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Jagd im Kreis Pinneberg : Marderhund breitet sich weiter aus

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Jägerschaft in unserer Region beobachtet anhaltende Vermehrung des hundeartigen Enok mit großer Skepsis.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Der Marderhund (Enok) breitet sich in unserer Region immer weiter aus. Dies bestätigen Jäger aus Bullenkuhlen, Bevern und anderen Gemeinden rund um Barmstedt und Elmshorn, die bereits einige Exemplare, des ursprünglich aus Russland stammenden Tieres, erlegt haben. „Vor einer Woche bin ich zuletzt zum Schuss gekommen“, so der Jäger Tom Mohr aus Bullenkuhlen. Er hat allerdings auch vorher schon einige Marderhunde erlegt.

Der Enok gehört zur Familie der hundeartigen Raubtiere, wird bis zu 70 Zentimeter lang und zehn Kilogramm schwer – ist also vergleichbar mit einem Fuchs. Die scheuen, nachtaktiven Tiere, die bei uns keine natürlichen Feinde haben und sich gern in Bauten des „schlauen Rotpelzes“ einnisten, erfreuen sich bei den Jägern keiner allzu großen Beliebtheit, da sie insbesondere für Bodenbrüter wie Heckenbraunelle oder Fasan sowie kleine Säugetiere eine Gefahr darstellen. Er ist zudem ein guter Kletterer und plündert deshalb auch Nester der Baumbrüter. Da es die Natur selbst nicht schafft, muss der Jäger regulierend eingreifen und dafür sorgen, dass die Population eingegrenzt wird. Doch das gestaltet sich bei dem vorzugsweise nachtaktiven Tier schwierig.

Eine gute Möglichkeit wäre laut Hans-Albrecht Hewicker, Ehrenvorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg, die Fangjagd, sprich: das Aufstellen von Fallen. Dem stehen aber bürokratische Hemmnisse und der große zeitliche Aufwand, den der Jäger betreiben müsste, im Wege. Eine Gelegenheit, zum Schuss zu kommen, bietet die Maisernte, da sich die Tiere gern in den Feldern aufhalten. Die Jagd auf den Enok, der sich auch durch Hunde nicht leicht aus seinem Bau vertreiben lässt, kann also, wie es aussieht, nicht in dem Umfang erfolgen, wie es notwendig wäre.

1974 gelang in Schleswig-Holstein der erste Nachweis eines wohl zugewanderten, dann überfahrenen Tieres auf Eiderstedt. Im Jagdjahr 2012/2013 wurde mit 1542 Tieren landesweit bislang ein Höchststand an erlegten oder tot aufgefundenen Marderhunden erreicht. Dabei scheint, wie der Naturschutzbund berichtet, die steigende Zahl getöteter Tiere jedoch keinen erkennbaren Einfluss auf Bestandsverlauf und -größe zu haben und wird wahrscheinlich trotz Jagddrucks noch deutlich ansteigen. Das hat nicht zuletzt mit der Anpassungsfähigkeit des Enok zu tun: Sie ist seine große Stärke. Die Reproduktionsrate des Marderhundes ist sehr hoch. Die Tiere ziehen von April an im Durchschnitt sechs bis zehn Welpen groß.

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