Freiwillige Feuerwehr : Mehr Einwohner führen zu mehr Einsätzen in Barmstedt

In der zweiten Jahreshälfte musste die Wehr zahlreiche Containerbrände löschen.
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In der zweiten Jahreshälfte musste die Wehr zahlreiche Containerbrände löschen.

Insgesamt rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr 131 Mal aus – häufig, um technische Hilfe zu leisten.

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24. Januar 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Nicht einmal zwei Stunden war das Jahr 2017 alt, da musste die Freiwillige Feuerwehr Barmstedt bereits zum ersten Mal ausrücken. In der Reichenstraße brannte ein Mülleimer. 130 weitere Einsätze sollten in den kommenden zwölf Monaten folgen, am Ende blieb der Zähler bei 131 Einsätzen für das Jahr 2017 stehen, berichtet der stellvertretende Wehrführer Axel Thieme. Damit ist die Zahl der Einsätze nach 113 Alarmierungen in 2014 zum zweiten Mal in Folge wieder angestiegen: 2015 musste die Wehr 89 Mal ausrücken, in 2016 waren es 94 Einsätze.

Der größte Posten sind laut Thieme nach wie vor die technischen Hilfeleistungen. Gerade bei den Unwettern im Oktober sei die Feuerwehr genauso wie Wehren aus den Dörfern stark gefordert gewesen. „Die Sturmtiefs bedeuteten für uns, Keller leer zu pumpen, umgestürzte Bäume und Äste zu beseitigen und auch Dächer zu sichern, nachdem sich Ziegel gelöst hatten. Das war sehr ausgeprägt.“ Weitere 35 Prozent der Gesamtzahl der Einsätze seien Löscheinsätze, zehn Prozent sonstige Hilfen, so Thieme weiter.

Der Trend dabei sei klar: „Die Einsatzzahlen sind tendenziell die vergangenen Jahre gestiegen“, sagt der stellvertretende Wehrführer. Und das habe seine Gründe: „Barmstedt wächst, die Aufgaben werden mehr und das spiegelt sich in den Einsatzzahlen wider.“ Beispiel für den gestiegenen Aufgabenumfang seien die Elektro-Autos. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte würden sich durch die neue Technik bei Unfällen oder Bränden erweitern. 65 aktive Einsatzkräfte hat die Wehr laut Thieme derzeit. Weitere Kameraden und Kameradinnen seien willkommen. Das gelte auch für die Jugendwehr Barmstedt, die eine gesunde Anzahl an Nachwuchskräften in ihren Reihen habe.

Größere Einsätze seien im vergangenen Jahr unter anderem das Feuer an der Hamburger Straße und der Ammoniak-Alarm in der Barmstedter Meierei gewesen. Bei letzterem hatte Ende April ein Schnellschlussventil einer Ölschleuse nicht richtig geschlossen. Daraufhin war Ammoniak ausgetreten. Die Barmstedter Feuerwehr und weitere Kräfte aus dem Kreis Pinneberg waren zwischen Mitternacht und 6.45 Uhr im Einsatz, Verletzte gab es keine. „Der Einsatz fällt auch unter technische Hilfeleistung“, so Thieme. „Es war ein recht langer und personenintensiver Einsatz.“ 73 Kräfte waren laut Kreisfeuerwehrverband im Einsatz, 30 davon aus Barmstedt.

Im Juli verhinderte die Barmstedter Feuerwehr durch ihren schnellen Einsatz einen Großbrand an der Hamburger Straße.
Ute Springer

Im Juli verhinderte die Barmstedter Feuerwehr durch ihren schnellen Einsatz einen Großbrand an der Hamburger Straße.

An der Hamburger Straße stand am 8. Juli ein Schuppen in Flammen, das Feuer hatte zudem auf ein angrenzendes Haus übergegriffen. Mit einem schnellen Einsatz verhinderte die Feuerwehr, dass sich der Brand auf das gesamte Haus ausbreitete. „Zusätzlich waren wir bei zwei Küchenbränden im Einsatz“, so Thieme. „Auch diese Feuer können ein größeres Ausmaß annehmen, wenn man nicht sofort einschreitet.“ Im Zuge der technischen Hilfeleistung sei die Wehr auch häufig mit der Drehleiter zur Menschenrettung unterwegs – etwa, um eine Person aus einer Wohnung im Obergeschoss zu holen. Zudem komme die Wehr auch zum Einsatz, um verschlossene Türen zu öffnen, damit die Rettungskräfte in die Wohnung kommen.

Bei einigen der Einsätze bekam die Barmstedter Wehr Unterstützung aus den umliegenden Dörfern. Andersherum ist das auch der Fall: So half die Wehr unter anderem bei einem Bahn-Unfall im Juli in Bokholt-Hanredder, bei Löscharbeiten im März in Bevern oder bei Sturmschäden im Oktober in Heede. Zudem war die Feuerwehr Barmstedt im Zuge der Kommunalen Feuerwehrbereitschaft im August bei einem Großbrand in Schenefeld im Einsatz.

Eins haben fast alle Einsätze gemeinsam: „Es dauert, man muss gründlich sein“, so Thieme. „Wir müssen Sorge dafür tragen, dass alles vernünftig und ordentlich abgearbeitet wird.“ Ein großer Dank gelte der Bevölkerung und den Betrieben für die Unterstützung im Dienst: „Wir werden häufig versorgt, bei den Sturm-Einsätzen haben wir beispielsweise Brötchen und Kaffee bekommen.“

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