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Barmstedt : Lichterketten ersetzen keine Laterne

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In Barmstedt brennen trotz heller Weihnachtsbeleuchtung gleichzeitig auch die Straßenlampen. Ein Barmstedter Bürger übt Kritik, doch für die Stadtwerke steht fest: „Sicherheit geht vor"

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Warum brennen die Lampen der Straßenlaternen trotz eingeschalteter Lichterketten in der Stadt? Diese Frage stellt sich derzeit ein Barmstedter Bürger. „Das ist Quatsch“, meint er. Auch in den vergangenen Jahren seien die Laternen ausgeschaltet gewesen, die Lichterketten hätten sie quasi ersetzt. Jetzt würde Strom vergeudet werden. „Das kostet den Grundsteuer-Zahler nur Geld.“ Die Stadtwerke Barmstedt verteidigen ihre Entscheidung: „Das war mal so“, sagt Heinz Jäger, zuständig für Netz und Strom. „Aber wir trennen das nicht mehr.“ Grund dafür seien unter anderem Sicherheitsbedenken.

Der Barmstedter hatte sich bereits selbst bei den Stadtwerken erkundigt, warum Laternen und Lichterketten mittlerweile parallel leuchten. Diese hätten angegeben, es sei gesetzlich vorgeschrieben. „Ich habe das recherchiert, das ist nicht so“, meint der Bürger. Er vermute stattdessen, die Stadtwerke würden sich den Aufwand sparen wollen, die Laternen manuell auszuschalten. „Das kostet Zeit und Arbeit, das machen sie nicht“, meint er.

Dem widerspricht Jäger: „Es ist nicht zu viel Arbeit, wir können die separat schalten“, erläutert er. Auch die Kosten für den Strom seien zu vernachlässigen, berichtet der Bereichsleiter Elektrizität. Vor Jahren seien die Laternen, während die Lichterketten leuchteten, ausgeschaltet gewesen. „Das war eine gute Überlegung.“ Jetzt werde beides aber nicht mehr getrennt.

Wichtige Gründe für die eingeschalteten Laternen seien die Sicherheit der Bürger und gesetzliche Vorgaben: Viele Häuser – zum Beispiel in der Reichenstraße – seien in der Vergangenheit saniert worden. „Dort hängen keine Ketten, es entstehen Dunkelzonen“, so Jäger. Auch HGB-Chef Axel Clausen berichtet, dass nicht mehr an jedem Gebäude Lichterketten angebracht seien: „Häuser sind gedämmt worden, jetzt gibt es in den Wänden keine Anker mehr“.

Stürze ein Bürger in einer dieser Dunkelzonen, könne er im schlimmsten Falle die Stadt oder Stadtwerke verklagen, so Jäger. „Sicherheit geht vor“, sagt er. Zudem würden Lichterketten und Laternen nur kurze Zeit am Tag parallel leuchten: „Gegen 16 Uhr werden die Ketten eingeschaltet, gegen 21.30 Uhr brennen die Lampen nicht mehr.“

Was die Praxis angehe, halte sich die Stadt Barmstedt raus, sagt Sprecher Wolfgang Heins zu dem Thema. „Wenn die Stadtwerke das für richtig befinden, akzeptieren wir das.“ Wann und ob die Laternen eingeschaltet werden, müsse jede Kommune selbst entscheiden. Hinsichtlich der Ausleuchtungskraft gebe es Vorgaben, diese seien aber mehr technischer Natur, so Heins.

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