorradunfälle. Drei weist die Polizeistatistik aus. Im Landestrend liegt hingegen die Zunahme der Lkw-Unfälle. Wurden 2016 gerade einmal drei gezählt, so stieg die Zahl im Jahr 2017 auf 14 an. Generell blieben die Unfallzahlen amtsweit auf einem niedrigen Niveau, wie Kolmschlag betont. Interessant ist der Blick auf die Auflistung der Verkehrsstraftaten. 13 Mal wurde „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ gezählt, sogar 14 Mal kam es zu Unfallflucht. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich diese Zahlen aber eher als unspektakulär. „Meist wurden Spiegel im Gegenverkehr berührt, oder es kam zu den bekannten Parkplatzremplern“, erklärt Kolmschlag.

Bei den Unfallursachen überwiegt das Missachten der sogenannten Grundregeln. Hierzu gehören Parkplatzunfälle, ein kurzes Abkommen von der Straße, oder das Touchieren der Leitplanken. Drei Mal krachte es beim Überholen, einmal wurde die Vorfahrt genommen. Auch nur einmal war Trunkenheit der Unfallgrund. Wobei Kolmschlag dabei mit einer gewissen Dunkelziffer rechnet, „da wir am Wochenende nicht im Dienst sind“. Die Unfallzahlen bergen also eine Grauzone. Und weil generell im Amt Hörnerkirchen eher wenig Unfälle passieren, hätte „schon ein geringer Anstieg prozentual große Auswirkungen“, so Kolmschlag.

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