zur Navigation springen

„Wie findest du mein Kleid?“ : Loriot in der Kulturschusterei in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

18 Loriot-Sketche vom Lüneburger „ThomasNey.Theater“ sorgten in der Kulturschusterei für pausenlose Lacher beim Publikum.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 16:15 Uhr

Barmstedt | Loriot – viele sind mit seinen Sketchen aufgewachsen: „Ich lass mir von einem Fernseher doch nicht vorschreiben, wo ich hinsehen soll.“ Die Zuschauer in der Kulturschusterei wussten am Wochenende aber genau, wo sie hinsehen wollten – auf die Bühne, denn dort begeisterte sie das „Thomas Ney.Theater“ aus Lüneburg mit Sketchen von Loriot.

Die Schauspieler Thomas Ney, Erika Döhmen, Edina Hasselbrink und Thomas Pahl sorgten dafür, dass die Lachmuskeln beim Publikum keine Ruhepausen bekamen. Ein Sketch, der mit der einfachen Frage der Frau an ihren Mann begann: „Wie findest du mein Kleid?“ führte dazu, dass die Institution der Ehe mehr gefährdet war als je zuvor: „Warum reden Frauen immer am Kern der Sache vorbei?“ „Gott, was sind Männer primitiv!“ Loriot traf mit seiner unvergleichlichen Beobachtungsgabe den Kern der Sache. Frauen und Männer passen einfach nicht zusammen.

Zu diesem Thema präsentierte die Theatergruppe 18 Sketche. „Der Humor von gestern war genau der Humor meiner Eltern“, erinnerte sich Martin Weneke aus Hemdingen. „Für die heutige Jugend ist es vielleicht schwierig alle Pointen zu verstehen, denn ein Kursbuch der Deutschen Bahn haben sie nicht mehr kennengelernt“, erklärte Thomas Ney, der nicht nur mitspielte, sondern auch Zwischentexte sprach und Regie führte. Seit einem Jahr tritt die Theatergruppe mit „Loriot“ auf und sämtliche Vorführungen waren bisher ausverkauft.

„Mit Loriot lässt es sich gut reisen. Das komplette Bühnenbild passt in einen Transporter“, erklärte Thomas Ney. Nur die Bühne der Kulturschusterei musste eigens für diese Aufführung etwas vergrößert werden. „Loriot hat schwierige Texte. Es dauerte, bis wir alle auswendig drauf hatten. Es ist aber eine wunderbare Sprache, die man gerne artikuliert“, so Ney.

Zuschauer René Corsten, der aus Bayern angereist war, kannte Loriot vorher nicht. Er ist gebürtiger Holländer und war nicht mit ihm groß geworden. „Meine Frau sagte, ich muss Loriot anschauen und das mache ich heute“, meinte er und fügte hinzu, dass ihm der Wortwitz sehr gut gefalle.

Die Künstler freuten sich besonders, dass das Publikum eine Zugabe verlangte. Nach viel Applaus wurde es deshalb mit einem weiteren Sketch belohnt. „Dieses Theater hat etwas Privates, sehr direktes. Das Publikum war unglaublich präsent“, lobte Schauspieler Thomas Pahl.

Die Barmstedterin Marion Kurtzweil schwärmte: „Es freut mich, dass es einige Stücke gab, die ich noch nicht kannte. Die Sketche waren von Anfang bis Ende einfach nur genial.“ Auch der Barmstedter Karl-Wilhelm Hesse war begeistert: „Es hat mir viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass die Kulturschusterei eine dauerhafte Einrichtung bleibt.“ Wer „Loriot“ noch sehen möchte, hat bis Mitte Juni die Gelegenheit am „Thomas Ney.Theater“ in Lüneburg.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen