zur Navigation springen

Barmstedt : Kosten in der Verwaltung steigen immer weiter

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Stadt baut zwei Stellen im Rathaus ab – Kosten erhöhen sich trotzdem.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2015 | 12:15 Uhr

Barmstedt | Die Zahl der Mitarbeiter sinkt, aber die Kosten steigen: So stellt sich die Personalentwicklung in der Barmstedter Verwaltung dar. Wie der – mittlerweile ausgeschiedene – Kämmerer Heinz Scharrel im Jahresbericht schreibt, soll sich die Anzahl der Stellen in der Kernverwaltung (Rathaus) in diesem Jahr um zwei auf 43 verringern. Die Ausgaben zeigen eine gegenläufige Tendenz: Sie seien 2014 im Vergleich zu 2013 „überproportional“ um 304.000 Euro gestiegen, so Scharrel.

Begründet werden die höheren Kosten mit den Tarifabschlüssen, die Lohnsteigerungen von bis zu mehr als vier Prozent vorsahen. Zudem sei eine neue Stelle im Bereich Soziales eingerichtet, eine Sachbearbeiterin im Bereich Finanzen eingestellt, eine Auszubildende übernommen und die befristete Doppik-Stelle besetzt worden, so Scharrel. Ebenfalls ins Gewicht seien die Anteile am Versorgungsaufwand für den 2013 ausgeschiedenen Bürgermeister, die Nachzahlung von Umlagen an die Versorgungsausgleichskasse für seine Nachfolgerin und die gegenüber 2013 „erheblich gestiegenen“ Aufwendungen für Beihilfen im Krankheitsfall gefallen.

Das Kubus-Gutachten, das 2007 für die Verwaltung ein mittelfristiges Einsparpotenzial von knapp 300.000 Euro pro Jahr prognostiziert hatte, habe „keine Grundlage mehr“, stellt Scharrel fest. Begründung: Die Schaffung zusätzlicher Stellen, die Rückkehr einer Beamtin aus dem Sonderurlaub und Veränderungen „in den persönlichen Verhältnissen der Mitarbeiter“ wie etwa Aufstiege in eine höhere Entgeltgruppe hätten damals nicht berücksichtigt werden können. „Auch muss darauf hingewiesen werden, dass der Aufgabenumfang in den letzten Jahren zugenommen hat und davon auszugehen ist, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird“, so Scharrel.

Die Verwaltung bemühe sich aber stets, Kosten zu sparen, betonte Scharrel. Das sei in den vergangenen Jahren vor allem dadurch erzielt worden, dass frei gewordene Stellen mit jüngeren Mitarbeitern nachbesetzt wurden.

Insgesamt waren am 31. Dezember 2014 laut Scharrel einschließlich der Teilzeitbeschäftigten 57 Mitarbeiter im Rathaus tätig, darunter sechs Auszubildende und zwei Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund. Die städtischen Einrichtungen – Bauhof, Kitas, Schulen – wiesen 2014 mit 37,6 ebenso viele Stellen auf wie 2013. In diesem Jahr steigt die Anzahl leicht um 0,27. Darüber hinaus sind vier geringfügig Beschäftigte auf der Schlossinsel, im Humburg-Haus und für die Straßenkontrolle für die Stadt tätig. „Insgesamt arbeiten damit im Bereich der Einrichtungen 49 Personen, davon zwei mit Migrationshintergrund“, bilanziert Scharrel.

Nach einem Rückgang im Jahr 2013 ist die Krankheitsquote im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen: Sie lag bei 5,8 Prozent. 2013 hatte sie 4,6 Prozent, 2012 6,5 Prozent betragen. In Verbindung mit der hohen Zahl der Überstunden und Resturlaubstage werde daraus „deutlich, dass die Personaldecke unzureichend ist“, schreibt Heinz Scharrel.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen