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Barmstedter Zeitung

17. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

Ellerhoop : Mehr Arbeit für die Landwirte

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Landwirtschaftliche Buchführungsverband kritisierte bei seiner Tagung in Ellerhoop die Aufzeichnungspflicht beim Mindestlohn.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Bokholt-Hanredder | Die Einführung des Mindestlohns ist für die Landwirte im Kreis Pinneberg mit viel Arbeit verbunden. Die damit verbundene Aufzeichnungspflicht sei ein „wahnsinniger“ Bürokratieaufwand, sagte Michael Müller-Ruchholtz vom Bauernverband Schleswig-Holstein Dienstag anlässlich einer Tagung im Gartenbauzentrum Ellerhoop. Dort befasste er sich während seines Vortrags mit dem Thema. Etwa 120 Landwirte und Baumschuler waren zu der Veranstaltung des Landwirtschaftlichen Buchführungsverbands gekommen, der im Kreisgebiet mit Außenstellen in Barmstedt und Elmshorn vertreten ist.

Seit Januar gilt der Mindestlohn, der derzeit in der Landwirtschaft im Westen Deutschlands bei 7,40 Euro pro Stunde liegt und bis 2017 auf den Betrag von 8,50 pro Stunde steigen wird. Laut Michael Herink von der Bezirksstellenleitung in Barmstedt sei der ganze Komplex für die Landwirte aber noch mit zahlreichen Unklarheiten versehen.

Problematisch ist für die Landwirte vor allem die mit dem Mindestlohn verbundene Aufzeichnungspflicht. Das sei sehr viel Arbeit, hieß es. „Für die Betriebe in der Region ist die Lohnhöhe kein Problem“, sagte Justitiar Müller-Ruchholtz. Bei großen Betrieben sei die Pflicht zur Aufzeichnung aber ein Zeitmonster.

Die Einhaltung des Mindestlohns werde vom Zoll kontrolliert, so Herink weiter. In diesem Rahmen werde aber auch die Arbeitszeit überprüft. Das sei ein weiteres Problem: „Maximal sind in der Landwirtschaft 60 Arbeitsstunden pro Woche und zehn pro Tag erlaubt“, erklärte Müller-Ruchholtz. Im Agrarbereich müsse man aber flexibel sein. „Im Sommer fällt wegen der Erntezeit mehr, im Winter weniger Arbeit an“, erläuterte Herink. Bei den Obstbauern und Baumschulern in der Region seien die Arbeiter während der Ernte und Saison zum Teil vom Morgengrauen bis Mitternacht im Einsatz.

Die Folge: „Viele osteuropäische Saisonarbeiter kommen mit dem Ziel her, möglichst viele Stunden zu machen“, berichtete Herink. Da das nun schwieriger geworden sei, könnte es passieren, dass die Saisonkräfte zum Arbeiten auf andere Länder ausweichen. „Mit den Arbeitszeiten ist das ein unlösbares Problem“, sagte er. Auch die Kontrollen würden von den Landwirten kritisiert, so Herink weiter. „Dadurch, dass der Zoll jetzt erstmals flächendeckend mitkontrolliert, wird der ganze Betrieb lahm gelegt.“

Während des zweiten Vortrags des Tages beschäftigte sich Rechtsanwalt Hauke Seidel unter dem Titel „Ring weg – Betrieb weg?“ mit Scheidungshaushalten. Er berichtete über die zeitgemäße Risikovorsorge für Unternehmer. Dafür seien entsprechende Beratung und klare vertragliche Bedingungen ratsam.

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