Herzinfarkt im Hotelzimmer : Manilla-Road-Gitarrist nach Auftritt beim Headbangers Open Air gestorben

Am ersten Festivaltag erlitt Mark Shelton, Gitarrist und Gründungsmitglied der US-Band Manilla Road, nach dem Auftritt der Gruppe am Donnerstagabend im Hotel einen Herzinfarkt.

Am ersten Festivaltag erlitt Mark Shelton, Gitarrist und Gründungsmitglied der US-Band Manilla Road, nach dem Auftritt der Gruppe am Donnerstagabend im Hotel einen Herzinfarkt.

Mark Shelton, Gitarrist der US-amerikanischen Band, musste nach dem Auftritt ins Krankenhaus und verstarb dort kurze Zeit später.

shz.de von
27. Juli 2018, 13:51 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Mark Shelton, Gitarrist und Gründungsmitglied der US-amerikanischen Epic-Metal-Band Manilla Road, ist am Donnerstag nach einem Festival-Auftritt  im Alter von 60 Jahren verstorben. Die Band war am Abend ab 21.30 Uhr auf dem Headbangers Open Air (H.O.A.) in Brande-Hörnerkirchen (Kreis Pinneberg) aufgetreten. Auf Anfrage von shz.de heißt es vom Festivalveranstalter, dass Shelton nach dem Auftritt auf seinem Hotelzimmer einen Herzinfarkt erlitten haben soll. Er sei daraufhin in das Regioklinikum in Elmshorn gekommen und dort später verstorben.

Auf Facebook haben die Festivalveranstalter am Freitagmittag ein Statement dazu abgegeben:

Der tragische Zwischenfall fand am ersten Abend des dreitägigen Festivals statt. „Ein bedauerlicher und trauriger Vorfall“, erklärte H.O.A-Organisator Thomas Tegelhütter, der am Freitagmittag, kurz bevor das Bühnenprogramm des zweiten Veranstaltungstages gestartet wurde, die Fans über den Vorfall unterrichtete. Für den Nachmittag lud er die Festivalbesucher ein, zu einer Gedenkpause vor der Bühne zusammenzukommen.

Zwischen Soundcheck und Auftritt der Gruppe „Trance“ wurde das Festival am Freitagnachmittag für eine Gedenkminute und eine Ansprache anlässlich des Todes von Mark Shelton unterbrochen.
Ulf Marek

Zwischen Soundcheck und Auftritt der Gruppe „Trance“ wurde das Festival am Freitagnachmittag für eine Gedenkminute und eine Ansprache anlässlich des Todes von Mark Shelton unterbrochen.

 

Die Gedenkpause erfolgte dann zwischen dem Soundcheck und dem Auftritt der deutschen Heavy-Metal-Gruppe „Trance“. Auffallend viele  Festivalbesucher fanden sich ein, als Gerald Warnecke, ehemaliges Mitglied der Metal-Band „Running Wild“ und Pastor, das Mikrofon ergriff und eine kleine Ansprache hielt. In nur wenigen Sätzen – auf englisch und auf deutsch – würdigte er den verstorbenen Musiker sowohl als Menschen als auch als Musiker, der etwas aus dem Rahmen fiel. Seine Art Gitarre zu spielen, sei einzigartig gewesen  –  nichts von der Stange, sondern kreativ und lebhaft. Und als Mensch?  „Wir haben gestern Abend innerhalb einer Minute Freundschaft geschlossen“, so Warnecke.Spontan wurde auf dem H.O.A.-Veranstaltungsgelände eine Spendenaktion gestartet, um die Überführung des Verstorbenen zu finanzieren und dessen  Familie zu entlasten.

Zeigten sich sehr betroffen: Gerald Warnecke (links) und Thomas Tegelhütter.
Ulf Marek

Zeigten sich sehr betroffen: Gerald Warnecke (links) und Thomas Tegelhütter.

 

„Das ist schon ein herber Schlag. Erst liefert die Band bei diesen tropischen Temperaturen einen wirklich sehens- und hörenswerten Gig - und kurz danach passiert so etwas. Unfassbar – ich bin tief erschüttert“, erklärte Ralph Michels (58), bekennender Manilla Road-Fan seit  den frühen 1980er-Jahren – und natürlich nach der Reunion zu Beginn der 2000er-Jahre. „Wenn die Band auch nie in der ersten Liga spielte, aber die Metal-Fans kennen sie alle.“

Wenige Stunden vor dem Auftritt in Brande-Hörnerkirchen hatte der Sänger der Band, Bryan Patrick, noch ein Foto mit seinem Bandkollegen Shelton auf Facebook gepostet: „Auf dem Weg zum Headbangers Open Air Festival.“

 

Am Freitag muss sich Sänger Patrick nun mit einer traurigen Botschaft an seine Fans richten. Bei Facebook veröffentlicht er folgende Nachricht: „Voller Trauer muss ich euch miteilen, dass mein langjähriger Bruder und bester Freund seit 1981 die Tore Walhallas durchschritten hat. Mögest du in Frieden ruhen, Mark W. Shelton! [...]“, heißt es dort. Außerdem sei eine Spendenseite eingerichtet worden, um die Überführung des Leichnams zurück in die USA zu finanzieren.

 
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