Seniorenheim Barmstedt/Rantzau : Langeln zahlt vorerst nicht

Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau hat ein großes finanzielles Defizit vorzuweisen.
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Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau hat ein großes finanzielles Defizit vorzuweisen.

900.000-Euro-Defizit des Seniorenheims Barmstedt/Rantzau: Die Gemeinde lässt den Vorgang rechtlich prüfen.

shz.de von
12. Juni 2014, 10:00 Uhr

Langeln | Bis Mai sollten die Kommunen des Zweckverbands „Alters- und Pflegeheim Barmstedt/Rantzau“ einen ersten Teil des hohen Defizits von 900.000 Euro aus dem Jahr 2012 begleichen. Doch eine Gemeinde hat bislang nicht gezahlt. Wie Langelns Bürgermeister Hans-Detlef Fuhlendorf während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung mitteilte, habe man beim Zweckverband keine Kündigung eingereicht, aber: „Wir haben das Geld nicht bezahlt und lassen den Vorgang rechtlich prüfen“, berichtete er. Zwei Monate werde das schätzungsweise dauern.

In einem offenen Brief habe er vor Kurzem im nicht-öffentlichen Teil der Verbandsversammlung die Beweggründe der Gemeinde erläutert, so Fuhlendorf. „Es kann auf Dauer nicht so weiter gehen“, so der Bürgermeister. „Wir werden immer wieder dazu bezahlen.“ Ein Rechtsanwalt sei daher derzeit mit der Prüfung beauftragt. „Wenn das zu unseren Gunsten ausfällt, werden wir weiter dagegen angehen“, so Fuhlendorf. „Wenn nicht, würden wir das akzeptieren.“ Langfristig sei es aber das Ziel der Gemeinde, aus dem Zweckverband auszusteigen.

600.000 Euro sollten die Mitgliedsgemeinden bis Mai aufbringen. Der Aufteilungsschlüssel richtet sich laut Verbandssatzung nach der Einwohnerzahl der Gemeinden. Langeln sollte laut Fuhlendorf bis Mai einen Betrag von 21 000 Euro zahlen. Insgesamt werde die Gemeinde mit 32.000 Euro zur Kasse gebeten, so der Bürgermeister.

Der Zweckverband will laut Vorsteherin Heike Döpke noch warten: „Wir haben uns nach kurzem Gespräch darauf verständigt, die Prüfung abzuwarten“, sagte sie auf Anfrage dieser Zeitung. Eine endgültige Entscheidung Langelns sei noch nicht gefallen, unterstreicht sie. Die Gemeinde wolle sich schnellstmöglich melden, sobald das Ergebnis des Rechtsanwalts vorliege.

Im nicht-öffentlichen Teil der Verbandsversammlung waren vor Kurzem auch erste Zahlen für das Jahr 2013 präsentiert worden. Details seien noch nicht bekannt, so die Verbandsvorsteherin. Aber es werde sich auf keinen Fall in dem Bereich bewegenwie 2012, sondern darunter liegen, berichtete Döpke. Der Wirtschaftsprüfer sei derzeit noch bei der Arbeit. Sobald konkrete Zahlen vorliegen würden, werde auch die nächste Verbandsversammlung einberufen. Zudem werde auch fortlaufend überprüft, welche Einsparmöglichkeiten es gebe.

Dem Zweckverband „Alters- und Pflegeheim Barmstedt/Rantzau“ gehören die Stadt Barmstedt sowie die Gemeinden Bevern, Bullenkuhlen, Groß-Offenseth Aspern, Heede, Hemdingen, Langeln und Lutzhorn an. Ursprünglich waren noch mehr Gemeinden Mitglied im Zweckverband. Zum 31. Dezember 2009 waren Bilsen, Bokholt-Hanredder, Ellerhoop und Klein-Offenseth Sparrieshoop satzungsgemäß entlassen worden. Der Verband ist für die Verwaltung und Unterhaltung des Seniorenheims Barmstedt/Rantzau in Barmstedt zuständig.
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