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Groß Offenseth-Aspern : Kreuzung nach Unfällen im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Polizei und Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr schätzen die Kreuzung der Landesstraßen 112 und 113 sowie der Kreisstraße 18 in Groß Offenseth als Unfallschwerpunkt ein. Im März soll über Konsequenzen beraten werden.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Groß Offenseth-Aspern | Er habe dort schon häufiger Vollbremsungen und Ausweichmanöver machen müssen, sagt Reinhard Mohrdieck.  Etliche Unfälle hat der stellvertretende Bürgermeister von Groß Offenseth-Aspern an der Kreuzung der Landesstraßen 112 und 113 mit der Kreisstraße 18 bereits gezählt. Einige Autofahrer, die von den untergeordneten Straßen kommen, würden teilweise weit in die Hauptstraße (L112) herein fahren. „Ich habe dort selber etliche Ausweichmanöver fahren müssen.“ Ein Kreisel an der Kreuzung sei „unumgänglich“, sagt der stellvertretende Bürgermeister. Auch Polizei und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) sind sich einig: Bei der Kreuzung handelt es sich um einen Unfallschwerpunkt. Welche Konsequenzen daraus erfolgen, wird sich voraussichtlich im März entscheiden.

Am vergangenen Wochenende hatte es an der Kreuzung erneut einen Unfall gegeben: Die Fahrerin eines BMW, der aus Richtung der A23 kam, hatte nach Angaben der Barmstedter Polizei offenbar das Stoppschild übersehen und einem Ehepaar aus Barmstedt die Vorfahrt genommen. Die beiden kamen mit ihrem Kia aus Richtung Brande-Hörnerkirchen. Die BMW-Fahrerin rammte den Kia auf der Kreuzung. Sämtliche Insassen wurden nach Angaben der Feuerwehr teilweise schwer verletzt. Beim Ehepaar aus Barmstedt habe zwischenzeitlich sogar Lebensgefahr bestanden.

Die Feuerwehren aus Groß Offenseth-Aspern und Barmstedt befreiten die verletzen Personen aus den Autowracks. Die Frau im Kia sei nach Absprache mit dem Rettungsdienst aufgrund des sehr schlechten Zustands und des Verdachts auf innere Blutungen unverzüglich aus dem Wagen geholt worden. Im BMW waren zwei Personen mittelschwer und eine leicht verletzt, so die Feuerwehr weiter. Dabei soll es sich nach Angaben der Barmstedter Polizei um drei junge Frauen aus Meldorf und Heide gehandelt haben. Eine von ihnen musste von der Feuerwehr aus dem Auto befreit werden. „Alle Patienten wurden durch bereitstehende Rettungswagen sofort behandelt und in Pinneberger und Hamburger Krankenhäuser transportiert“, so Feuerwehrsprecher Björn Swenosen. Die 21 Jahre alte Fahrerin des BMW soll laut Polizei keine gültige Fahrerlaubnis gehabt haben.

Die Freiwillige Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern, die wenige Stunden später ihre Jahreshauptversammlung hatte, war innerhalb kürzester Zeit vor Ort. „Die Zusammenarbeit untereinander hat sehr gut geklappt“, sagt Wehrführer und Einsatzleiter Harald Hell. Auch er habe schon etliche schwere Unfälle mit verletzten Personen an der Kreuzung erlebt.

Die Einschätzung der Barmstedter Polizei ist  eindeutig: „Die Stelle ist in den vergangenen Jahren ein polizeilicher Unfallschwerpunkt geworden“, berichtet Stationsleiter Peter Kroll. „Wir halten daher Maßnahmen für dringend geboten.“ Laut Polizeihauptmeister Heiko Querling hat es im Jahr 2015 an der Kreuzung neun Unfälle mit Verletzten gegeben. Bei vier weiteren Unfällen seien alle Beteiligten unverletzt geblieben. 2014 gab es an der Stelle fünf Unfälle – alle mit Verletzten. In 2013 habe die Polizei vier Unfälle gezählt, drei davon mit Verletzten. Eine der häufigsten Unfallursachen ist laut Querling das Abbiegen, bei dem ein entgegenkommendes Fahrzeug übersehen wurde. Als nächstes folge die missachtete Vorfahrt.

Während ihres Silvestergesprächs hatten Polizei und Politik sich bereits über mögliche Lösungen unterhalten. Kreisel und Ampelanlage wurden bei der Diskussion erwähnt. Mit einem Kreisverkehr habe man bereits gute Erfahrungen gemacht, sagt Querling im Hinblick auf die Einmündung Pinneberger Landstraße/Spitzerfurth. Dort sei die Zahl der Unfälle fast auf null gegangen. „Das hat sich deutlich entspannt.“ Eine Ampel aufzustellen, wäre hingegen eine günstigere Lösung.

Bei dem Unfall am Samstagabend waren fünf Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Neben Rettungsdienst und Polizei waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Groß Offenseth-Aspern und Barmstedt mit etwa 40 Kräften im Einsatz. (Foto: Marek)
Bei dem Unfall am Samstagabend waren fünf Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Neben Rettungsdienst und Polizei waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Groß Offenseth-Aspern und Barmstedt mit etwa 40 Kräften im Einsatz. (Foto: Marek)
 

Auch der LBV stufe die Kreuzung in Groß Offenseth-Aspern mittlerweile als Unfallschwerpunkt ein, sagt der stellvertretende Leiter Burkhard Kötter – auch, wenn der Unfall am vergangenen Sonnabend vom Hergang eher untypisch für die Kreuzung gewesen sei. Bereits im Dezember habe es einen Ortstermin gegeben, an dem auch die Verkehrsbehörde des Kreises und die Polizei beteiligt waren. Unter anderem solle es noch eine Verkehrszählung geben. Im März würden dann die Verkehrsschauen folgen. Die Unfälle würden von einer Unfallkommission analysiert und dabei auf Muster untersucht werden, so Kötter. „Danach setzen wir uns zusammen und überlegen, welche Maßnahmen man treffen muss.“ Bei eventuellen Baumaßnahmen würde man sich gemeinsam einigen und eine Entscheidung treffen, sagt Kötter. Als Straßenbaulastträger habe das Land  ein großes Mitspracherecht, auch der finanzielle Anteil an einem möglichen Umbau wäre am größten.

Beteiligt wäre aber auch der Kreis Pinneberg wegen der Kreisstraße 18. Man hätte  schon damals gern einen Kreisverkehr gehabt, sagt Angela Biermann vom Tiefbauamt des Kreises. So sei am  anderen Ende der K18 bei Lutzhorn auch ein Kreisel errichtet worden.

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