zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

18. Dezember 2017 | 04:43 Uhr

Ernte : Landwirte läuten Erdbeerzeit ein

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Ernte in Lutzhorn hat vor wenigen Tagen begonnen. Die Früchte aus Bokholt sind ab Montag erhältlich.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Bockholt-Hanreeder | Die Erdbeer-Saison im Barmstedter Umland steht in den Startlöchern. Während auf dem Hof von Thomas Ladiges in Lutzhorn die roten Früchte bereits geerntet werden, beginnt die Saison bei Peter F. Kollotzek von der Gärtnerei Voigt in Bokholt-Hanredder am Montag, 2. Juni, um 10 Uhr. „Dieses Jahr sind die Früchte etwas früher dran“, so der Inhaber. „Das Frühjahr war viel zu warm.“ Hinsichtlich der Ernte ist er optimistisch: „Es sieht gut aus.“

Da die Natur ihrem Zeitplan etwas voraus ist, hat auch auf dem Hof Ladiges die große Ernte schon am Montag begonnen. „Da war vorher Folie drauf“, sagt Ladiges und zeigt auf eines seiner Felder, die hinter dem Hof in Lutzhorn liegen. „Die Normalkulturen brauchen etwa noch acht bis zehn Tage länger“, meint der Landwirt. Auf acht Hektar Fläche baut der Lutzhorner Erdbeeren an, allerdings wird nur auf vier davon geerntet. Ab dem kommenden Sonnabend, 31. Mai, können auch Selbstpflücker zu ihm kommen.

In Bokholt-Hanredder züchtet Kollotzek auf einem Areal von fünf Hektar seine Erdbeeren. 100.000 Pflanzen stehen rund um seine Gärtnerei. Spätestens alle drei Jahre sollten sie erneuert werden, so der Experte. „Erdbeerpflanzen degenerieren mit der Zeit, sie werden schwächer und anfälliger für Krankheiten.“ Ab dem dritten oder vierten Jahr seien die Früchte bereits krüpplig. Auch für die Lagerung der Früchte hat Kollotzek einige Tipps: „Erdbeeren halten sich am besten frisch, wenn sie draußen im Schatten an der frischen Luft stehen“, so der Inhaber der Gärtnerei, „und nicht im Kühlschrank oder im Keller.“ Wie die Ernte ausfallen wird, dazu kann Kollotzek noch nichts sagen. Im Schnitt seien es etwa 200 Zentner. Mit derselben Ausbeute rechnet auch Ladiges.

Die Erdbeerfelder haben das Unwetter am vergangenen Donnerstag überstanden – die Gärtnerei hatte allerdings nicht so viel Glück: Tischtennisballgroße Hagelkörner durchschlugen laut Kollotzek einen Großteil der Glasscheiben seiner Gewächshäuser. „460 Scheiben sind zerstört, wir rechnen mit einem Schaden von 20.000 Euro“, so der Inhaber. Pflanzen – darunter Geranien und Petunien in allen erdenklichen Farben – seien zum Glück fast unversehrt geblieben, auch der Verkauf gehe weiter. Mitarbeiter fegen derzeit inmitten der Blütenpracht die restlichen Scherben zusammen, sie alle tragen Schutzhelme, falls sich weitere Splitter von der Decke lösen. Glaser sind dabei, die neuen Scheiben einzusetzen. Einen Teil des Schadens wird laut Kollotzek die Versicherung übernehmen. Das Unwetter soll schwerpunktmäßig über der Waldstraße gewütet haben.

Von dem großen Schaden habe er in der Nacht des Gewitters erst nur wenig mitbekommen, so Kollotzek. „Es schepperte so heftig, man hörte das Glas gar nicht splittern“, berichtet er. „Erst morgens habe ich es richtig bemerkt. Ich ging durch die Gärtnerei, und überall lagen Splitter. So etwas habe ich noch nie gesehen.“

Auch für die Erdbeeren sei starker Hagel gefährlich. Durch ihre schützenden Blätter hätten sie das Unwetter aber überstanden. Zudem liegen die Felder nicht direkt an der Gärtnerei. „Wären die Felder hier, wäre das anders ausgegangen“, meint Kollotzek.

Botanisch gesehen sind Erdbeeren gar keine Beeren – ebensowenig wie Himbeeren oder Brombeeren. Erdbeeren gehören zu den Sammelnussfrüchten. Das rote Fruchtfleisch ist eine Scheinfrucht, die eigentlichen Früchte der Erdbeere sind die kleinen gelben Nüsschen auf der Oberseite. Der kommerzielle Anbau in Deutschland begann um 1840 nahe Baden-Baden. Erdbeeren gehören übrigens zu den nichtklimakterischen Früchten – das heißt, sie reifen nicht nach, wenn sie grün geerntet werden.
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen