Ungewöhnliche Diebstähle : Kupferdiebstahl auf dem Barmstedter Friedhof

An der Friedhofskapelle in Barmstedt entwendeten Unbekannte mehrere kupferne Fallrohre.
An der Friedhofskapelle in Barmstedt entwendeten Unbekannte mehrere kupferne Fallrohre.

Unbekannte entwenden mehrere Fallrohre. Bereits zwei Fälle in diesem Jahr. Die Polizei geht von professionellen Tätern aus.

shz.de von
20. Juni 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Ungewöhnliche Diebstähle auf dem Barmstedter Friedhof: Schon zwei Mal in diesem Jahr haben Unbekannte Teile der kupfernen Fallrohre an der Kapelle entwendet. Der Schaden beläuft sich jeweils auf mehrere hundert Euro, wie Friedhofsverwalter Uwe Schinkel auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Der erste Fall wurde der Polizei laut Barmstedts Stationsleiter Sascha Schmidt am 21. März gemeldet. Zum zweiten Mal schlugen der oder die Täter offenbar in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag, 9. bis 10. Juni, zu. „Am Samstag waren die Rohre noch da“, sagte Schinkel. Betroffen seien fast alle Rohre rund um die Kapelle.

Wie Schmidt berichtete, hätten die Täter jeweils nur den unteren Teil der Rohre abmontiert und einen Teil in der Nähe zurückgelassen. „Sie hatten es offenbar gezielt auf die Standrohre mit den Reinigungsklappen abgesehen“, sagte Schinkel. Schmidt vermutet, dass es sich um professionelle Täter handelt. „Es könnten organisierte Banden oder ein Einzeltäter – vielleicht ein Schrotthändler – sein.“ Kupfer sei als Edelmetall recht wertvoll.

Die meisten Rohre montierten die Täter direkt unterhalb der Regenrinne ab.
jap
Die meisten Rohre montierten die Täter direkt unterhalb der Regenrinne ab.
 

Zum Abtransport ihrer Beute hätten die Diebe nicht zwingend schweres Gerät benötigt, sagte Schmidt. „Die Rohre waren zwar dick und mehrere Meter lang, aber ein kräftiger Mensch kann die auch auf der Schulter wegtragen.“ Nach dem zweiten Fall hätten Beamte den Tatort observiert, „weil wir dachten, dass sie vielleicht wiederkommen und die liegengelassenen Teile holen würden“, sagte Schmidt. Das sei aber nicht passiert.

Die nächsten sind aus Kunststoff

Nach dem ersten Diebstahl im März habe die Kirchengemeinde die Rohre noch durch kupferne ersetzt, sagte Schinkel. Doch jetzt sei Schluss: „Wir werden jetzt welche aus Kunststoff besorgen“, kündigte er an – in der Hoffnung, dass die für Langfinger unattraktiv sind.

Teile der Rohre ließen die Täter zurück.
jap
Teile der Rohre ließen die Täter zurück.
 

Schmidt erklärte, Diebstähle auf Friedhöfen nähmen „leider zu – das betrifft auch bronzene Statuen oder Verzierungen auf den Grabsteinen“. In Barmstedt sei das aber bislang nicht vorgekommen, und auch die Diebstähle der Fallrohre wolle er „absolut nicht als Schwerpunkt“ werten. Wer Hinweise auf den oder die Täter geben kann oder generell etwas Verdächtiges auf dem Friedhof beobachtet, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig anrufen“, bittet Schmidt.

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