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Veränderungen bei den Jägern im Hegering 1 : Maaß-Hell gibt Amt nach 30 Jahren ab

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Leiter des Hegerings 1 tritt nicht mehr zur Wahl an. Jan Hachmann aus Bokel ist zum neuen Chef der Jäger gewählt worden.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Bokholt-Hanredder | Seit 1986 stand er an der Spitze des Hegerings 1, jetzt ist eine kleine Ära zu Ende gegangen: Hermann Maaß-Hell aus Bokholt-Hanredder hat das Amt des Hegeringleiters abgegeben und wendet sich anderen Aufgaben zu. Zur Wahl im Ringhotel Bokel-Mühle in Bokel ließ sich der 69-Jährige vor Kurzem während der Versammlung des Hegerings 1 nicht mehr aufstellen. Sein Nachfolger ist Jan Hachmann aus Bokel. Die Versammlung wählte ihn zum neuen Hegeringleiter. Sein Stellvertreter ist Hinrich Möller.

30 Jahre lang war Maaß-Hell Hegeringleiter und hat während dieser Zeit viel erlebt. Schwierigkeiten würde ihm sein Abschied aber nicht bedeuten, sagt der Bokholter. „Da habe ich kein Problem mit. In meiner Freizeit habe ich sehr viel zu tun“, so der Jäger. Eines der Projekte, die Maaß-Hell in den vergangenen Jahren maßgeblich mit angeschoben hatte, ist die Installation der Wildreflektoren entlang der Straßen im Norden des Kreises. So soll die Zahl der Wildunfälle verringert werden. „Die Aktion liegt uns am Herzen“, sagt Maaß-Hell. „Wir haben gute Ergebnisse damit erzählt“, ergänzt Hegering-Pressesprecher Philip Alsen. Sogar eine Spende in Höhe von 1000 Euro hätten die Jäger vor Kurzem dafür erhalten. Das Geld wurde in weitere Reflektoren investiert, jedes der zehn Reviere im Hegering habe 20 Stück erhalten, so Alsen weiter.

Wildreflektoren würden mittlerweile an zahlreichen Straßen im Gebiet des Hegerings 1 hängen, das die Ortschaften zwischen Barmstedt, Sparrieshoop, Lutzhorn und Westerhorn umfasst. „Nur innerhalb der Gemeinden haben wir ein Problem“, sagt Maaß-Hell. „Wir können die Wildreflektoren dort nicht aufhängen.“ Normalerweise werden die blauen Reflektoren an den Leitpfosten entlang der Straßen installiert. Da diese innerhalb der Ortschaften fehlen, müssten die Jäger selbst Pfosten aufstellen. Diese wären aber nicht als Straßenbaustoff zugelassen, so Maaß-Hell.

Kritik äußerte Maaß-Hell vor der Jahreshauptversammlung an der Politik und am Umweltminister Robert Habeck. Problematisch seien beispielsweise die Änderungen am Landesnaturschutzgesetz. Das soll unter anderem Spaziergängern ermöglichen, in der freien Landschaft zurzeit nicht bewirtschaftete Flächen zur Erholung zu betreten. Auch sei zum Beispiel das Waffenrecht für Jäger immer weiter verschärft worden, obwohl es dafür keinen Anlass gebe. „Da müssen die Jäger auch aktiver werden“, sagt Maaß-Hell. Auch auf die Klagen gegen das aktuelle Jagdrecht der Jägerschaft (diese Zeitung berichtete) thematisierte er. Dabei geht es um Jagd- und Schonzeiten in Schleswig-Holstein. „Er entscheidet, ohne sich abzusprechen“, sagt Maaß-Hell.

Maaß-Hell und Alsen wiesen auch darauf hin, dass sich die Rotwild-Bestände im Norden des Kreises Pinneberg in der Fläche ausbreiten. „Rotwild hatten wir bislang nur im Hasselbusch. Jetzt ziehen die Tiere auch in die breiten Flächen, die landwirtschaftlich nicht so intensiv genutzt werden.“ Das betreffe unter anderem Gebiete rund um Brande-Hörnerkirchen, Osterhorn und Westerhorn. 50 bis 60 Stück Rotwild habe es im Bereich des Hegerings 1 vor fünf bis sechs Jahren gegeben. Jetzt seien es etwa 150 Tiere. „Das ist positiv zu sehen“, bilanziert Maaß-Hell.

Und auch Hinweise auf Wölfe in der Region hätten die Jäger in der Vergangenheit immer wieder gesammelt, sagt der 69-Jährige – unter anderem in Bokholt-Hanredder und im Staatsforst Rantzau bei Groß Offenseth-Aspern. „Mit einem Mal ist das Rehwild ganz scheu“, sagt Maaß-Hell. Eine definitive Bestätigung gebe es aber immer noch nicht, weil bislang kein DNA-Nachweis erbracht werden konnte.

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