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Barmstedter Zeitung

22. November 2017 | 03:10 Uhr

Linas Expedition nach Island

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Reise Eine zwölfjährige Schülerin aus Klein Offenseth-Sparrieshoop hat in Island Kultur, Klima, Flora und Fauna erforscht

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 16:00 Uhr

Andere Kinder in ihrem Alter sind noch nicht einmal alleine im Zeltlager gewesen – die zwölfjährige Lina Hinrichs aus Klein Offenseth-Sparrieshoop hat jetzt eine Forschungsexpedition nach Island unternommen. Zwischen Vulkanen, Geysiren, Fjorden und Wasserfällen wertete die Schülerin Bodenproben aus, befragte die Isländer zu Trollen und dokumentierte die Flora und Fauna.

Die Siebtklässlerin besucht das Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium in Barmstedt und war von ihren Lehrern für das Programm „Master-Mint“ des Instituts für Jugendmanagement aus Heidelberg vorgeschlagen worden. Lina reiste mit 20 anderen Teilnehmern im Alter von 12 bis 16 Jahren und zwei Betreuern nach Island. Vor Ort machten die Kinder und Jugendlichen mit Kleinbussen eine fünftägige Reise rund um die Insel. Jeden Tag stand ein anderes Forschungsprojekt auf dem Programm, das die Teilnehmer in Kleingruppen bearbeiteten: Mensch und Kultur, Tiere und Pflanzen, Vulkanismus und Klima oder Wirtschaft und Infrastruktur.

Am meisten Spaß gemacht hat es Lina, die Isländer zum Thema Aberglauben zu befragen. „In Island glauben ziemlich viele Menschen noch an Elfen und Trolle“, erzählt sie. „Es gibt sogar eine eigene Elfenbeauftragte.“ Auf ihrer Reise hätte die Gruppe viele Straßen gesehen, die in Kurven um Hügel herumgeführt werden, in denen Elfen und Trolle leben sollen. Weitaus weniger fantastisch, aber dafür extrem beeindruckend fand Lina die Natur in Island. Sie erzählt von Eisskulpturen in Gletscherseen, von riesigen Wasserfällen, brodelnden Geysiren und aktiven Vulkanen. An einem Tag ermittelte Lina den PH-Wert des Bodens, an einem anderen stellte sie einen Katalog der Pflanzen und Tiere auf, die in Island vorkommen. „Ich habe zum Beispiel gelernt, dass bei Rentieren, anders als bei Rehen, beide Geschlechter ein Geweih tragen“, erzählt sie. Und mit den Erforschungen und Messungen war es noch lange nicht getan. Oft saßen die Teilnehmer bis zwei Uhr morgens zusammen, werteten Aufzeichnungen aus, und bereiteten Präsentationen vor.

Für Lina war die Expedition nach Island ein großes Abenteuer. „Ich war das erste Mal ohne Eltern weg“, sagt sie. „Am Anfang hatte ich schon ein wenig Heimweh, aber das war schnell weg. Unsere Gruppe ist schnell zusammengewachsen, mit einigen habe ich immer noch Kontakt.“ Auch Berührungsängste Unbekannten gegenüber seien schnell verschwunden. Nach einiger Zeit wurde es für sie ganz selbstverständlich, auf englisch wildfremde Menschen über ihre Einstellungen gegenüber Trollen oder Vulkanen zu befragen. „Ich bin viel selbstsicherer geworden“, sagt die Zwölfjährige.

Das muss sie auch, denn gestern sollte Lina im Unternehmen ihres Vaters zum ersten Mal über ihre Reise berichten. Die Schülerin will Sponsoren finden, damit auch andere Jugendliche in Zukunft solche Expeditionsreisen unternehmen können. Lina hatte das Glück, von ihren Großeltern unterstützt zu werden. Gerne würde sie noch einmal an einer Expedition teilnehmen.

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