Sklupturen- und Mühlentag : Kunst und Kultur am Rantzauer See

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Die riesige Ameise war eines der ungewöhnlichen Kunstobjekte, die im Rahmen des Skulpturenparks auf der Schlossinsel gezeigt wurden.
Die riesige Ameise war eines der ungewöhnlichen Kunstobjekte, die im Rahmen des Skulpturenparks auf der Schlossinsel gezeigt wurden.

Am Pfingst-Wochenende lockten der Skulpturenpark und der Mühlentag hunderte Besucher nach Barmstedt.

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11. Juni 2019, 12:27 Uhr

Barmstedt | Eine große Ameise krabbelte über den Rasen auf der Schlossinsel Rantzau, und mehrere Meter hohe Figuren tanzten über den Kunstwerken. Den 13. Skulpturenpark auf dem Gelände der Rantzauer Schlossinsel haben am Pfingst-Wochenende neun Künstler genutzt, um dem Publikum ihre Werke zu präsentieren. Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) und Kreispräsident Helmuth Ahrens lobten Organisatorin Karin Weißenbacher, die es immer wieder schaffe, ein breites Spektrum von Kunstobjekten auf die Insel zu holen und dazu beitrage, die Schlossinsel über den Kreis Pinneberg hinaus kulturell hinaus bekannt zu machen. Begrüßt wurden auch fünf dänische Künstler, die zurzeit ihre Werke in der Kommunalen Halle ausstellen (siehe Bericht unten).

Mit Künstlern im Gespräch

Die Besucher kamen mit den Künstlern ins Gespräch. Jürgen Höpner und Brigitte Schwarck aus Malente bummelten nicht zum ersten Mal über die Freiluftausstellung. Sie sahen Gudrun Wolff-Scheel zu, die einen Sandsteinbrocken mit Hammer und Meißel bearbeitete, und ließen sich die Arbeitsweise erklären.

Joachim Röderer ließ zwei Figuren aus Cortenstahl (Edelpatina) über dem Geschehen tanzend schweben. „Die Proportionen der Personen treten in den Hintergrund, die Bewegungen sind entscheidend“, sagte er. Das Hochzeitspaar Caroline Gueritaud und Lars Steusloff aus Eidelstedt, die vor ihrer Trauung die Schlossinsel und den See als traumhafte Kulisse für Fotos nutzten, ließen sich vor dem Tanzpaar ablichten.

Caroline Gueritaud und Lars Steusloff ließen sich in traumhafter Kulisse ablichten.
Helga Pergande
Caroline Gueritaud und Lars Steusloff ließen sich in traumhafter Kulisse ablichten.
 

Michael Schönfelder besucht traditionell den Skulpturenpark. „Als Politiker habe ich ihn von Anfang an unterstützt“, sagte er. Er sei auch in Verbindung mit dem Mühlentag ein Anziehungspunkt für Barmstedt. Dietmar Eitze bewunderte den großen dreidimensionalen Torso einer Frauengestalt aus Aluminium von Ulrich Schmied. „Das ist die erste durchsichtige Frau, die ich sehe. Sie ist sehr scharfkantig“, bemerkte er lachend.

Überblick aus zwölf Metern Höhe

Handfester ging es gestern beim 26. Mühlentag zu. Sophie (7) und Johann (5) quetschten Getreidekerne per Handmühle und Reibesteine zu Haferflocken. Andere mahlten Getreidekörner zu Mehl. Jan-Ole (13), Elisa (10) und Pia (11) hatten keine Höhenangst: Sie ließen sich mit dem Hubsteiger zwölf Meter hochfahren und betrachten die Umgebung von oben. „Wir haben schon am Glücksrad gedreht und wollen noch Boot fahren“, berichteten sie. Max und Cooper (beide 4) aus Hamburg trieben vergnügt das kleine Mühlenrad in einer Wasserrinne an.

Hannelore und Hans Butenschön (von links) zeigten Hargen Rohde beim Mühlentag das Modell eines Dampftraktors.
Helga Pergande
Hannelore und Hans Butenschön (von links) zeigten Hargen Rohde beim Mühlentag das Modell eines Dampftraktors.
 

Alte Trecker knatterten, alte Landmaschinen waren in Aktion. Hannelore und Hans Butenschön aus Barmstedt zeigten Hargen Rohde aus Reinfeld das laufende Modell ihres Dampftraktors. Klaus Bahrke aus Pinneberg zog die Blicke der Besucher mit seinem Lloyd Baujahr 1959 auf sich. Familie Penzel aus Henstedt-Ulzburg spielte im Freiluft Mühlencafé zur Livemusik Memory mit Baumscheiben, und Bernd Heitmann aus Borstel-Hohenraden zeigte interessierten Besuchern als Botschafter der Vergangenheit alte handwerkliche Fähigkeiten. In der Schleusenscheune guckten sich Besucher historische Filme der Kulturgemeinschaft Tornesch an. Die hiesigen Kaninchen- und Hühnerzüchter zeigten ihre Tiere. Ole (9) und Lasse (7) aus Elmshorn rieten, welche Eier zu welchen Hühnerrassen gehören.

„Unser Fest steht und fällt mit dem Wetter. Heute haben wir Glück“, sagte Mühlenbesitzer Reimer Mohr.

Bernd Heitmann (rechts) demonstrierte Mühlenbesitzer Reimer Mohr alte handwerkliche Fertigkeiten.
Helga Pergande
Bernd Heitmann (rechts) demonstrierte Mühlenbesitzer Reimer Mohr alte handwerkliche Fertigkeiten.
 

Der Tag bedeute immense Vorbereitungen, um die Besucher mit neuen Attraktionen rund um die Mühle zu erfreuen.

Neue Ausstellung: Dänische Werke in der Kommunalen Halle

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Barmstedt und Middelfart stellen seit Freitag fünf dänische Künstler vom Kunstverein Middelfart ihre Werke in der Kommunalen Halle  aus. Der Sozialausschussvorsitzende Hans Hansen (SPD) eröffnete die Ausstellung „Post Natura“ vor etwa 50 Besuchern und stellte die Künstler Birthe Petersen, Mette Fischer, Birgit Mau, Peder Fredskild und Aksel Tornöe vor.

Petersen erinnerte an die Dänischen Wochen 2017 in Barmstedt, an der ebenfalls Künstler aus Middelfart teilgenommen hatten. „Sie waren ein schönes Erlebnis für uns“, sagte sie. Michaela Berbner, die die Ausstellung zusammen mit Freddy Rode  organisiert hat, freute sich über das rege Interesse. „Kunst ist Kommunikation, Inspiration und Leben“, sagte sie.

Die Besucher unterhielten sich mit den Künstlern über deren Werke und Techniken. Mau zeigt farbenfrohe, humoristische Szenen, die Geschichten erzählen.  Fischer fertigt kleine Bronzefiguren, wobei sie auf saubere Linien achtet und bewusst auf Detailgenauigkeit  verzichtet.  Fredskild und Tornöe präsentieren Fotografien. Fredskilds Bilder sind schwarz-weiße Kunstprojekte und regen zum Nachdenken an. Tornöe findet seine Motive in der Natur und richtet den Fokus auf Details. Am PC bearbeitet er Formen und Farben und lässt dem Betrachter viel Spielraum für eigene Interpretationen. Auf  Petersens Bildern sind in verschiedenen Techniken Geflüchtete zu sehen, die in Lagern warten, wie es mit ihnen weitergeht. Die Bilder wirken ernst und machen nachdenklich. „Mich hat die Flüchtlingskrise inspiriert“, sagte sie.

Die Ausstellung läuft bis zum 10. Juli und ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.

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