875-Jahr-Feier : Kritik an Barmstedts Mastercard

An der Barmstedt-Mastercard gibt es Kritik.
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An der Barmstedt-Mastercard gibt es Kritik.

Der Vorwurf: Das Unternehmen nutzt Stadt für Werbung.

shz.de von
29. Mai 2015, 16:00 Uhr

Nutzt das Barmstedter Unternehmen SimonSell die Stadt mit der Barmstedt-Card als „Steigbügelhalter“, um für seine Produkte zu werben? Mit diesem Vorwurf sah sich Bürgermeisterin Heike Döpke während der jüngsten Hauptausschusssitzung konfrontiert. Im Rahmen der Einwohnerfragestunde hatte sie die von Renate Herrndorff gestellte Frage verlesen – und die Kritik zurückgewiesen.

Darum geht es: Anlässlich der 875-Jahr-Feier der Stadt war in den Arbeitsgruppen die Idee entstanden, eine besondere Karte aufzulegen. Ergebnis der Planungen war die Barmstedt-Card – eine wiederaufladbare Mastercard mit dem Stadtlogo, mit der die Besitzer nicht nur weltweit zahlen, sondern auch in teilnehmenden Geschäften Rabatte erhalten können. Sie kostet einmalig fünf Euro sowie monatlich einen Euro Gebühr.

Aus ihrer Sicht sei der Vorwurf unberechtigt, sagte Döpke. „Bei der Karte geht es  darum, die Kaufkraft in Barmstedt zu stärken und den Namen Barmstedt bekannt zu machen.“ Die Verwaltung habe davon „keinen Vorteil, sondern die örtlichen Unternehmer“. So stehe auch der Handels- und Gewerbeverein hinter der Aktion – obwohl viele Geschäfte gar keine Kreditkarten annähmen. „Sie können aber die Möglichkeit nutzen, ihren Kunden über die Karte Rabatte zu geben.“

Allerdings, räumte Döpke ein, werde die Karte durchaus „auch kritisch gesehen. Zurzeit ist es fraglich, ob das Projekt Erfolg haben kann, und wir müssen jetzt gucken, was daraus wird.“ Laut Marcel Holz (Tourismusbüro) müssen mindestens 500 Reservierungen vorliegen, damit die Karte aufgelegt wird. „Davon sind wir noch ein gutes Stück entfernt.“ Die Verwaltung habe Flyer an fast alle Haushalte verteilt, um für die Karte zu werben. „Es gab auch schon erste Rückmeldungen.“ Der Einführungstermin Mitte Juni sei zwar nicht zu halten. „Ich denke aber, dass wir es noch hinkriegen.“ Jetzt werde überlegt, „wie wir die Karte besser bewerben können“.

Woran die zurückhaltende Nachfrage liegt, wisse sie nicht, sagte Döpke. „Die Frage ist, ob wir den Nerv nicht getroffen haben oder sie zu wenig bekannt ist.“ Einen möglichen Grund nannte der Ausschussvorsitzende Peter Gottschalk (FWB): „Ich habe mir auch überlegt, ob ich das Geld dafür ausgebe. Denn ich  habe schon eine Kreditkarte.“

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