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Barmstedt : Liedermacher begeistert junge Gäste

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Zwei Auftritte von Jürgen Denkewitz in der Kulturschusterei. Wenig Zuschauer beim Kabarett, viele Besucher bei Kinderkonzert.

Barmstedt | Zwei Auftritte, zweimal unterschiedliches Programm: Der Musiker Jürgen Denkewitz ist am vergangenen Freitag und Sonnabend in der Barmstedter Kulturschusterei aufgetreten. Mit einer Mischung aus umwerfender Komik, Nonsens, Zuspitzungen und einer Prise Melancholie begeisterte er gemeinsam als Teil des Duos „MelanKomiker“ das Publikum. Am Sonnabend öffnete er seine Liederkiste für Kinder.

Dass am Freitagabend nur zehn Besucher gekommen waren, beflügelte die Kabarettisten Denkewitz und Waldemar Rösler umso mehr. Freche und skurrile Lieder zur Begleitung wechselnder Instrumente ließen die Zuhörer häufig lachen. Die beiden nahmen drastisch, ironisch, übertreibend und lustig, aber auch liebenswürdig Stärken und Schwächen von Mann und Frau aufs Korn. Das Wochenende der Superlative sehe für den Mann so aus, dass er nur seine Ruhe haben und einfach auf der Couch lümmeln will, erzählten die beiden Das Essen soll schmecken wie bei Mutti, und beim Pinkeln will der Mann stehen. Was er nicht will, ist ein Spaziergang, um sinnlos auf einer Parkbank zu sitzen, Paare zu treffen und mit der Frau Enten zu füttern.

Auch die Pubertät als schärfste Zeit im Leben wurde aufs Korn genommen. Für die Abwesenheit der übrigen Barmstedter hatten die beiden eine Erklärung. „Viele Leute haben mich angerufen und gefragt, ob wir auch Gedichte vortragen, und ich habe bejaht“, sagte Denkewitz, der sogleich ein Nonsens-Gedicht zum Besten gab. „Ein Zündschloss, das wirst Du beim Pferd nicht finden, du kannst es nur mit hüa zünden.“ Das Publikum war begeistert. „Und manchmal bin ich auch so frei und sage ganz einfach ,Hi‘. Mit diesem Song begrüßte Denkewitz seine kleinen und großen Gäste am Samstagvormittag in der Barmstedter Kulturschusterei. Sofort hatte der Leipziger Künstler mit diesem Song die Kleinen im Alter von zwei bis sechs Jahren animiert, mitzusingen. Denkewitz packte aus seiner Liederkiste genau die richtigen Songs aus.

Bei einer anschließenden Löwenjagd ging es wild zu, da musste der Musiker auf sein Instrument verzichten, denn alle Hände und Beine wurden benötigt, um mit den Kindern gemeinsam den Weg durch den Dschungel zu finden. „Wir sind auf der Löwenjagd“, riefen alle Kinder begeistert und trommelten mit ihren Händen auf ihre Oberschenkel. Denkewitz nahm sein junges Publikum mit auf eine Reise durch die Welt, wie Kinderaugen sie sehen. Er schaffte es, dass alle im Saal begeistert mit den Füßen stampften, wie ein Schweinchen grunzten und mit dem Po wackelten. Mit seinen Liedern traf er genau ins Schwarze. „Er hat die Kinder gut mit einbezogen und die Scherze am Rande für die Erwachsenen fand ich auch sehr gut. Ich habe viel gelacht“, sagte die Barmstedterin Anika Ewald, die das Konzert mit ihrem Sohn Keno (6) besuchte. „Am schönsten fand ich die Lieder“, verriet die fünfjährige Mieke Beckmann aus Barmstedt.

Jürgen Denkewitz, der ursprünglich Journalismus studiert hat, hat sich ganz der Musik gewidmet. „Ich bin begeistert, dass die Eltern auch so super mitgemacht haben. Das ist nicht immer überall so. Sie haben sich wie erwachsene Kinder benommen. Es hat mir hier in Barmstedt sehr viel Spaß gemacht aufzutreten“, so der Entertainer, der 2008 den Kinderliederpreis „Kleiner Strolch“ erhalten hatte.

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