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Nach dem neuen Stoppelmarkt : Marktplatz-Anwohner kritisieren das Bühnenprogramm

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Vier Tage Dauerbeschallung. „Der Lärm war unerträglich“.

Am dritten Tag wäre er fast Amok gelaufen, sagt Joachim Schrader. „Es war unerträglich. Man konnte sich nicht bei geöffnetem Fenster unterhalten und überhaupt nicht mehr abschalten.“ Schrader wohnt am Barmstedter Marktplatz – und kann sich über das neue Konzept für den Stoppelmarkt nur bedingt freuen. „Grundsätzlich mag ein Live-Programm auf der Bühne ja in Ordnung sein. Aber vier Tage Dauerbeschallung war eindeutig zu viel. Für uns war   das höllisch.“

Nicht nur Schrader hat unter dem Lärm gelitten. „Wir haben mit vielen anderen Nachbarn gesprochen, und der Tenor war eindeutig: Der Lärm war unerträglich“, sagt Karin Nickel, die ebenfalls am Markt wohnt. Besonders problematisch sei gewesen, dass das Bühnenprogramm ununterbrochen von Beginn bis zum Ende jeden Markttags – oft erst Mitternacht – gedauert habe. Seine beiden Kinder – sechs und zehn Jahre alt – hätten nicht vor 1 Uhr schlafen können, sagt Schrader. „Die sind nicht zur Ruhe gekommen und waren total aufgedreht.“

Mit dem Abschluss der Live-Auftritte sei die Belastung für die Anwohner noch nicht zu Ende gewesen, sagt Schrader. „Dann laufen ja noch die Jugendlichen durch die Gegend, und am letzten Tag bauen die Schausteller mit schwerem Gerät ihre Fahrgeschäfte ab.“ Sie hätten absolut nichts gegen den Stoppelmarkt an sich, betonen Schrader und Nickel – im Gegenteil: „Der soll bleiben! Aber man sollte das Bühnenprogramm etwas modifizieren und auch mal Pausen einlegen.“ Außerdem würden drei Tage – wie es bis zum vorigen Jahr war – reichen. „Da war es zwar auch laut, aber nicht ständig und nicht so extrem. Denn die Live-Musik, die über Anlagen und Mikro verstärkt wird, macht den Markt insgesamt lauter“, sagt Schrader. „Wenn man bei uns in den Wohnungen gemessen hätte, wäre der Dezibel-Wert sicher über der Grenze des gesundheitlich Unbedenklichen gewesen.“ Und nicht nur die direkten Marktplatz-Anwohner hätten gelitten, sagt Nickel. „Uns haben auch Leute aus dem Fasanenweg und aus der Schlickum-Siedlung erzählt, wie schlimm das war.“

Die Besucher könnten sich aussuchen, wie lange sie auf dem Markt seien, sagt Nickel. „Aber wir müssen alles über uns ergehen lassen.“ In diesem Jahr seien die Nerven der Anwohner zudem besonders strapaziert worden: „Die NDR-Sommertour war auch sehr laut. Aber die war zumindest nach ein paar Stunden vorbei.“ Viele Anwohner – darunter Ältere, aber auch Familien mit Kindern – hätten Sorge, „dass der Marktplatz zur Arena wird“, sagen Schrader und Nickel.

Ein paar belebende Veranstaltungen in Barmstedts Zentrum seien in Ordnung, finden beide. „Die Marktmusik an den Wochenenden im Juli fanden wir zum Beispiel sehr nett.“ Für den nächsten Stoppelmarkt hoffen sie aber, dass sich Veranstalter Michael Sonnenberg auch mit den Anwohnern zusammensetzt. „Wir würden gern einen Konsens mit ihm finden, mit dem auch wir leben können.“

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erstellt am 29.Aug.2015 | 16:04 Uhr

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