Sommerserie: Rechts und links vom Krückauwanderweg : Langeln: Sportangler wollen den Aalen helfen

Vor Kurzem haben die Mitglieder des Sportanglervereins Elmshorn-Barmstedt zahlreiche Jungaale – hier ein Symbolfoto aus Niedersachsen – in der Pinnau und Krückau ausgesetzt.
Vor Kurzem haben die Mitglieder des Sportanglervereins Elmshorn-Barmstedt zahlreiche Jungaale – hier ein Symbolfoto aus Niedersachsen – in der Pinnau und Krückau ausgesetzt.

Verein hat im Sommer 35.000 Jungfische gekauft und ausgesetzt – unter anderem in der Krückau bei Langeln.

shz.de von
13. August 2018, 13:00 Uhr

Langeln | Von Langeln per pedes oder Rad über Barmstedt nach Elmshorn, ohne eine Hauptstraße zu nutzen – das ist ab sofort möglich. Vor wenigen Tagen wurde in Heede ein neuer Fuß- und Radweg fertiggestellt, der Teil des Krückauwanderwegs werden soll. Bislang führte die Strecke von Elmshorn nach Barmstedt, nun soll der Wanderweg bis zum Ochsenweg in Langeln verlängert werden. Unsere Zeitung hat das Projekt zum Anlass genommen, sich entlang des Weges umzuschauen Unsere Geschichten „rechts und links vom Krückauwanderweg“ haben wir in einer Serie zusammengefasst, die bis einschließlich Montag, 20. August, laufen wird. Heute geht es um den Sportanglerverein Elmshorn-Barmstedt, der sich bei Langeln um den Oberlauf der Krückau kümmert.

Sie kümmern sich um den Oberlauf der Krückau bei Langeln: Dort, wo der Krückauwanderweg künftig beginnen soll, ist der Sportanglerverein Elmshorn-Barmstedt aktiv. Die Mitglieder sind mit Hege und Pflege der gepachteten oder eigenen Gewässer beschäftigt, kümmern sich um die Fischaufzucht von Meerforellen sowie Lachsen und setzen mit Genehmigung der oberen Fischereibehörde zudem Jungaale aus. Dafür sind die Oberläufe der Krückau bei Langeln und Barmstedt sowie die Pinnau geeignet. „Wir haben im Juni 35.000 Farm-Aale von der staatlichen Aalversandstelle Halstenbek gekauft und den aufgeteilten Besatz in die beiden Oberläufe gesetzt, um so dem europäischen Aal zu helfen“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende Peter Böge aus Barmstedt.

Um Meerforellen zu züchten, werden die Fische kurzzeitig gefangen und Sperma sowie Eier abgestreift.
Gerd Janssen
Um Meerforellen zu züchten, werden die Fische kurzzeitig gefangen und Sperma sowie Eier abgestreift.

Das besondere: Aale können laut Böge nicht gezüchtet werden. Die Aal-Kinderstube sei daher die Sargassosee, ein Gebiet im Atlantik, östlich von Florida. Dort würden die Aale laichen und danach sterben. Die Jungtiere oder Glasaale lassen sich von der Strömung in verschiedene Richtungen treiben. „Wir setzen die gekauften Glas- und Farmaale hier aus, damit der Bestand nicht ganz verschwindet“, betont Torsten Kahl, der für den Einkauf der Fische im Verein zuständig ist. Denn es würden immer weniger Jungaale europäische Küsten und damit die Ströme und Flüsse erreichen. Zu sehr griffen Menschen und andere Säugetiere sowie Wasserbauwerke in die Aalwanderung ein. In Frankreich und Spanien sowie auf dem asiatischen Markt gelten Glasaale als Delikatessen. Der Aal stehe auf der roten Liste der stark gefährdeten Tierarten. Ein weiblicher Aal benötige allerdings 15 Jahre, um laichreif zu werden, ein männlicher sechs Jahre. „Insgesamt ist der Bestand um 90 Prozent zurückgegangen“, so Böge. Es gebe EU-weit bereits Fangverbote für den europäischen Aal.

Idee der Forellenzucht

Bei den Meerforellen sei das Verfahren einfacher, so der stellvertretende Vorsitzende weiter. Viele Brütlinge werden in den Aufzuchtbecken des Anglervereins auf dem Grundstück des Ehrenmitglieds des Vereins, Henning Mohr, aufgezogen. Er stellt seit Anfang der 80er-Jahre ein Gebäude für die Zucht zur Verfügung, die zur Zeit von der Besatz- und Abfischkommission unter Jörg Bogdahn betreut wird. Auf die Idee der Forellenzucht kamen die Angler, als 1983 Gerd Janssen eine Meerforelle geangelt hatte und Mohr fragte, ob sie diese nicht züchten wollten. Die Angler wollten. Mit Hilfe einer einfachen Technik wird Wasser aus der Krückau in die Zuchtbehälter geleitet und wieder in die Aue zurückgegeben. In den Monaten von September bis Dezember fischen die Angler mit Genehmigung der oberen Fischereibehörde Schleswig-Holstein die Meerforellen und mit Glück auch Lachse elektrisch aus der Krückau, streifen Eier und Sperma von den Fischen ab und setzen die Vater- und Muttertiere wieder in das Wasser. Eier und Sperma werden gemischt und zur Ausbrütung in die Behälter der Brutanlage gesetzt.

 

Jedes Becken bei Mohr fasse etwa 10 000 Eier, berichtet Böge Bei regelmäßigen Kontrollen des Brutvorgangs durch Vereinsmitglieder werden abgestorbene Eier mit Pinzetten aus dem Brutbecken geholt, damit die Brut nicht verpilzt. Die Brütlinge benötigen während der Brutphase keine Nahrung, sie leben von ihrem Dottersack. „Was die Brütlinge schmecken und riechen, lässt sie später dorthin zum Laichen zurückkommen“, sagt Böge.

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