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Barmstedter Zeitung

23. Oktober 2017 | 03:15 Uhr

Mehr als nur „Sporthallen-Partei“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Jubiläum: Freie Wählergemeinschaft Barmstedt feiert 50-jähriges Bestehen / Fokus auf Schulen, Kampf gegen Flughafen

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Weil sie eine Sporthalle wollten, fanden sich vor 50 Jahren 19 Barmstedter zusammen und gründeten die Freie Wählergemeinschaft (FWB). Mit dem Wunsch nach der Sportstätte trafen sie offenbar den Nerv vieler Bürger: Bei den Wahlen holten sie auf Anhieb 32 Prozent der Stimmen. 1970 wurde der Neubau an der Schulstraße eingeweiht – doch als „Sporthallen-Partei“, wie sie damals oft bezeichnet wurde, will sich die FWB ausdrücklich nicht verstanden wissen. „Wir haben nach der Wahl sehr schnell weitere Ziele entwickelt“, berichtet Gründungsmitglied Theo Hannken, der später auch Vorsitzender war.


Fürs Hallenbad aufs Sitzungsgeld verzichtet


Außer den Sportlern habe der FWB auch die Jugend sehr am Herzen gelegen, sagt der heutige Vorsitzende Peter Gottschalk. „Wir haben uns immer stark für den Bau und den Erhalt der Schulen eingesetzt.“ So sei 1990 nach langem Kampf das Gymnasium gebaut worden, „und zwar am Ede-Menzler-Weg, weil wir die anderen überzeugen konnten, dass es dort wesentlich günstiger zu finanzieren war als in der Innenstadt“, wie sich Gründungsmitglied Alfred Dittmer erinnert. Zudem sei der FWB immer wichtig gewesen, „dass wir hier alle Schularten anbieten können“.

Weitere Erfolge, an denen die FWB mitgewirkt habe, seien der Bau des Hallenbads und die Sanierung der Innenstadt gewesen, so Gottschalk. „Um die Finanzierung des Hallenbads zu unterstützen, haben wir sogar auf Sitzungsgelder verzichtet“, erinnert Dittmer sich schmunzelnd. Auch der schwierige Neubau der Rettungswache sowie der Widerstand gegen einen Flughafen bei Kaltenkirchen in den 70er-Jahren seien von der FWB begleitet worden. „Gegen den Flughafen hat sich vor allem Uwe Nienstedt sehr eingesetzt“, so Dittmer. Nienstedt war damals Vorsitzender der FWB und zeitweise auch Fraktionschef.

Bei der zweiten Komunalwahl 1970 konnte die FWB den Erfolg aus dem Gründungsjahr nicht wiederholen: Sie fiel auf 22 Prozent ab. „Da war die erste Euphorie vorbei, und die Linken waren als Konkurrenz dazugekommen“, so Hannken. Trotz der schwächeren Wahlergebnisse habe die FWB seit 1966 aber immer mindestens vier Stadtvertreter sowie seit 1990 durchgehend den Bürgervorsteher (seit 2008 ist es Christian Kahns) gestellt. Es gab drei Fraktionschefs (seit 1990 ist es Michael Schönfelder) sowie fünf Vorsitzende (siehe Info-Kasten). Die Anzahl der Mitglieder sei von anfangs 30 bis 40 auf mehr als 100 gestiegen, so Gottschalk. „Aber wie bei allen anderen Parteien, sind es mehr ältere als jüngere“, stellt er fest.


Public Viewing im Penny-Markt


Auch die Barmstedter Städtepartnerschaften habe die FWB mit initiiert „und mit Leben erfüllt“, sagt Wilfried Quell, der viele Jahre Bürgervorsteher und Vorsitzender war. Weitere Aktionen für die Bürger organisiere die FWB ebenfalls gern, so Gottschalk. „Wir haben zum Beispiel den ersten Barmstedter Irish-Folk-Abend und einen Musikwettbewerb für junge Bands ins Leben gerufen.“ Ein Highlight sei die Ausfahrt zur Expo gewesen, bei der die FWB Jugendlichen den Eintritt zahlte. „Wir hatten mehr als 100 Teilnehmer.“ Ebenfalls gut angekommen seien die kostenlosen Theatervorführungen für Kinder und ein Public Viewing im damaligen Penny-Markt. „Es war brechend voll. Aber leider konnten wir es nur einmal machen, weil die Lizenzgebühren unbezahlbar wurden“, so Gottschalk. Im Jubiläumsjahr lädt die FWB die Bürger wieder zum Public Viewing ein – zusammen mit der Kirche. Außerdem sind als besondere Aktionen ein großes Picknick am See und ein Vortrag über 50 Jahre Barmstedt geplant.

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