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Barmstedter Zeitung

19. Oktober 2017 | 15:27 Uhr

Rantzauer Forst : Kurioser Bombenfund im Wald

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ein Barmstedter hat im Rantzauer Forst eine kuriose Entdeckung gemacht: Er fand eine Übungsbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelräumdienst musste anrücken.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Bei einem Spaziergang im Rantzauer Forst fiel er ihm plötzlich auf: der Betonkegel, der neben dem Wanderweg aus dem Boden ragte. „Was ist das für ein komischer runder Sockel?“, habe er gedacht, erzählt der Barmstedter Mark Grenzlau (Name geändert). Zuerst habe er ihn für die Halterung eines nicht mehr vorhandenen Hinweisschildes gehalten. Weil er noch einen anderen Verdacht hatte, recherchierte er im Internet, nahm Maß und stellte fest: „Es kam alles genau hin.“ Demnach musste es sich um eine Übungsbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, „die zur Pilotenausbildung genutzt wurde“.

Grenzlau informierte den Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamts. Wenige Tage später legte ein Experte das Fundstück in der Nähe der L110 teilweise frei und konnte bestätigen, dass es sich um eine Übungsbombe handelte. Um sicherzugehen, dass sich nicht weitere Munition darunter oder in der Nähe verbarg, rückten gestern Heinz Kollath vom Kampfmittelräumdienst und ein Kollege mit einem Spezialfahrzeug an, um die Bombe zu bergen. Das sei innerhalb von 45 Minuten problemlos gelungen, sagte Kollath. „Allerdings fehlte der untere Teil der Bombe.“ Der Rest werde jetzt auf „pyrotechnische Rückstände“ untersucht und dann vernichtet.

„Die Bombe könnte doch im Museum auf der Schlossinsel ausgestellt werden“, schlug Grenzlau vor. Doch daraus wird wohl nichts: Denn als Museumsleiter Jochen Proll von unserer Zeitung von der Geschichte erfuhr, kam er aus dem Lachen kaum heraus. Die Bombe sei „Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre“ auf Veranlassung des Forstamts vom ehemaligen Flugplatz Moorkaten nach Barmstedt geschafft und neben dem Wanderweg eingebuddelt worden, berichtete er. „Dort hat sie als Halterung für die Holzbalken gedient, mit denen der Wanderweg abgesperrt wurde. Wegen der Metallöse am vorderen Ende war sie dafür prima geeignet.“ Auch am Wanderweg nach Bullenkuhlen hätten zwei Bomben dazu gedient. „Wo die geblieben sind, weiß ich aber nicht“, sagte Proll. Die Sprengstoffkammern an den Seiten seien jedenfalls „alle leer“ gewesen.

Dennoch könne er Grenzlau verstehen, sagte Proll. „Es sieht im ersten Moment ja schon gefährlich aus.“ Und im Rantzauer Forst habe sich im Zweiten Weltkrieg „einiges abgespielt. Am Ende verlief dort die Hauptkampflinie. Der Wald lag voller Munition. Und wer weiß, was da immer noch liegt.“

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