zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

18. Oktober 2017 | 04:00 Uhr

LED-Leuchten : Laternen: Barmstedt rüstet um

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Stadtwerke Barmstedt haben begonnen, knapp die Hälfte der 1143 Straßenlaternen auf LED umzurüsten. Die neuen Leuchten sparen etwa 60 Prozent Energie. Kritik gab es an der Umrüstung der sogenannten Pilzlaternen.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Barmstedt | 1143 Laternen säumen Barmstedts Straßen. Knapp die Hälfte von ihnen – exakt 579 – werden jetzt nach und nach auf LED-Lampen umgerüstet. „Es kommen die dran, die mehr als 50 Jahre alt sind, und die, für die es keine anderen Leuchtmittel mehr gibt“, erklärt Heinz Jäger, Bereichsleiter Strom bei den Stadtwerken, die für die Umrüstung zuständig sind. Die Kosten – rund 370.000 Euro – trägt allerdings die Stadt. Im Gegenzug können laut Jäger wegen des niedrigen Energieverbrauchs pro Jahr bis zu 25.000 Euro gespart werden. „Aber erst, wenn alle ersetzt sind“, so Jäger. Das sei „ab 2018 realistisch“.

Sorgt für Kritik: Eine umgerüstete „Pilzlaterne“ am Wilhelm-Busch-Weg.
Sorgt für Kritik: Eine umgerüstete „Pilzlaterne“ am Wilhelm-Busch-Weg. Foto: Elisabeth Meyer

Seit Anfang des Jahres laufe der Austausch, sagt Jäger. Zuvor hatte es Probleme mit den Lieferungen gegeben: Die ersten LED-Leuchten waren fehlerhaft und konnten nicht eingebaut werden. Als die richtigen Leuchten da waren, hätten die Monteure mit der Kälte gekämpft, berichtet Jäger. „Das war teilweise schon etwas mühsam.“ Vor kurzem seien dann erneut fehlerhafte Leuchten geliefert worden. Die wegen der Verzögerung entstehenden Kosten müsse der Lieferant tragen, so Jäger.

„Die LED-Leuchten, die wir jetzt verwenden, sind die vierte Generation. Sie sparen etwa 60 Prozent Energie bei durchschnittlich 20 Prozent mehr Lichtausbeute“, erklärt Jäger. „Außerdem haben sie nicht mehr so einen Blauton wie die früheren Modelle.“ Die im Vergleich zu normalen Leuchtmitteln höheren Kosten hätten sich nach etwa acht Jahren amortisiert. „Und dann hat man noch ziemlich viele Jahre nach, bis sie hinüber sind.“

Ein weiterer Vorteil der neuen Laternenköpfe ist laut Jäger, dass sich die Teile relativ leicht ersetzen lassen, wenn sie kaputt sind. Zudem seien die LED-Leuchten voll recyclebar. Der Kopf für eine der sogenannten Peitschenlampen ist mit 40 LED-Leuchten bestückt „und lässt keinen Schmutz und keine Feuchtigkeit rein“, so Jäger. Das sei bei den bisherigen Laternen oft ein Problem. „Dadurch werden sie natürlich leichter blind.“ Außerdem verfangen sich in den jetzigen Peitschenköpfen zahlreiche Insekten – was eindrucksvoll klar wird, als Jäger ein ausgemustertes Exemplar zeigt, in dem sich mehrere dutzend tote Wespen finden.

Dennoch gibt es Zweifel an der „Insektenfreundlichkeit“ der LED-Leuchten. „Das dürfte eher kontraproduktiv sein“, vermutet ein Barmstedter, der im Dichterviertel wohnt und mit der Umstellung auch aus anderen Gründen nicht glücklich ist. Die auf LED umgerüsteten „Pilzlaternen“ würden „direkt nach unten strahlen und durch die geringe Höhe der Masten extrem blenden“. Zudem nehme die Helligkeit wenige Meter entfernt von der Laterne drastisch ab: „Ein Stück weiter weg ist es duster.“

In den „Pilzlaternen“ brennen vier Köpfe mit jeweils 16 LED-Leuchten.
In den „Pilzlaternen“ brennen vier Köpfe mit jeweils 16 LED-Leuchten. Foto: Elisabeth Meyer

Der Effekt sei gewollt, erklärt Jäger: „Die neuen Leuchten leiten das Licht genau dahin, wo es hin soll.“ Dass das nicht immer jedem passe, sei klar. „Man kann es leider nicht allen recht machen. Und wenn man direkt in die Lampe reinguckt, blendet es natürlich.“ Unterm Strich seien die Rückmeldungen der Bürger – etwa aus der Großen Gärtnerstraße, die bereits komplett umgerüstet ist – aber positiv, so Jäger.

Zum Thema Insekten erklärt er, das weiße Licht sei insektenfreundlicher, „weil es keine UV-Strahlung abgibt. Das wird man im Sommer auch sehen.“ Außerdem würden die Leuchten „nur handwarm“. Die alten Laternen seien so heiß, dass Insekten oft verbrannt seien.

Die umgerüsteten Laternen reduzieren ihre Leistung von 22 bis 6 Uhr automatisch um 50 Prozent, erklärt Jäger. Wann sie sich einschalten, wird ebenfalls automatisch geregelt: über einen zentralen Dämmerungsschalter am Kuhberg. „Der registriert, wann es dunkel wird.“ Einzelne Laternen auszuschalten, sei nicht möglich, erklärt Jäger.

Durch die Umstellung wird sich noch etwas im Stadtbild ändern: Die bislang orange leuchtenden Laternen an Kreuzungen werden künftig ebenfalls weiß leuchten. Von der Umstellung ausgenommen sind die „Deko-Leuchten“ wie am Bahnhof und Laternen, die schon Energiesparlampen haben, so Jäger. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen