Bauprojekt : Krückau-Brücke in Elmshorn: Der Verkehr soll am Freitag wieder rollen

Die Brückenpfeiler stehen auf 20 Meter langen Bohrpfählen.
1 von 2
Die Brückenpfeiler stehen auf 20 Meter langen Bohrpfählen.

Neun Monate Bauzeit und Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro. Die Frist für die Wiedereröffnung wurde eingehalten.

Avatar_shz von
20. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Elmshorn | Daran hatte wohl nicht jeder geglaubt: Die neue Krückau-Brücke an der Wittenberger Straße in Elmshorn wird nach fast neunmonatiger Bauzeit fristgerecht am Freitag, 22. Dezember, ab etwa 9 Uhr für den Verkehr freigegeben. Diese gute Nachricht verkündete Landrat Oliver Stolz am Dienstag vor Ort. Ab diesem Zeitpunkt ist die Wittenberger Straße zwischen Kaltenweide und Köllner Chaussee wieder befahrbar, was zu einer deutlichen Entlastung der Verkehrssituation in Elmshorn, Barmstedt und den umliegenden Gemeinden führen werde, so Kreissprecher Oliver Carstens.

Das gesamte Brückenbau-Projekt haben unter einem enormen Zeitdruck gestanden, so Carstens weiter. Vorab sei seitens des Kreises eine Zusicherung an das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Elmshorn erfolgt, dass die Baumaßnahme bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird, da andere für 2017 geplante Baumaßnahmen zugunsten des Baus der Krückau-Brücke auf 2018 verschoben wurden. „Die geplante Bauzeit von etwa neun Monaten war daher von Anfang an sehr eng bemessen“, berichtete Carstens.

Sie machen den Weg wieder frei: Hans-Jürgen Bethe vom Kreis-Wirtschaftsausschuss (von links), Fachdienstleiterin Silke Dräger, Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje, Landrat Oliver Stolz, Fachbereichsleiter Jürgen Tober und Jörg Arndt vom Planungsbüro Arndt IDC.
Cornelia Sprenger
Sie machen den Weg wieder frei: Hans-Jürgen Bethe vom Kreis-Wirtschaftsausschuss (von links), Fachdienstleiterin Silke Dräger, Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje, Landrat Oliver Stolz, Fachbereichsleiter Jürgen Tober und Jörg Arndt vom Planungsbüro Arndt IDC.
 

Umso mehr hätten sich Landrat Oliver Stolz und Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje in dieser Woche gefreut, dass der Kreis Pinneberg seinen Zeitplan für die Errichtung der neuen Brücke einhalten konnte. „Wenn das Land jetzt demnächst die Landesstraße 75 (L 75) zwischen Barmstedt und Elmshorn saniert, wird die K 23 dringend als Umleitung benötigt. Und noch viel bedeutender ist, dass im kommenden Jahr die Hamburger Straße saniert wird. Eine gleichzeitige Brückensperrung hätte sicherlich zu einem Verkehrschaos geführt. Von daher bin ich dem Kreis sehr dankbar, dass er es geschafft hat, innerhalb der zugesagten Frist die Brücke zu erneuern, auch wenn dies die eine oder andere Kraftanstrengung gekostet hat“, sagte Hatje.

Die Stadt Elmshorn hatte die Sanierung der Hamburger Straße wegen der Brücken-Sanierung von 2017 auf 2018 verschoben. Ebenso hatte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr den Ausbau der Straße Offenau (L 75) in Bokholt-Hanredder und die Sanierung der Pinneberger Landstraße in Barmstedt auf 2018 terminiert.

Zufriedene Bilanz

Auch Landrat Oliver Stolz zog eine zufriedene Bilanz des Projekts: „Tatsächlich haben schlechter Baugrund, Hochwasser und langanhaltende Regenfälle uns zeitweise dazu gezwungen, sehr kreativ zu handeln und auch etwas mehr Geld als ursprünglich geplant in die Hand zu nehmen. Priorität hatte aber jederzeit die rechtzeitige Fertigstellung des Bauvorhabens. Wir standen beim Land und bei der Stadt im Wort.“ Sein Dank galt insbesondere den ausführenden Firmen und der Projektleitung. Projektleiter Jörg Arndt von dem Büro Arndt IDC gab das Lob direkt zurück: „In meiner 26-jährigen Karriere habe ich noch keine so dynamische und zielorientierte Verwaltung erlebt, wie hier. Das war einzigartig.“

Die alte Brücke über die Krückau stammte aus dem Jahr 1953 und war laut Carstens so marode, dass sie schnellstens durch einen Neubau ersetzt werden musste. Die an der alten Brücke festgestellten Schäden hatten zur Folge, dass bereits seit Weihnachten 2016 keine schweren Lastwagen mehr über die Brücke fahren durften. Das wurde zwischenzeitlich durch mobile Gleitwände aus Beton sichergestellt. Ab dem 3. April mussten dann auch Autofahrer ausweichen: Seitdem war die Wittenberger Straße in diesem Bereich voll gesperrt. Es erfolgte der Abriss der alten Brücke und der Neubau wurde in Angriff genommen.

Ab dieser Zeit nahm auch die Verkehrsbelastung in Elmshorn, aber auch in Seeth-Ekholt, Kölln-Reisiek, Bevern, Bullenkuhlen, Barmstedt und Bokholt-Hanredder zu. Offiziell wurde und wird der Verkehr noch bis Freitag über die L 75 nach Barmstedt und weiter über die L 110 bis Bevern geleitet. Von dort aus geht es über die Kreisstraße 10 und Kölln-Reisiek zurück nach Elmshorn. Viele Autofahrer hätten aber auch ihre Ortskenntnisse genutzt und seien durch Elmshorn und andere Orte hindurch gefahren. „Das führte in den letzten Monaten zu massiven Verkehrsbehinderungen in und um Elmshorn.“

Im ersten Schritt der Bauarbeiten hatte der Kreis zunächst das Bestandsbauwerk abgebrochen. Anschließend wurden Spundwände zur Sicherung der Baugruben gesetzt. Diese hatten die Aufgabe, eine wasserdichte Umschließung der Baugruben für die Tiefgründungsarbeiten sicherzustellen. „Da der Baugrund eine geringe Tragfähigkeit aufweist, war es erforderlich, die neue Brücke auf Bohrpfählen zu gründen“, erläuterte Carstens. Diese Gründungsart stelle das Fundament der neuen Brücke dar. Während der Bauausführung sei aber festgestellt worden, dass der Baugrund starke Unterschiede aufweise. „Einige Bohrpfähle mussten verlängert werden. Der vorgefundene Baugrund veranlasste auch den Prüfstatiker, mehrere zusätzliche dynamische Probebelastungen der Pfähle anzuordnen. “

Einblick in die Baustelle im Juli: Bauleiter Frank Hammerle zeigt einen der Pfähle, die beidseits der Krückau tief im Erdreich versenkt wurden, um das Fundament für die neue Brücke zu errichten.
Christian Brameshuber
Die Baustelle im Juli: Bauleiter Frank Hammerle zeigt einen der Pfähle für das Fundament.
Nach der Fertigstellung der Pfahlgründung konnte mit der Herstellung der Unterbauten begonnen werden, so Carstens weiter. „Die Unterbauten und Pfeiler wurden Ende September fertiggestellt.“ Im nächsten Schritt sei die Herstellung des Überbaus erfolgt, der aus der Betonkonstruktion für die Fahrbahn, den Lagern und den Übergangskonstruktionen zu Beginn und Ende des Bauwerks bestehe. Diese Arbeiten waren Ende November abgeschlossen worden. „Nach der Herstellung des Überbaus mussten Abdichtungsarbeiten durchgeführt werden, damit kein Wasser in den Betonüberbau eindringt und Frostschäden verursacht. Diese witterungsabhängigen Arbeiten wurden teilweise im Schutze eines Zeltes durchgeführt.“ Zum Abschluss hat die Brücke laut Carstens außerdem ihre technische Ausstattung von den Entwässerungsleitungen bis hin zu den Schutzplanken bekommen.

Die Gesamtkosten beziffert der Kreis auf etwa zwei Millionen Euro. Das Land fördert das Bauprojekt mit 837.000 Euro. Die Mehrkosten in Höhe von 25 Prozent der Bausumme seien im Wesentlichen durch die Baugrundproblematik, Witterungsbedingungen und die damit erforderlichen Beschleunigungsmaßnahmen entstanden. „Nur mit diesen Maßnahmen konnte der Inbetriebnahmetermin gehalten werden“, betonte Carstens.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen