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Barmstedter Zeitung

18. Dezember 2017 | 22:02 Uhr

Lichtbilder: 75 Jahre Rantzauer See

vom

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | Die Bedeutung des Rantzauer Sees für Barmstedt ist immens: Er zieht mit seinem Naherholungsgebiet und dem einzigartigen Ensemble denkmalgeschützter Gebäude auf der historischen Schlossinsel jedes Jahr Tausende von Besuchern an, die sich dort erholen und Abstand vom Alltag gewinnen wollen. Das 75-jährige Bestehen des Sees, das in diesen Tagen und Wochen gefeiert wird, rückt ihn verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit. Dazu trug auch der Lichtbildervortrag von Peter Steenbuck in der Kommunalen Halle bei, den sich etwa 130 Besucher anschauten.

Steenbuck rollte die wechselvolle Geschichte des Sees auf, die auch die Geschichte der angrenzenden Cafés und Restaurants sowie des Bootsverleihs ist. Ein entscheidender Grund für den Bau des Sees in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Überschwemmungen der Wiesen durch die Krückau, die jedes Jahr auftraten und verhinderten, dass die Landwirte etwa 300 Hektar dringend benötigte Flächen nutzen konnten. "Damals war die Schweinezucht ein bedeutender Wirtschaftszweig", so Steenbuck. Zudem wollte man durch Begradigung der Krückau erreichen, dass sie schneller abfließt, und dem Müller ausreichend Wasser für seine Mühle verschaffen.

Der Gründung einer Wassergesellschaft folgte der erste Spatenstich am 20. April 1934. Die Angehörigen des Arbeitsdienstes Barmstedt, die nun zu Schaufel und anderem Gerät griffen, arbeiteten durchschnittlich sechs bis acht Stunden täglich. "Der Tageslohn betrug 25 Pfennig", so Steenbuck.

Breiten Raum in seinen Ausführungen nahmen die Arbeiten zur Begradigung der Krückau und zur Aushebung des Sees ein. Dabei glänzte er mit beeindruckendem Detailwissen und streute hier und dort witzige Anekdoten ein, die bei den Besuchern Schmunzeln und Gelächter auslösten. Der Wassereinlass in den See erfolgte am 18. September 1937, die offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten im Juli des folgenden Jahres. Damals wurden auch die ersten Karpfen ins Wasser eingesetzt, deren Nachkommen heute zu den Attraktionen des Sees zählen.

Der Wasserstand wird durch das Aufstauen der Krückau, die ihn speist, geregelt. Dieser Eingriff in die Natur und die damit verbundene Unterbrechung des "Wanderwegs" für die heimische Fischwelt sorgte in der Vergangenheit für Probleme. "Aus diesem Grunde wurde 1981 eine neunstufige Fischtreppe am Stauwehr der Schlossinsel errichtet, über die die Fische ihre Wanderung zu den oberen Laichplätzen fortsetzen konnten", erläuterte Steenbuck.

Abschließend widmete er sich der Entwicklung der Restaurants, Cafés und dem Bootsverleih am See sowie den zugkräftigen Veranstaltungen, die dort ins Leben gerufen wurden. Dazu gehören unter anderem die Länderwochen, der Skulpturenpark und der Kunsthandwerkermarkt. Das Publikum dankte Steenbuck für seinen fesselnden Vortrag mit starkem Beifall. "Das Referat war interessant; ich habe viel Neues erfahren", sagte die Barmstedterin Sieglinde Nießner. Annegrete Stockflet aus Seeth-Ekholt stellte fest: "Ich fand es gut, dass Herr Steenbuck so einen weiten geschichtlichen Bogen geschlagen hat."

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