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Brande-Hörnerkirchen : „Last auf viele Schultern verteilt“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Christof und Christiane Kirst leben mit ihren Eltern und Kindern gemeinsam auf einem Hof in Brande-Hörnerkirchen.

Im Kreis Pinneberg gibt es rund 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im zehnten Serienteil erzählen Christof und Christiane Kirst aus Brande-Hörnerkirchen, welche Vorteile es hat, wenn Eltern und Schwiegereltern mit auf demselben Hof leben – und warum Christof Kirst seinen Bürojob gegen die Arbeit auf dem Hof tauschte.

Es ist eine große Runde, die sich am Tisch in der Diele des Hofs Kirst in Brande-Hörnerkirchen versammelt hat. Christof (36) und Christiane Kirst (32) sind dabei, sie halten ihre Kinder Paula (2) und Henri (4) im Arm. Links von ihnen sitzen Max (65) und Edith Kirst (61), die Eltern von Christof. Später gesellen sich auch noch Ute (53) und Peter (54) dazu – die Eltern seiner Frau. „Das ist etwas Besonderes“, betont Christof Kirst. „Meine Eltern und die meiner Frau leben ebenfalls auf dem Hof. Sie helfen uns bei der Betreuung der Kinder und arbeiten im Betrieb mit.“ Angestellt auf dem Hof sind zudem Azubi Marco (17) und Mitarbeiter Dirk, der bereits seit 20 Jahren auf dem Hof arbeitet.

Die Familie betreibt einen Milchviehfutterbau an der Barmstedter Straße. 170 Kühe stehen in dem großen Stall. Der Tag beginnt für Christof Kirst bereits um 5 Uhr morgens. Sein Vater und seine zwei Mitarbeiter unterstützen ihn bei der Arbeit. „In Spitzenzeiten fassen aber alle mit an“, sagt Kirst. „Wir haben die Last auf viele Schultern verteilt“, so Ehefrau Christiane.

Seit dem 1. Mai 1901 sei der Hof im Besitz der Familie Kirst, erzählt Max Kirst. „Mein Großvater hat ihn gekauft, die Familie kommt aber ursprünglich aus der Oberlausitz.“ Damals habe der Betrieb lediglich eine Fläche von vier Hektar gehabt, heute sind es 100. „Wenn mein Großvater Land dazu kaufen konnte, hat er das getan“, so Max Kirst. Anfangs sei der Hof ein Gemischtbetrieb gewesen. „Als ich den Hof 1972 übernommen habe, war er schon auf Milchvieh spezialisiert. Wir sind eine Grünland-Region, daher die Ausrichtung auf Kühe.“

1969 habe der Betrieb etwa 13 Kühe gehabt, Mitte der 70er-Jahre seien es schon 50 bis 60 gewesen. „Ziel sind 200 Kühe, mehr gibt der Betrieb nicht her“, so Christof Kirst. „Die Fläche ist der begrenzende Faktor.“ Weitere Expansions-Pläne habe er mit dem Hof in nächster Zeit nicht, so der 36–Jährige. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel gemacht.“ Der Kuhstall sei erweitert worden, zudem gebe es einen Wellness-Bereich für die Tiere mit einer schwenkbaren Bürste für die Fellpflege – von der die Tiere auch richtig Gebrauch machen. Der offene Laufstall sei bei dem winterlichen Wetter kein Problem: „Minus 15 Grad ist für die Kühe kein Thema“, sagt Kirst.

Ab 2007 hat Christof Kirst den Hof schrittweise von seinem Vater übernommen. Nach dem Studium war der heute 36-Jährige als landwirtschaftlicher Berater tätig. „Ich hab in diesem Job eine Menge darüber gelernt, wie andere Betriebe wirtschaften. Der Wunsch und Wille nach Eigenständigkeit war aber groß.“ Die Sehnsucht nach dem Beruf des Landwirts sei schlussendlich so überwältigend gewesen, dass er den Hof übernahm. „Seine Eltern haben uns immer gesagt: ,Überlegt euch das ganz genau‘“, so Ehefrau Christiane. Ihren Mann hatte sie während des Studiums kennengelernt. „Die Landwirtschaft gehört zu Christof“, sagt sie über ihn. „Und ich finde es toll, dass meine Kinder auf einem Hof groß werden.“

Ob ihre Kinder eines Tages den Hof übernehmen werden, lassen die beiden offen. „Wir lassen Henri und Paula alle Freiheiten“, sagt Christof Kirst.

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erstellt am 24.Jan.2014 | 10:32 Uhr

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