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Bevern / Ellerhoop : Maßarbeit in Rekordzeit

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ein 22-Meter-Rohr ist im Zuge des L110-Ausbaus verlegt worden.

Bevern/Ellerhoop | Mehr als eine Stunde lang haben die Mitarbeiter einer Elmshorner Spezialfirma ihren 40-Tonnen-Kran aufgebaut. Doch ihr eigentlicher Job ist schnell erledigt: Nur etwa zehn Minuten benötigen sie und die Bauarbeiter, um ein tonnenschweres Wellstahlrohr in die Baugrube an der Landesstraße 110 (L110) zwischen Bevern und Ellerhoop zu versenken. Durch die Röhre soll in wenigen Tagen ein Bach fließen.

Das Wellstahlrohr ist der wichtigste Bestandteil der neuen kombinierten Straßen- und Radwegbrücke, die im Zuge des Ausbaus der L110 derzeit errichtet wird. „Das ist eine statisch sehr günstige, sinnvolle und wirtschaftliche Bauweise“, sagt Kai-Uwe Schacht, Leiter der Niederlassung Itzehoe des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Nicht nur die Verlegung des Riesen-Rohrs am gestrigen Nachmittag sei planmäßig verlaufen: „Bislang läuft alles reibungslos“, sagt Schacht über die Arbeiten an der L 110.

Bereits in der vergangenen Woche war das zehn Tonnen schwere Rohr im Maulprofil angeliefert worden. Seinen Namen hat das Profil vom Maul eines Fisches, den der Querschnitt nachbildet. 22 Meter lang ist der Koloss, die Spannbreite beträgt 3,72 Meter, die Höhe 2,66 Meter. „Es ist ein kleintiergerechter Durchlass“, berichtet ein Mitarbeiter des Landesbetriebs auf der Baustelle. Kleintiere wie Marder oder Otter können so später die Straße unterqueren. Der Boden des Rohrs werde unter anderem mit Kies und Findlingen bedeckt.

Vor einer Woche hatten die Bauarbeiter damit begonnen, die Baugrube auszuheben. Parallel dazu war der Breitmoorbach über ein Rohr umgeleitet worden. Bereits in der kommenden Woche sollen die Brückenbauarbeiten zum Großteil abgeschlossen und eine provisorische Überführung über das Gewässer fertig sein, berichtet Schacht. Verlaufe alles planmäßig, könne in der nächsten Woche die Einbahnstraße zwischen Bevern und Ellerhoop eingerichtet werden. Bis es soweit sei, müsse die Baugrube noch mit Sand verfüllt werden. „Der wird teilweise eingespült, weil wir unten an das Rohr nicht herankommen“, so ein Mitarbeiter des Landesbetriebs auf der Baustelle. Am Ende werde der Bau unter anderem von der Unteren Naturschutzbehörde abgenommen.

Winterwetter – wie es in den kommenden Monaten zu erwarten ist – sei nur dann ein Problem, wenn es um den Einbau von Asphalt gehe, so Schacht zum weiteren Ausbau der L110. „Andere Arbeiten sind da eher unkritisch“, sagt der Leiter der Niederlassung Itzehoe.

Noch bis zum kommenden Sommer wird die Landesstraße 110 zwischen Bevern und Ellerhoop auf einer Länge von 2,7 Kilometern ausgebaut. 15.000 Kubikmeter Boden sollen dabei bewegt und 1300 Meter Kanal- und Rohrleitungen verlegt werden. Die Kosten liegen  laut dem Landesbetrieb Straßenbau bei etwa 3,4 Millionen Euro. Der Verkehr wird während der Bauzeit über Hemdingen umgeleitet. Nachdem die Brückenbauarbeiten abgeschlossen sind, erfolgt der Straßenbau. In dieser Zeit wird die Landesstraße zur Einbahnstraße Richtung Süden und nur für Anlieger befahrbar sein.
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erstellt am 14.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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