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Barmstedter Zeitung

16. Dezember 2017 | 20:28 Uhr

Kreis Pinneberg : Maisernte mit Verspätung

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kühles Frühjahr verschiebt die Arbeiten um drei bis vier Wochen. Startschuss fällt in den kommenden Tagen.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2015 | 12:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Noch immer steht der Mais auf den Feldern im Kreis Pinneberg. Und das wird er voraussichtlich noch bis Mitte Oktober tun. Aufgrund des kühlen Frühjahrs beginnt die Ernte in diesem Jahr etwa drei bis vier Wochen später als üblich. Trotz der Verzögerungen seien aber keine Einbußen bei der Ernte zu befürchten: „Wenn das Wetter mitspielt, werden wir wieder so ein gutes Ergebnis wie im vergangenen Jahr haben“, sagt Peer Jensen-Nissen, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Pinneberg, gegenüber dieser Zeitung.

Auf einer Fläche von etwa 6000 Hektar wird laut Jensen-Nissen im Kreisgebiet Mais angebaut. Drei Viertel der Erträge dienen als Grundfutter für Rinder, ein Viertel wird für die Erzeugung von Energie in Biogasanlagen genutzt. So auch bei  Mathias Kröger in Lutzhorn: Auf 400 Hektar baut der Landwirt Mais an, insgesamt ergebe das eine Menge zwischen 16.000 und 18.000 Tonnen, schätzt er. Da Maschinen wie der Maishäcksler teuer sind und sich für einen Hof kaum lohnen, hat Kröger wie viele andere Landwirte einen Lohnunternehmer beauftragt. Fünf Häcksler hat Sven Wulf aus Wulfsmoor (Kreis Steinburg) in seinem Fuhrpark. „Ein Fahrzeug schafft etwa drei Hektar pro Stunde“, sagt er. Die Bergeleistung liege bei etwa 150 Tonnen – ebenfalls pro Stunde.

Auf die großen Fahrzeuge auf den Straßen müssen sich in den kommenden Wochen vor allem die Autofahrer einstellen. Jensen-Nissen appelliert daher an beide Seiten, gegenseitig Rücksicht zu nehmen. Mit Schildern weisen die Landwirte zudem auf verschmutzte Straßen hin – die sogenannte Bauernglätte. „Die Landwirte sind verpflichtet, die Fahrbahnen sauber zu halten“, sagt Jensen-Nissen.

Maisernte per Joystick

Mit vier bis 5,5 Kilometer pro Stunde schiebt er sich normalerweise mit lautem Getöse über das Feld. Zehn Reihen Mais – das entspricht einer Breite von 7,50 Meter – erntet er dabei ab. Das Cockpit mehrere Meter über dem Erdboden ist längst nicht so voll mit Hebeln und Schaltern, wie man es von einer derart komplexen Maschine erwarten würde. Gesteuert werde auf dem Feld per Joystick, berichtet Florian Hell, der den bis zu 500.000 Euro teuren Häcksler fährt. In den kommenden Tagen wird er mit der Maschine stundenlang auf den Maisfeldern der Region unterwegs sein.

Aufgrund des kühlen Frühjahrs beginnt die Maisernte in der Region dieses Jahr drei bis vier Wochen später. „Sechs Wochen sind uns im Frühjahr verloren gegangen“, sagt Landwirt Mathias Kröger aus Lutzhorn. „Vergangenes Jahr waren wir zu diesem Zeitpunkt schon durch.“ Für die Landwirte sei es wichtig, reifen Mais zu ernten. Nur dann stimme der Energiegehalt, und die frischen Mais-Häcksel könnten unter Abschluss von Sauerstoff mehr als ein Jahr gelagert werden. Auf einer Fläche von 400 Hektar baut Kröger Mais an. Ein Häcksler, fünf Abfahrwagen und eine Walzgarnitur werden in den kommenden Tagen auf seinen Feldern im Einsatz sein.

Hinterm Joystick: So sieht das Cockpit eines Maishäckslers aus.
Hinterm Joystick: So sieht das Cockpit eines Maishäckslers aus.
 

Die schweren Maschinen werden in den nächsten Wochen auch vermehrt auf den Straßen in der Region unterwegs sein, um zu ihren Einsatzorten zu gelangen. „Wir appellieren an die Landwirte und Autofahrer, gegenseitig Rücksicht zu nehmen“, so Peer Jensen-Nissen vom Kreisbauernverband Pinneberg. Mit dem Fahren auf den Straßen sei zudem ein gewisser Lärm verbunden, da die Reifen speziell für das Fahren auf Äckern konzipiert seien, erklärt Sven Wulf, Lohnunternehmer aus Wulfsmoor. Sie sind sehr breit, um den Bodendruck auf dem Acker zu minimieren. „Der Lärm auf der Straße wird vielfach mit Geschwindigkeit gleichgesetzt. Dabei sind unsere Schlepper fast ausnahmslos alle auf Tempo 40 zugelassen. Es geht nicht schneller.“

Schweres Gerät auf dem Feld.
Schweres Gerät auf dem Feld.
 

Auch sonst würden die Landwirte versuchen, wo es geht, Rücksicht zu nehmen, so Jensen-Nissen. „Wo Einbahnstraßenverkehr bei der Ernte möglich ist, wird das genutzt“, sagt Landwirt Mathias Kröger. So müssten sich die schweren Maschinen nicht auf den Wirtschaftswegen begegnen, und die Belastung der Wege werde vermindert. „Die Straßen sind nicht mitgewachsen“, sagt Kröger angesichts der schweren Ernte-Maschinen. „Das ist unser großes Problem.“ Außerdem würde maximal bis 22 Uhr geerntet werden, so Jensen-Nissen weiter.

Die schweren Maschinen werden in  den nächsten Wochen auch vermehrt auf den Straßen in der Region unterwegs sein, um zu ihren Einsatzorten zu gelangen.
Die schweren Maschinen werden in den nächsten Wochen auch vermehrt auf den Straßen in der Region unterwegs sein, um zu ihren Einsatzorten zu gelangen.
 

Verschmutzte Straßen müssen vom Landwirt wieder gesäubert werden, erläutert der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Entsprechende Schilder weisen Autofahrer auf die sogenannte „Bauernglätte“ hin.

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