zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

20. Oktober 2017 | 09:39 Uhr

Barmstedt : Ladestation für E-Autos geplant

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Stadtwerke wollen in der Innenstadt eine Zapfsäule für Elektrofahrzeuge bauen. „Schnellladung“ reicht für 100 Kilometer.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Autofahrern nur zu empfehlen, ein Elektroauto zu kaufen, reicht nicht, meint Bernd Szwirblatt. Denn was nütze das beste E-Auto, wenn man unterwegs stecken bleibt, weil die Batterie leer ist und weit und breit nicht nachgeladen werden kann? „Damit die Schwelle zum Kauf dieser umweltfreundlichen Fahrzeuge sinkt, muss man die nötige Infrastruktur schaffen“, so Szwirblatt. Das wollen die Barmstedter Stadtwerke – deren Vertrieb er leitet – bald tun: Im kommenden Jahr soll in der Innenstadt eine Zapfsäule mit zwei Ladeplätzen für E-Autos gebaut werden.

Mit im Boot ist der Barmstedter Horst Doering, Geschäftsführer des Verkehrsinstituts Nord, der sich seit 2011 mit dem Thema E-Mobilität befasst und Branchentreffen organisiert. Ihm gehört auch der Gebäudekomplex am Barmstedter Marktplatz, der abgerissen werden und in dessen Nähe – nach dem Neubau – die Ladestation stehen soll. Der genaue Standort ist noch unklar. „Wir brauchen einen Kraftstromanschluss, und die Säule muss geschützt stehen“, erklärt Szwirblatt. Zurzeit sei er dabei, mit einem externen Kooperationspartner die Zahlungsmodalitäten zu klären. „Ziel ist, dass Kunden aus ganz Deutschland hier ihre Autos aufladen können.“ Mit „100-prozentig grünem Strom“, wie er betont.

Die Kosten für eine „Schnellladung“ beziffert Doering auf etwa fünf Euro pro Stunde. „Das reicht für ungefähr 100 Kilometer.“ Im Winter verringere sich die Reichweite um etwa 20 bis 30 Prozent. In den nächsten Jahren wolle Eon in Schleswig-Holstein flächendeckend 50 Ladestationen installieren, berichtet er. „Im Moment gibt es mehrere verwaiste Anlagen, was daran liegt, dass sie unterschiedliche Systeme haben. Damit möglichst viele sie nutzen können, ist es aber wichtig, dass sie normiert sind.“

Generell halte er E-Mobilität für „eine tolle Sache“, so Doering. „Und die Ladesäule ist auch wichtig für die Attraktivität der Stadt, falls Besucher mit dem E-Auto kommen.“ Auch Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) ist von der Idee angetan. „Das wäre ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt.“

Die Stadtverwaltung besitzt bereits ein E-Auto – das an einer nicht-öffentlich zugänglichen Steckdose betankt wird –, die Stadtwerke wollen sich eins anschaffen. Für den Nahverkehr sei ein E-Auto optimal, sagte Szwirblatt. „Und man senkt damit die CO2-Belastung enorm.“ Ein E-Fahrzeug für den Bauhof hatte die Politik vor kurzem aus Kostengründen abgelehnt. „Aber damit ist das Thema nicht für alle Zeit vom Tisch“, so Döpke. „Wenn es sich rechnet, würden wir es gern umsetzen.“

Eine Million Elektroautos sollen im Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen rollen: Das hatte sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt. Doch daraus wird wohl nichts: Zurzeit sind es nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes knapp 19000 – nur ein Fünftel der für dieses Jahr kalkulierten Zahl und nur 0,035 Prozent alle in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge. Andere Länder sind deutlich weiter: In Norwegen gibt es 43000 E-Autos, in den USA 290.000 und in China 100.000. Vor allem der hohe Kaufpreis, die relativ geringe Reichweite und zu wenig Aufladestationen halten deutsche Autofahrer vom Kauf eines E-Autos ab.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen